Öl, Gold und Co auf Höhenflug Diese Rohstoffe bringen Anlegern jetzt Geld

Mit einigen Rohstoffen konnten Investoren in den letzten Monaten dicke Renditen erzielen. Doch Vorsicht: Die Risiken in dem Geschäft sind nicht zu unterschätzen.
Goldbarren: Das Edelmetall stieg zuletzt auf ein Zehn-Monats-Hoch - auch andere Rohstoffe performen derzeit gut.

Goldbarren: Das Edelmetall stieg zuletzt auf ein Zehn-Monats-Hoch - auch andere Rohstoffe performen derzeit gut.

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Performance von Liebhaber-Investments: Kunst schlägt Autos, Wein, Uhren, Aktien und Gold

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Nach einem turbulenten vergangenen Jahr lässt sich 2019 für Geldanleger an den Finanzmärkten bislang recht ordentlich an: Die Börsenkurse entwickeln sich zum Großteil erfreulich. Der deutsche Leitindex Dax  etwa liegt seit Anfang Januar mit beinahe 10 Prozent im Plus, an der Wall Street haben der breite S&P 500 sowie der Tech-Index Nasdaq 100 sogar noch stärker zugelegt.

Diese Kursgewinne sind beträchtlich - im Vergleich zu der Performance, die einige Rohstoffe seit dem 1. Januar (und zum Teil schon deutlich länger) hingelegt haben, wirken sie aber schon beinahe bescheiden.

Der Star am Rohstoffmarkt ist in diesem Jahr bislang das Rohöl. Der Ölpreis der amerikanischen Sorte WTI beispielsweise ist allein seit Anfang Januar um etwa 25 Prozent gestiegen.

Danach hatte es vor allem in der zweiten Hälfte des Vorjahres kaum ausgesehen, als die weltpolitische Großwetterlage die Ölpreise auf Talfahrt schickte. Hintergrund waren seinerzeit vor allem die Sanktionen der USA gegen das Förderland Iran, auf die die Opec und andere Produzenten mit einer Ausweitung ihrer Angebotsmenge reagiert hatten. Nachdem die Vereinigten Staaten dann Ausnahmen von den Iran-Sanktionen gewährten, entstand auf dem Weltmarkt ein Öl-Überangebot, welches den Preis massiv ins Rutschen brachte.

Inzwischen hat sich das Bild jedoch gewandelt, was vor allem daran liegt, dass Saudi-Arabien als eines der wichtigsten Opec-Mitglieder seine Förderung wieder eingeschränkt hat. Zudem wirken die Scheichs darauf ein, dass auch andere Anbieter weniger Öl auf den Markt werfen. Die Commerzbank etwa schreibt in einem Marktbericht, der saudi-arabische Energieminister Khalid al-Falih habe mit allen Opec-Ländern sowie assoziierten Staaten gesprochen und entsprechende Zusicherungen für Kürzungen erhalten. Al-Falih zufolge könnte das Ziel eines ausgeglichenen Marktes bis April erreicht sein. Mindestens solange könnte also noch mit steigenden Preisen zu rechnen sein.

Einen ersten Erfolg zeigte diese Initiative bereits in dieser Woche, als auch Nigeria ankündigte, seine Öl-Produktion künftig einzuschränken. Die Ölpreise erhielten dadurch erneut einen merklichen Schub.

Nicht ganz so rasant wie beim Öl geht es mit dem Goldpreis aufwärts. Im laufenden Jahr hat der Preis des Edelmetalls bereits um knapp 5 Prozent zugelegt. Begonnen hat der Aufschwung allerdings bereits Mitte des vergangenen Jahres, als es an den Aktienbörsen anfing, besonders ruppig zu werden. Gold als vermeintlich "sicherer Hafen" für Anlegergelder war da plötzlich wieder sehr gefragt.

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Wie beim Öl, wo weitere Produktionskürzungen zu erwarten sind, gibt es auch beim Gold einiges, das für einen weiteren Preisanstieg spricht: Der Handelskrieg zwischen den USA und China sowie der Europäischen Union sorgt bislang noch für anhaltende Unsicherheit auf den Finanzmärkten. Die weltweite Konjunktur zeigt Anzeichen von Schwäche, was wiederum tendenziell niedrige Zinsen erwarten lässt und Gold daher ebenfalls Unterstützung geben sollte.

Zudem befinden sich Zentralbanken vor allem in Schwellenländern, die ihre Abhängigkeit vom US-Dollar reduzieren wollen, am Goldmarkt auf der Käuferseite. Die Notenbank Chinas etwa stockte zuletzt ihre Bestände auf, ebenso jene in Russland sowie in Kasachstan. Der Internationale Währungsfonds melde darüber hinaus Goldkäufe von weiteren Zentralbanken im Dezember, notierte jüngst die Commerzbank.

Und dann ist da noch ein heimlicher Star am Rohstoffmarkt: Die Rede ist von Palladium, einem Nischenprodukt, das meist beim Abbau anderer Bodenschätze mit gefördert wird und das zum weitaus größten Teil in der Autoindustrie, beim Bau von Katalysatoren, zum Einsatz kommt. Das Angebot an diesem Edelmetall ist bereits jetzt knapp, und Investoren erwarten offenbar, dass es in Zukunft wegen immer strengerer Emissionsgrenzen (und damit immer größerem Bedarf an Katalysatoren in Automotoren) noch knapper werden wird.

Die Folge ist eine Preisrallye, die bereits seit Jahren läuft und die Palladium in diesen Tagen einen Rekordpreis nach dem anderen beschert. Erstmals überhaupt notierte das Metall kürzlich bei mehr als 1500 Dollar je Unze, womit es längst deutlich teurer als beispielsweise Gold oder Silber ist. Viele Fachleute glauben, dass auch in diesem Markt der Höhepunkt noch nicht erreicht ist.

Wer nun meint, Investoren könnten am Rohstoffmarkt derzeit beinahe blind zugreifen, täuscht sich allerdings. Denn es gibt durchaus auch Verlierer im aktuellen Marktgeschehen. Bestes Beispiel sind Lithium und Kobalt, zwei Metalle, die für den Bau von Akkus für Elektroautos und Smartphones gebraucht werden. Vor wenigen Jahren noch trieben Investoren die Preise dieser Materialien stark nach oben, in der Erwartung einer entsprechenden Marktentwicklung etwa beim Thema Elektromobilität.

Doch nun kommt die Ernüchterung. Der Kobalt-Preis etwa fiel allein seit Anfang 2019 um 30 Prozent, wie auch das "Wall Street Journal " berichtet. Mit Lithium geht es seit Monaten ebenfalls abwärts.

Eine Seltenheit ist das keineswegs, starke Preisschwankungen sind insbesondere im Rohstoffgeschäft vielmehr an der Tagesordnung, und die Gründe dafür sind auf Anhieb oft nicht leicht zu erkennen. Dabei geht es mit den Preisen naturgemäß nicht nur nach oben, sondern eben auch nach unten. Investoren, die gegenwärtig bei Öl, Gold, Palladium und Co auf Renditejagd gehen, sollte das womöglich eine Mahnung sein.