Attackierter Leasingkonzern Grenke verschiebt Jahresbilanz

Die Aktien des Leasingkonzerns Grenke haben sich noch nicht vollständig von der Attacke eines Leerverkäufers im vergangenen Jahr erholt. Jetzt verschiebt das Unternehmen seine Jahresbilanz - Anleger finden es gut.
Zentrale in Baden-Baden: Der Grenke-Konzern wartet noch auf ein Wirtschaftsprüfertestat für seine Jahresbilanz

Zentrale in Baden-Baden: Der Grenke-Konzern wartet noch auf ein Wirtschaftsprüfertestat für seine Jahresbilanz

Foto: Uli Deck / dpa

Der mit Bilanzmanipulationsvorwüfen konfrontierte Leasingkonzern Grenke verschiebt die Veröffentlichung der Jahresbilanz um drei Wochen. Für den 17. Mai erwartet Grenke ein Testat der Jahresergebnisse durch die Wirtschaftsprüfer von KPMG, der Geschäftsbericht soll dann am 21. Mai veröffentlicht werden, wie das Unternehmen aus Baden-Baden am Montag mitteilte. Damit reißt Grenke eine Frist der Frankfurter Wertpapierbörse und ein Sanktionsverfahren könnte die Folge sein. Bereits am kommenden Freitag präsentiert der Vorstand die vorläufigen Zahlen des vergangenen Geschäftsjahrs.

Der britische Investor Fraser Perring hatte im Herbst 2020 eine Attacke auf Grenke gestartet und dem Konzern unter anderem Bilanzmanipulation vorgeworfen. Durch eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin sah sich Grenke vom Vorwurf der Geldwäsche entlastet, die beauftragte Wirtschaftsprüfungsfirma Mazars hatte aber Mängel bei den Vorkehrungen gegen Geldwäsche festgestellt.

An der Börse sorgte die Aussicht auf ein Testat für Erleichterung. Die Aktien legten um 5,8 Prozent auf 35 Euro zu und waren einer der größten Gewinner im Kleinwerteindex SDax. Damit sind sie aber immer noch weit von dem Niveau entfernt, bevor Perring seine Vorwürfe veröffentlichte - im Sommer 2020 kosteten die Titel noch mehr als doppelt so viel. Fraser Perring ist ein sogenannter Leerverkäufer, das heißt, er wettet auf einen Kursverfall der Aktien und verdient damit Geld.

Die Frankfurter Wertpapierbörse verlangt von Unternehmen die Veröffentlichung des testierten Jahresabschlusses bis zum 30. April. Wird diese Frist gerissen, prüft die Börse die Einleitung eines Sanktionsverfahrens. Aus dem SDax würde Grenke aber erst rausfallen, wenn die testierten Bilanzzahlen noch später bekannt gegeben werden. Die Deutsche Börse gewährt nach Ablauf der Frist eine sogenannte Warnfrist von vier weiteren Wochen. Sollte dieser Zeitpunkt dann nicht eingehalten werden, wird die Firma innerhalb von zwei vollen Handelstagen aus dem Index genommen, wie ein Sprecher erläuterte.

cr/Reuters
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