Samstag, 21. September 2019

Kursrally der Krisenwährung Goldpreis auf Rekordhoch - in Euro

Goldbarren: Mit knapp 1400 Euro je Feinunze erreichte der Goldpreis - in Euro gerechnet - ein Rekordhoch
Armin Weigel/ DPA
Goldbarren: Mit knapp 1400 Euro je Feinunze erreichte der Goldpreis - in Euro gerechnet - ein Rekordhoch

Der Goldpreis hat am Montag wegen der jüngsten Zuspitzung im Handelskonflikt zwischen den USA und China in US-Dollar einen Höchststand seit 2013 erreicht. In der vergangenen Nacht wurde eine Feinunze (31,1 Gramm) zeitweise für 1555,07 US-Dollar gehandelt. Damit war das Edelmetall so wertvoll wie seit April 2013 nicht mehr.

In Euro gerechnet erreichte der Goldpreis sogar ein neues Rekordhoch bei 1393,68 Euro je Feinunze. In den vergangenen Handelstagen hatte immer wieder die Sorge vor einer Eskalation des Handelskonflikts den Goldpreis angetrieben. Doch es gibt noch weitere Gründe für den Preisanstieg.

Bis zum Vormittag musste der Goldpreis aber wieder einen Teil der frühen Gewinne abgeben und wurde zuletzt bei 1533 Dollar gehandelt. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump am Rande des G7-Gipfels überraschend eine Verhandlungslösung ins Spiel gebracht. "China will einen Deal machen", sagte Trump im französischen Biarritz und sprach weiter von einem Telefongespräche zwischen Vertretern der US-Regierung und der Regierung in Peking, das laut Trump am Sonntag stattgefunden habe.

Die USA würden das Angebot der Chinesen annehmen und zu den Verhandlungen zurückkehren, so Trump.

Am Freitag hatte sich der Handelskonflikt noch gefährlich zugespitzt. Nachdem von Chinas Regierung neue Strafzölle auf US-Einfuhren ankündigte worden waren, holte US-Präsident Donald Trump sofort zum Gegenschlag aus und kündigte ebenfalls höhere US-Strafzölle auf chinesische Waren an.

Goldpreis-Rally: Die Gründe für den Preisanstieg

Offenbar versucht auch China, die Wogen wieder etwas zu glätten. "Wir sind gewillt, die Probleme durch Beratungen und Kooperationen mit einer ruhigen Haltung zu lösen", sagte Liu He, chinesischer Vizepremierminister und in der Regierung für die Verhandlungen mit den USA zuständig, am Montag nach Angaben des Wirtschaftsmagazins "Caixin".

"Gold profitiert dabei nicht nur von der Eskalation des Handelsstreits selbst, sondern auch von den damit einhergehenden schwachen Aktienmärkten und fallenden Anleiherenditen", heißt es in einem Marktkommentar der Commerzbank. "Es wird seinem Status als sicherer Hafen eindrucksvoll gerecht. Zum Preisanstieg von Gold dürfte zudem beigetragen haben, dass US-Präsident Trump wiederholt den Fed-Vorsitzenden Powell beschimpft hat. Dass Trump Powell "nicht davon abhalten würde", wenn er zurücktreten wollte, war dabei noch das Harmloseste. Er bezeichnete ihn aber auch als "Feind", genauso wie den chinesischen Präsidenten Xi."

Im Fahrwasser von Gold wird Silber mit nach oben gezogen: Es ist auf 17,8 USD je Feinunze gestiegen, ein 2-Jahreshoch.

la/dpa-afx

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