Mittwoch, 8. April 2020

Hedgefonds Renaissance stockt bei Tesla auf Ist dieser Mann Elon Musks neuer Lieblings-Investor?

Großaktionär von Tesla: Hedgefonds-Milliardär James Simons, Gründer von Renaissance Technologies.

Die Verantwortlichen bei Renaissance Technologies in New York dürften einmal mehr sehr zufrieden sein mit den Algorithmen, die die Investments des Unternehmens steuern: Die Hedgefonds-Firma erwarb laut "Financial Times" Ende vergangenen Jahres 3,3 Millionen Aktien des Elektroautobauers Tesla Börsen-Chart zeigen - unmittelbar bevor der Kurs der Papiere einen enormen Schub bekam.

Laut "FT" geht der Aktienkauf aus Papieren hervor, die Renaissance regelmäßig bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichen muss. Demnach habe Renaissance seinen Anteil an Tesla im letzten Quartal 2019 auf mehr als 2 Prozent erhöht. Ende des Jahres habe der Hedgefonds, dessen Gesamtvolumen auf 60 bis 70 Milliarden Dollar geschätzt wird, über beinahe vier Millionen Tesla-Aktien verfügt, womit er sich unter den größten Anteilseignern des Autoherstellers befinde. Umgekehrt stellt Tesla laut "FT" die zweitgrößte Beteiligung von Renaissance nach dem US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb dar.

Das Timing des Tesla-Investments von Renaissance Technologies hätte aus heutiger Sicht besser kaum sein können. Schon im Sommer durchschritt der Tesla-Aktienkurs ein Tief und setzte zu einem Anstieg an. Ab Dezember 2019 ging es mit dem Kurs dann steil aufwärts. Hatte die Aktie zu Beginn dieses Jahres noch bei 430 Dollar notiert, so erreichte sie Anfang Februar vorübergehend ein Rekordhoch bei mehr als 900 Dollar.

Gegenwärtig kostet eine Tesla-Aktie rund 850 Dollar - auch am Dienstag legte die Tesla-Aktie kräftig zu. Das Unternehmen wird damit an der Börse mit rund 145 Milliarden Dollar (133 Milliarden Euro) bewertet, was angesichts nach wie vor ausbleibender Jahresgewinne manchem Beobachter recht ambitioniert erscheint. Zum Vergleich: Volkswagen Börsen-Chart zeigen und BMW Börsen-Chart zeigen, die beide Jahr für Jahr Milliardengewinne erzielen, haben zurzeit einen Marktwert von zusammen rund 127 Milliarden Euro.

Für die Investmentfirma Renaissance Technologies spielen Überlegungen rund um die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens oder dessen Aussichten allerdings soweit bekannt keine Rolle. Die Anfang der 1980er Jahre gegründete Hedgefonds-Firma gehört zu den Vorreitern der sogenannten Quant-Investments. Das heißt, Renaissance investiert ausschließlich gemäß Entscheidungen, die Computer aufgrund komplexer Algorithmen ausgespuckt haben, und zwar soweit bekannt, ohne die Geschäftsmodelle der Aktiengesellschaften oder deren Ergebnisse überhaupt zu kennen.

Was und wie genau dabei gerechnet wird, weiß außerhalb des Hauses niemand. Renaissance hütet dieses Wissen streng als Betriebsgeheimnis. Ein Ansatz, den das von dem Mathematiker und heutigen Multimilliardär James Simons gegründete Investmenthaus verfolgt, ist einem Bericht von Bloomberg zufolge jedoch die sogenannte "statistical arbitrage". Dieser Anlagestrategie liege die Annahme zugrunde, dass die Kurse bestimmter Aktien (beispielsweise einer Branche) auf lange Sicht stark miteinander korrelieren und daher nach zwischenzeitlichen Ausreißern immer wieder in einen Gleichschritt zurückkehren werden. In einem Portfolio, das insgesamt gut abgesichert ist, und bei großen Anlagesummen lassen sich mit dieser Investmentidee nennenswerte, vergleichsweise risikofreie Erträge erzielen, so Bloomberg.

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