Donnerstag, 22. August 2019

Gewinneinbruch im zweiten Quartal Dax-Konzerne verdienen deutlich weniger

BASF: Der Gewinn des Dax-Konzerns ist im zweiten Quartal um 71 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Im Schnitt sanken die Gewinne im Dax 30 in diesem Zeitraum um 30 Prozent.

Die Zeiten für Deutschlands Börsenschwergewichte sind härter geworden. Im zweiten Quartal brach der operative Gewinn (Ebit) der 30 Dax-Konzerne im Mittel um 30 Prozent auf insgesamt 25,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein, wie aus einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervorgeht. Der Gesamtumsatz - ohne Banken - stieg dagegen um 4,5 Prozent auf knapp 354 Milliarden Euro.

"Wir sehen gerade bei den Industrieunternehmen eine zunehmende Eintrübung: Die Auftragseingänge sinken, der Preiskampf wird härter, die Gewinne schrumpfen", sagte EY-Geschäftsführer Hubert Barth. Insbesondere die weltweite Konjunkturschwäche sowie die brodelnden Handelskonflikte belasteten die Geschäfte der größten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes, hieß es in der Studie.

11 Konzerne konnten Gewinn steigern - Merck und Munich Re vorn

Nur 11 Konzerne konnten der Studie zufolge höhere Gewinne als im Vorjahreszeitraum verzeichnen. Der Pharmakonzern Merck KGaA Börsen-Chart zeigen verzeichnete mit einem Plus von 58 Prozent die kräftigste Steigerung des Ebit, während der Rückversicherer Munich RE Börsen-Chart zeigen den Gewinn vor Steuern und Abschreibungen um 57 Prozent steigern konnte. Es folgen Wirecard Börsen-Chart zeigen (39 Prozent), Volkswagen (30 Prozent) Deutsche Börse (21 Prozent), RWE (18 Prozent) und Adidas (9 Prozent). Dagegen mussten Industriekonzerne wie BASF Börsen-Chart zeigen und Covestro Börsen-Chart zeigen Gewinneinbußen von jeweils rund 70 Prozent verkraften.

Beschäftigtenzahl steigt weiter - aber "von Krise in Industrie nicht weit entfernt"

Die Folgen der schwächelnden Autokonjunktur machten sich bereits in angrenzenden Branchen wie dem Maschinenbau und der chemischen Industrie bemerkbar, ergänzte Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung. "Wir haben derzeit noch keine echte Krise. Aber zumindest in der Industrie sind wir nicht mehr weit davon entfernt."

Angesichts dessen beobachte er vermehrt Sparprogramme der Firmen. "Zahlreiche Dax-Konzerne haben umfassende Kostensenkungsmaßnahmen angekündigt, die meist auch mit dem Abbau von Stellen verbunden sind."

Die Beschäftigtenzahl der Dax-Konzerne stieg zwar noch um 60 000 Mitarbeiter auf 3,85 Millionen Ende Juni. Doch die Dynamik verlor an Tempo: Im Vorjahreszeitraum hatten die Unternehmen noch 100.000 Stellen geschaffen.

la/dpa/mmo

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