Montag, 19. August 2019

Starinvestor liegt falsch George Soros verliert seit Trumps Wahlsieg eine Milliarde

Falsche Markteinschätzung: Milliardär Soros hatte fallende Aktienkurse erwartet - doch sie stiegen

Spätestens seit seiner historischen Wette gegen das britische Pfund im Jahr 1992, die ihm rund eine Milliarde Dollar einbrachte, ist George Soros eine Investment-Legende, und inzwischen ist der gebürtige Ungar längst Multimilliardär.

Mit seiner jüngsten Markteinschätzung lag Soros jedoch gründlich daneben: Im vergangenen Jahr war er aus dem Ruhestand zurückgekehrt ins operative Geschäft seines Investmenthauses Soros Fund Management. Der Grund: Der 86-jährige sah pessimistisch in die Zukunft und erwartete düstere Zeiten für die US-Wirtschaft. Entsprechend positionierte er einen Teil der viele Milliarden Dollar schweren Anlagen von Soros Fund Management.

Unmittelbar nach dem Wahlsieg Donald Trumps im November sah sich Soros sogar noch in seiner Erwartung fallender Aktienkurse bestätigt, berichtet das "Wall Street Journal" - doch er täuschte sich.

Wie heute bekannt ist, setzte vor allem der US-Aktienmarkt unmittelbar nach Trumps Triumph zu einer rasanten Rallye an. Der Standardindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen etwa hat seither mehr als 9 Prozent hinzugewonnen und steht kurz davor, erstmals die Marke von 20.000 Punkten zu überwinden. Grund ist die Zuversicht der Investoren, unter Präsident Trump werde das US-Wachstum anziehen und die Gewinne steigen.

Soros' Ex-Mitarbeiter schneidet besser ab

Soros jedoch wurde durch den Marktaufschwung auf dem falschen Fuß erwischt. Und das offenbar auf finanziell überaus schmerzhafte Weise: Wie jetzt das "Wall Street Journal" mit Verweis auf informierte Personen schreibt, hat der Hedgefonds-Lenker seit der Wahl Trumps zum US-Präsidenten rund eine Milliarde Dollar am Aktienmarkt verloren. Aus Angst vor weiteren Verlusten, so heißt es in dem Bericht, habe Soros schon Ende vergangenen Jahres viele seiner Wetten auf fallende Kurse aufgelöst - und die Verluste damit realisiert.

Das breitere Portfolio von Soros Fund Management dagegen war offenbar besser aufgestellt. Laut "Wall Street Journal" haben sich die langfristigen Investments des Hauses beispielsweise in Finanz- sowie Industriewerten sowohl vor als auch nach Trumps Wahl positiv entwickelt. So sei es für Soros Fund Management möglich, für das Gesamtjahr 2016 unterm Strich ein Plus von 5 Prozent zu verzeichnen, schreibt die Zeitung.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Zusätzlich unangenehm dürfte Investmentlegende Soros indes sein teures Malheur sein, weil gleichzeitig sein früherer zweiter Mann deutlich besser abgeschnitten hat. Wie ebenfalls das "Wall Street Journal" schreibt, sah Stanley Druckenmiller den jüngsten Marktaufschwung korrekt voraus und konnte daher erkleckliche Gewinne einstreichen. Druckenmiller verließ Soros' Firma bereits im Jahr 2000 - zuvor hatte er seinem Chef noch geholfen, sich seinen berühmten Beinamen zu verdienen: als "Mann, der die Bank von England geknackt hat".

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