Börsenprofi Markus Zschaber erklärt Warum sich bei Henkel-Aktien jetzt eine Einstiegschance bietet

Von Markus Zschaber
Henkelprodukte im Korb. Anleger sollten einen Blick auf die Aktie werfen - und dann vielleicht auch in ihren Korb von Wertpapieren legen

Henkelprodukte im Korb. Anleger sollten einen Blick auf die Aktie werfen - und dann vielleicht auch in ihren Korb von Wertpapieren legen

Wenn die Lage an den Aktienmärkten schwieriger wird und sich die Aussichten für die Weltkonjunktur eintrüben, hat sich es bewährt, den Anlageschwerpunkt auf defensive Aktien zu verlagern. Diese Unternehmen haben ein Geschäftsmodell, welches auch in schwierigeren Zeiten funktioniert beziehungsweise diese Unternehmen bieten Produkte an, auf die wir nicht so einfach verzichten können.

Doch nicht nur in schwierigen Zeiten bieten diese Unternehmen Potenziale. Ein herausragendes Geschäftsmodell schafft es, dass das Unternehmen mit anziehender Konjunktur wächst und sich in Schwächephasen dem negativen Trend weitestgehend entziehen kann. Über ein solches Geschäftsmodell verfügt beispielsweise das deutsche Traditionsunternehmen Henkel . Henkel ist ein global tätiger, breit diversifizierter Konsumgüterproduzent, und bildet mit seinen Produkten einen nicht mehr weg zudenkenden Bestandteil in unserem Alltag. Grund genug, sich dieses Unternehmen einmal im Detail anzuschauen.

Markus Zschaber

Markus Zschaber ist Gründer der Vermögens-verwaltung V.M.Z. (www.zschaber.de ) und Leiter des Instituts für Kapitalmarkt-Analyse (www.kapitalmarktanalyse.com ).Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise und den Haftungsausschluss hinter diesem Link. 

Die Ursprünge Henkels reichen bis ins Jahr 1876 zurück. Heute beschäftigt das Unternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf weltweit mehr als 50.000 Mitarbeiter und erzielte 2016 einen Jahresumsatz von 18,7 Milliarden Euro. Henkel gliedert seine Geschäftsaktivitäten in drei wesentliche Bereiche. Die größte Sparte stellt der Bereich "Adhesive Technologies" dar. Hier bündelt das Unternehmen alle Aktivitäten im Bereich der Kleb- und Dichtstoffe. In der Sparte "Beauty Care" entwickelt und vertreibt Henkel Produkte aus den Bereichen Haar-, Körper- und Hautpflege. Abgerundet wird das Bild durch die Sparte "Laundry & Home Care". Hier wird ein breites Produktportfolio aus Waschmitteln, WC Reinigern, Geschirrspülern und Oberflächenreinigern angeboten.

Mit einem Anteil von rund 47 Prozent am Gesamtumsatz ist die Sparte "Adhesive Technologies" Henkels wichtigste Sparte. Henkel ist auf dem Gebiet der Klebstoffe Weltmarktführer. Die dem Konsumenten bekanntesten Marken der Sparte sind wohl "Pritt" und "Pattex". Doch dies ist nur ein kleiner Teil dessen, was Henkel in dieser Sparte produziert. Die meisten Produkte bleiben dem Endverbraucher nämlich oftmals verborgen, denn mit Produkten wie "Loctite" "Bonderite" und "Teroson" bietet Henkel vor allem Industriekunden Lösungen an.

So fertigt Henkel auch Verpackungs- und Konsumgüterklebstoffe, die beispielsweise bei Lebensmittelverpackungen zum Einsatz kommen. Henkel stellt außerdem maßgeschneiderte Lösungen für Automobil-, Luft- und Raumfahrt her. Diese Beispiele verkörpern nur einen kleinen Teil der Klebstoffprodukte aus dem Hause Henkel. Oftmals kommen sie verborgen zum Einsatz, aber sie sind unverzichtbar in der Herstellung vieler Waren.

Foto: manager magazin Online

Die Produkte der Sparte "Beauty Care" sind dem Endverbraucher da schon eher vertraut. Mit namhaften Marken wie "Schwarzkopf", "Fa", "syoss", "Diadermine" und vielen weiteren bietet Henkel ein breites Portfolio an Hygiene- und Pflegeprodukten, wobei ein Schwerpunkt vor allem auf die Haarpflege gelegt wird.

Das allererste Produkt von Henkel war ein Pulver-Waschmittel. Noch heute ist Henkel auf diesem Gebiet tätig und bündelt diese Aktivitäten in der dritten Sparte "Laundry & Home Care", die für rund ein Drittel des Gesamtumsatzes verantwortlich ist. Neben Waschmitteln bietet Henkel hier alles, was für die Reinigung von Bad und Küche notwendig ist. "Persil", "Weiße Riese", "Pril", "Bref" und "Somat" sind nur ein Teil des namhaften Markenportfolios.

Die Zahlen der ersten drei Quartale 2017 sind insgesamt sehr positiv ausgefallen. So konnte der Konzern seinen nominalen Umsatz um 9,3 Prozent steigern auf 15,14 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg im gleichen Zeitraum um 7,3 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Die Umsatzdynamik wurde mit Ausnahme von Westeuropa von allen relevanten Märkten getragen. Vor allem die Regionen Osteuropa und Asien/Pazifik zeigten sich besonders stark.

Dies ist eine große Stärke des Düsseldorfer Konsumgüterriesen. Denn was Henkel so besonders macht ist die breite, globale Aufstellung des Unternehmens. Fast 45 Prozent des Umsatzes erzielt Henkel in den Regionen Osteuropa, Afrika, Lateinamerika und Asien/Pazifik, also in den aufstrebenden, noch wachsenden Volkswirtschaften. Diese Märkte werden in den kommenden Jahren wachsen und neue Käuferschichten schaffen.

Schon heute in diesen Märkten positioniert zu sein, sichert das Wachstum in der Zukunft. Dies wird sicherlich nicht sprunghaft ansteigen, sondern eher kontinuierlich für ein stetiges Absatzwachstum sorgen. Mit der klaren Strategie hat sich Henkel bis 2020 und darüber hinaus klare strategische Prioritäten gesetzt mit dem Ziel, dass Unternehmen innovativer, agiler und digitaler zu gestalten und nachhaltig profitables Wachstum zu erzielen. Hier befindet sich Henkel absolut im Fahrplan.

Mit Blick auf die Aktie fällt auf, dass nach dem Erreichen eines neuen Allzeithochs im vergangenen Jahr sich die Aktie seither in einem Abwärtstrend befindet. Solche Konsolidierungen sind nach schnellen und starken Anstiegen vollkommen normal und auch wichtig, um Überhitzungen und Blasenbildungen zu vermeiden. Auf dem aktuellen Niveau scheint die Aktie vorerst einen Boden gefunden zu haben, von dem ein Turnaround möglich erscheint. Wer die Aktie noch nicht im Depot hat, für den kann das derzeitige Kursniveau sicherlich ein interessanter Einstiegszeitpunkt sein. Als defensives Basisinvestment mit einen soliden Geschäftsmodell und einer hohen Bilanzqualität mit guter Finanzlage sollte Henkel zumindest in keinem Depot fehlen.