Mittwoch, 26. Juni 2019

Kriselnder Fast-Food-Riese Hedgefonds lauern auf Immobilien-Milliarden von McDonald's

Wertvolles Betongold: McDonald's besitzt Immobilien im Milliardenwert - Investoren fordern, Kapital daraus zu schlagen

Der Fast-Food-Riese McDonald's Börsen-Chart zeigen steht mit dem Rücken zur Wand. Die Vorlieben der Kunden haben sich geändert, der Wettbewerb mit Konkurrenten wie Burger King, Wendy's oder Shake Shack wird härter. Bei McDonald's lässt das schon seit einiger Zeit die Umsätze schrumpfen und den Aktienkurs stagnieren. Steve Easterbrook, seit wenigen Wochen als neuer Konzernchef im Amt, soll die Wende bringen.

Einen Ratschlag an Easterbrook sendet nun der US-Investmentprofi Larry Robbins. Der Gründer und Chef der mehr als zehn Milliarden Dollar schweren Hedgefonds-Firma Glenview Capital sieht einen Weg, wie McDonald's womöglich seine Lage verbessern und zugleich seine Aktionäre glücklich machen könnte - und das ganz ohne das angestammte Geschäft mit Burgern, Pommes sowie Cola zu verändern.

Robbins' Vorschlag, den er in einem Brief an seine Investoren formulierte: McDonald's sollte sein Immobilienportfolio in eine Gesellschaft ausgliedern und als sogenannten Real Estate Investment Trust - kurz Reit - an die Börse bringen. Auf diese Weise, so der Hedgefonds-Profi, könnte der Fast-Food-Konzern mehrere Milliarden Dollar an verborgenen Werten für die Aktionäre locker machen.

Bezogen auf die einzelne McDonald's-Aktie, die gegenwärtig knapp unter 100 Dollar notiert, wäre das ein Gewinn von etwa 25 Dollar, so Robbins. In seinem Brief macht er zudem weitere Vorschläge für das Unternehmen. Letztlich, so der Glenview-Chef, der selbst nur einen kleinen Anteil an McDonald's hat, könne der Kurs der Aktie auf diese Weise auf bis zu 169 Dollar steigen.

Neu ist die Reit-Idee für McDonald's nicht. Schon vor rund zehn Jahren stieg beispielsweise der Vornado Realty Trust im kleinen Stil bei McDonald's ein. Dabei schielte Vornado vor allem auf den Immobilienbesitz des Unternehmens, wie David Stowell, Finanzprofessor an der amerikanischen Kellogg School of Management, in seinem Buch "Investment Banks, Hedge Funds and Private Equity" schreibt.

Weitere Hedgefonds liegen auf der Lauer

Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen habe das Betongold-Portfolio von McDonald's seinerzeit auf einen Vorsteuerwert von 20 Milliarden Dollar geschätzt, so Stowell. Für jede Aktie hätte eine Reit-Ausgründung demnach schon damals einen Gewinn von etwa 16 Dollar bedeutet.

Zuletzt gab es Ende 2014 Gerüchte um den berüchtigten US-Hedgefonds-Aktivisten Bill Ackman von Pershing Square Capital. Ackman habe McDonald's-Aktien erworben, hieß es laut Medienberichten an der Wall Street. Er wolle das Unternehmen dazu bewegen, seinen Immobilienbesitz in einen Reit zu überführen. Die Aktie des schwächelnden Burger-Konzerns zog daraufhin prompt an.

Kein Wunder: Wie beispielsweise Yahoo Finance berichtet, war Ackman zu dem Zeitpunkt keineswegs der einzige Finanzhai mit McDonald's-Aktien im Depot. Unter weiteren engagierten Hedgefonds befänden sich etwa die Firmen Jana Partners, Citadel Advisors und Eminence Capital, schrieb die Website.

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