US-Raketenangriff lässt Goldpreis springen Trump, Kim und die Fed - 3 Gründe, jetzt Gold zu kaufen

Der US-Raketenangriff in Syrien lässt den Goldpreis steigen. Einiges spricht dafür, dass das Edelmetall diese Tendenz vorerst beibehalten wird. 
Goldene Aussichten: Einiges spricht dafür, dass der Goldpreis steigen wird

Goldene Aussichten: Einiges spricht dafür, dass der Goldpreis steigen wird

Foto: Piyal Adhikary/ picture alliance / dpa

Goldbesitzer mussten in den vergangenen Jahren miterleben, wie der Preis des Edelmetalls regelrecht Achterbahn fuhr: Auf den Rekord im August 2011 jenseits von 1900 Dollar je Unze folgte eine lange Talfahrt, dann wieder ein Anstieg im Jahr 2016, gefolgt vom erneuten Absturz nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten und schließlich der Erholung seit Anfang dieses Jahres.

Inzwischen notiert Gold auf einem Niveau von knapp 1270 Dollar je Unze - und alle Welt fragt sich wie so oft: Wie geht es weiter?

Von den Käufen und Verkäufen von Seiten der Zentralbanken über die Nachfrage in wichtigen Ländern wie China oder Indien oder die Situation bei den Goldproduzenten bis hin zu den schwer durchschaubaren Aktivitäten großer Banken und anderer Finanzakteure - die Zahl an Kräften, denen der Goldpreis stets ausgesetzt ist, ist groß. Mit Blick auf die aktuelle Situation an den Finanzmärkten drängen sich aber vor allem drei Faktoren auf, die den Preis des Edelmetalls in nächster Zeit beeinflussen dürften - und alle drei sprechen eher für einen Anstieg des Goldpreises:

1. Der Konflikt in Syrien

Nachdem die USA in der Nacht zu Freitag Raketen auf einen Luftwaffenstützpunkt des Assad-Regimes in Syrien abgefeuert hatten, sprang der Goldpreis spontan in die Höhe. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) legte binnen kurzer Zeit in der Spitze um 1,5 Prozent zu. Bei rund 1269 US-Dollar je Unze notiert Gold nun auf dem höchsten Stand seit November vergangenen Jahres.

Es zeigt sich: Gold dient Investoren noch immer als sicherer Hafen in unruhigen Zeiten. Und durch den Militärschlag, den US-Präsident Trump persönlich angeordnet hatte, ist die sogenannte geopolitische Lage in der Welt sicher nicht stabiler geworden. Im Gegenteil: Der Eingriff markiert nicht nur eine Wende in Trumps persönlicher Haltung zum Vorgehen in Syrien, sondern auch im Verhalten der USA dort insgesamt.

Die Frage ist nun, wie sich die anderen Konfliktparteien in der Region - sprich: neben Syrien vor allem Russland - in Reaktion darauf verhalten werden. Bereits unmittelbar nach der Attacke erfolgte eine scharfe Verurteilung von Seiten des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Das wiederum heißt aus Sicht von Investoren: Die Zeichen stehen eher auf Eskalation und zunehmende Verunsicherung als auf Entspannung. Das ist zwar schlecht für den Weltfrieden - aber vermutlich gut für Gold.

Der wichtigste Einflussfaktor für den Goldpreis ist ...

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2. Die Provokationen aus Nordkorea

Zu einem geopolitischen Brennpunkt könnte zunehmend auch Nordkorea werden. Der dortige Machthaber Kim Jong-un hat die USA zuletzt wiederholt mit Raketentests provoziert, und auch in diesem Fall steigt die Ungewissheit darüber, wie sich der Konflikt weiter entwickeln wird.

Äußerungen von Seiten Trumps, die Sache notfalls auch ohne Beteiligung anderer Staaten wie beispielsweise Chinas lösen zu wollen, sorgten bereits für Aufsehen. Trump gilt als impulsiv und schwer berechenbar, eine Kurzschlusshandlung in Richtung Nordkoreas scheint also zumindest nicht ausgeschlossen. Auf die jüngsten Aktivitäten Nordkoreas jedenfalls reagierte der Goldpreis bereits mit Gewinnen.

3. Der negative Realzins

Viele Fachleute bezeichnen dies als den wichtigsten Einflussfaktor für den Goldpreis: Da das Edelmetall selbst als Geldanlage keine Zinsen abwirft, ist die Frage, wie hoch die Zinsen sind, die Investoren anderswo bekommen können, entscheidend für seine Attraktivität. Und wichtig: Dabei kommt es nicht auf die nominalen Zinssätze an, die Banken in ihre Werbeanzeigen drucken. Es geht vielmehr um das reale Zinsniveau, das sich errechnen lässt, indem von den Nominalzinsen die Inflationsrate abgezogen wird.

Schlecht für Sparer, aber gut für Gold: Sowohl hierzulande als auch in den USA, wo besonders großer Einfluss auf den Goldpreis genommen wird, befindet sich der reale Zins weitgehend im negativen Bereich. So beträgt die Inflationsrate in Deutschland und der Euro-Zone derzeit etwa 1,5 bis 1,6 Prozent. Ein Blick auf den Zins-Index der Finanzplattform FMH beispielsweise zeigt jedoch: Weder Tagesgeld- noch Festgeldzinsen kommen gegenwärtig auch nur annähernd an dieses Niveau heran.

Während beispielsweise der Tagesgeld-Index von FMH, dem die Konditionen von 35 Banken zugrunde liegen, je nach Anlagesumme zurzeit bei mickrigen 0,14 bis 0,16 Prozent notiert, bringt es der Festgeld-Index bei einer Laufzeit von beispielsweise zwölf Monaten auf lediglich 0,22 Prozent.

Es ist leicht erkennbar: Wer die Geldentwertung davon abzieht, landet tief im roten Bereich. Und andere festverzinsliche Anlagen führen kaum zu besseren Resultaten.

Ähnlich sind die Relationen zudem in den USA: Dort sind bei Banken US-Medien zufolge kaum mehr als 1,4 Prozent Zinsen zu bekommen. Auch US-Staats- oder Unternehmensanleihen bringen nur wenig mehr. Die Inflation dagegen ist angesichts der gut laufenden Konjunktur in den Vereinigten Staaten bereits deutlich über das Ziel von 2 Prozent hinausgeschossen, an dem sich die dortige Notenbank Fed unter anderem orientieren soll.

Das heißt: Negative Realzinsen hüben wie drüben - und daran dürfte sich in nächster Zeit auch kaum etwas ändern. In Europa ist angesichts der Haltung der EZB vorläufig kaum mit steigenden Zinsen zu rechnen. Und auch in den USA gibt sich die Fed trotz robuster Konjunktur, steigender Inflation und immerhin dreier bereits erfolgter Zinsschritte nach oben derzeit zurückhaltend.

Erst in dieser Woche zeigte das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung, dass es die US-Notenbanker mit der nächsten Zinserhöhung keineswegs eilig haben. Der Goldpreis tat daraufhin spontan einen kleinen Freudensprung in die Höhe.

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