Dienstag, 10. Dezember 2019

Handelsstreit - Dow mit längster Verlustserie seit einem Jahr Bitte anschnallen - Goldman Sachs warnt Anleger vor Trump

Donald Trump: Feuer und Zorn - wie lange hält die Wall Street das noch aus?

Der Handelsstreit zwischen USA und China hat dem US-Leitindex Dow Jones die längste Verlustserie seit 15 Monaten beschert. Der US-Leitindex fiel am Donnerstag den achten Tag in Folge, und auch zum Wochenschluss sieht es nicht gut aus. Der deutsche Leitindex Dax hat in dieser Woche bereits rund 4 Prozent an Wert verloren und ist auf ein Zweimonatstief gefallen.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs sieht noch weiteres Ungemach auf Anleger zukommen: Im Handelsstreit zwischen den USA und China sei "eine weitere Eskalation wahrscheinlich", schrieben die Goldman-Analysten in dieser Woche in einem Brief an ihre Kunden. "Wir glauben nicht, dass die Trump-Regierung die Handelspartner der USA davon überzeugen wird, dass sie es mit ihren Ankündigungen ernst meint, ohne zugleich auch die Finanzmärkte davon zu überzeugen", heißt es in dem Brief der Investmentbank, über den das US-Portal CNN berichtet.

Anders gesagt: Wenn Trump mit seinen Drohungen seine Handelspartner unter Druck setzen will, dann muss er auch in Kauf nehmen, dass die weltweiten Finanzmärkte wegen eines aufziehenden Handelskriegs weiter unter Druck geraten.

Denn alles deutet derzeit auf eine weitere Eskalation hin: Auf Trumps Ankündigung, ab Anfang Juli chinesische Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar mit Strafzöllen in Höhe von 25 Prozent zu belegen, hat Peking bereits reagiert und eigene Strafzölle auf US-Waren angekündigt. Man habe keine Angst vor einem Handelskrieg und sei bereit ihn zu führen, wenn die USA nicht einlenke.

Auch in Asien haben die Börsen bereits deutlich nachgegeben - Anleger in Fernost sind offenbar davon überzeugt, dass Peking keine leeren Drohungen ausspricht.

Anlegern stehen mindestens noch zwei Wochen der Unsicherheit bevor. Die von Trump angedrohten Zölle sollen ab Freitag, 6. Juli, greifen. Dass bis dahin noch eine Lösung im Handelsstreit gefunden wird, ist unwahrscheinlich - zumal derzeit auch keine offiziellen Verhandlungen zwischen USA und China zu den offenen Handelsfragen laufen.

Ein schneller "Deal", wie ihn sich Trump mit seiner Mischung aus Drohungen und lobenden Worten erhofft, ist vor diesem Hintergrund äußerst unwahrscheinlich - zumal er China auch den Diebstahl geistigen Eigentums und unerlaubten Technologie-Transfer vorwirft. Um diese Streitpunkte zu klären, wird es selbst bei einem deutlich verbesserten Gesprächsklima lange Zeit brauchen.

Auch die zuletzt verwöhnten US-Anleger, so die implizite Warnung des Briefes von Goldman Sachs, sollten sich besser anschnallen.

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