Samstag, 20. Juli 2019

Einigung im Handelsstreit immer noch möglich Trump pokert hoch - "Habe schönen Brief von Xi bekommen"

US-Präsident Donald Trump, Chinas Präsident Xi Jinping (Archiv): Einigung in dieser Woche immer noch möglich

Der Handelsstreit zwischen USA und China strapaziert die Nerven der Anleger und hat die Börsen am Donnerstag erneut abwärts geschickt. Kurz vor Inkrafttreten neuer US-Strafzölle geht China nun jedoch einen Schritt auf die USA zu. Donald Trump, der mit der Ankündigung neuer Zölle den Druck auf China zuletzt erhöht hatte, hält trotz der Drohungen der vergangenen Tage eine Einigung in letzter Sekunde noch immer für möglich.

Hintergrund: Der chinesische Präsident Xi Jinping hat im Handelsstreit mit den USA Kontakt zu US-Präsident Donald Trump aufgenommen. Er habe einen "wunderschönen Brief" von Xi erhalten, sagte Trump am Donnerstag in Washington. Eine Einigung noch in dieser Woche sei immer noch möglich. Er werde voraussichtlich mit Xi telefonieren. Xi habe ihn zur Zusammenarbeit aufgefordert, sagte Trump.

Neue Gesprächsrunde beginnt am Abend

Am Abend soll eine neue Gesprächsrunde zwischen den Handelsdelegationen beider Länder in Washington beginnen. Die nach Medienberichten rund 100 Personen umfassende chinesische Delegation wird von Vize-Premier Liu He geleitet. "Ich denke, es wird ein sehr starker Tag", sagte Trump. Trump sieht sich als Dealmaker, der "The Art of the Deal" beherrscht und versucht, mit einer Politik der Stärke in der Schlussphase der Verhandlungen zum Erfolg zu kommen. Nicht nur China ist an einem Ende des Handelsstreits interessiert, auch Trump kann einen Erfolg der Verhandlungen im Ringen um eine neuen Handelsvereinbarung zwischen USA und China im kommenden US-Wahlkampf gut gebrauchen.

Trump hatte zuvor im Streit mit China die Sonderzölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar erhöht. Ab Freitag gelten Sonderzölle von 25 Prozent statt bisher zehn Prozent. Die Entscheidung wurde vom US-Handelsbeauftragten am Donnerstag offiziell im Bundesregister (Federal Register) veröffentlicht.

la/dpa/reuters

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