Gebot niedriger als erhofft Hella-Aktie nach Übernahmeangebot unter Druck

Mit 60 Euro je Aktie liegt das Übernahmeangebot des französischen Autozulieferers Faurecia für seinen deutschen Konkurrenten Hella unter dem Schlusskurs vom Freitag. Die Aktie gerät unter Druck.
Umworbener Autozulieferer: Neben dem französischen Konkurrenten Faurecia hatten auch Plastic Omnium und der Stuttgarter Kolben- und Klimaanlagenhersteller Mahle Interesse an Hella gezeigt

Umworbener Autozulieferer: Neben dem französischen Konkurrenten Faurecia hatten auch Plastic Omnium und der Stuttgarter Kolben- und Klimaanlagenhersteller Mahle Interesse an Hella gezeigt

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Die Aktien  des Autozulieferers Hella reagierten am Montag mit Verlusten auf die angekündigte Übernahme durch den französischen Konkurrenten Faurecia. Die Papiere schlossen 3,4 Prozent im Minus bei 61,04 Euro. Damit lagen sie aber immer noch leicht oberhalb des Übernahmeangebots von 60 Euro je Aktie plus einer Dividende von 96 Cent.

Die Aktionäre von Faurecia begrüßen den Zuschlag im Bieterrennen um den Scheinwerfer-Spezialisten: Die Aktie  schoss in Paris um 12 Prozent nach oben.

Der deutsche Autozulieferer wird nach Frankreich verkauft. Wettbewerber Faurecia übernimmt von den bisherigen Eigentümerfamilien Hueck und Röpke für vier Milliarden Euro 60 Prozent der Aktien des Konzerns aus dem westfälischen Lippstadt. Faurecia unterbreitet zudem allen anderen Aktionären des Lichtspezialisten eine Offerte für ihre Anteile in Höhe von 60 Euro und damit etwas unter dem zuletzt gezahlten Preis an der Börse. Dazu kommt - noch vor dem Verkauf - eine Dividende in Höhe von 96 Cent. Insgesamt wird das Familienunternehmen dadurch mit 6,8 Milliarden Euro bewertet.

Anleger hatten mit höherer Bewertung gerechnet

Die Mitglieder der Familienstämme Hueck und Röpke hatten ihre Beteiligung im Frühjahr zum Verkauf gestellt und die Investmentbank Rothschild beauftragt, einen Käufer zu finden. manager magazin hatte im April exklusiv von den Verkaufsplänen berichtet. Seitdem hatten die Hella-Aktien deutlich zugelegt. Die Offerte von Faurecia liegt nun 33 Prozent über dem Kurs von Ende April.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte allerdings zuletzt berichtet, der MDax-Konzern könnte mit bis zu acht Milliarden Euro bewertet werden. Daraufhin war die Aktie bis auf ein Rekordhoch von 68,72 Euro gestiegen. Da der tatsächliche von Faurecia gebotene Kaufpreis aber mit 60 Euro je Aktie deutlich darunter liegt, gerät die Aktie von Hella nun unter Druck.

Hella beschäftigt rund 39.000 Mitarbeiter. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende Mai) hatte das Unternehmen den Umsatz um 13 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro gesteigert und zählt damit zu den zehn größten deutschen Autozulieferern. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) erholte sich auf 510 (2019/20: 227) Millionen Euro.

mg/dpa-afx