Streitbarer US-Investor Nelson Peltz Der Mann hinter dem Beben beim Siemens-Rivalen GE

Unbequemer Investor: Nelson Peltz, Chef von Trian Partners, übt Druck auf das GE-Management aus

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Gleich mehrere altgediente Vorstände verlassen das Unternehmen, der Aktienkurs befindet sich seit Jahren auf Talfahrt und hat allein in den vergangenen zehn Monaten schon um 27 Prozent nachgegeben: Der US-amerikanische Siemens-Konkurrent General Electric (GE) , mit einem Jahresumsatz von zuletzt mehr als 110 Milliarden Dollar und einer Börsenkapitalisierung von aktuell gut 200 Milliarden Dollar einer der größten Mischkonzerne der Welt, erlebt gerade schwierige Zeiten. Einer der Gründe dafür dürfte ein Investor sein, der sich bereits 2015 in das Unternehmen einkaufte: Der aktivistische US-Hedgefonds Trian Partners, dessen Chef Nelson Peltz zu den prominenteren Köpfen seines Metiers zählt.

Trian erwarb 2015 GE-Aktien im Wert von etwa 2,5 Milliarden Dollar, was einem Anteil von knapp einem Prozent entspricht. Fondschef Peltz zählt zwar laut "Financial Times " (€) nicht zu den konfrontativsten Vertretern seiner Zunft. Bei General Electric machte er aber von Beginn an Druck: Nach branchenüblichem Muster forderte er Kostenkürzungen sowie höhere Gewinne, womit er unter den mehrheitlich unzufriedenen GE-Aktionären einen Nerv getroffen haben dürfte.

Erfolg für Peltz: Einer seiner Leute sitzt künftig im GE-Verwaltungsrat

Hintergrund: Die GE-Aktie erreichte ein Kurshoch bei knapp 60 Dollar um die Jahrtausendwende. Seither ging es - auch unter dem Eindruck der zwischenzeitlichen Weltwirtschaftskrise - in Etappen abwärts, mit dem jüngsten Kursrutsch in den vergangenen zehn Monaten. Inzwischen notiert das Papier bei nur noch weniger als 24 Dollar.

Insgesamt verlor die Aktie von GE während der gerade beendeten 16jährigen Amtszeit von Jeffrey Immelt an der Spitze des Konzerns rund 36 Prozent. Zum Vergleich: Der US-Index S&P 500 legte im gleichen Zeitraum um mehr als 100 Prozent zu. Vor dem Hintergrund verwundert es nicht, dass Immelt vor wenigen Monaten ausgetauscht wurde: GE-CEO ist nun John Flannery, der zuvor das Medizintechnikgeschäft des Konzerns geleitet hatte.

Damit nicht genug: Auch Finanzvorstand Jeff Bornstein sowie einige weitere Führungskräfte verlassen in diesen Tagen das Unternehmen. Inwieweit der Druck des Finanzinvestors Trian, der laut "New York Times " auf Investorengeldern im Volumen von etwa 14 Milliarden Dollar sitzt, zu dieser Rochade an der Konzernspitze beigetragen hat, ist unklar. Über einen Erfolg jedoch kann sich Trian-Chef Peltz in jedem Fall freuen: Mit Trian-CIO und Mitgründer Ed Garden wurde jüngst einer seiner Männer in den Verwaltungsrat von GE gewählt. So kann der unzufriedene Investor künftig noch besser als bisher Einfluss auf die Unternehmensführung nehmen, um seine Ziele durchzusetzen.

Peltz vs P&G - die bisher größte Schlacht eines Unternehmens gegen einen Investor

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Trian-Chef Peltz hat mit dem Sitz im Verwaltungsrat bei GE zumindest schon mal erreicht, was oft ein wichtiges Ziel aktivistischer Investoren ist, und was ihm anderswo zuvor mitunter bereits verwehrt blieb. Zu den Firmen, in die Trian seit der Gründung im Jahr 2005 bereits investiert hat, zählen namhafte US-Konzerne wie Heinz , Cadbury , Kraft Foods , DuPont oder PepsiCo . Schlagzeilen macht der 75jährige gebürtige New Yorker Peltz zudem seit Monaten mit der beinahe schon epischen Schlacht, die er sich mit dem Konsumgüterriesen Procter & Gamble (P&G)  liefert.

Trian enthüllte im Februar dieses Jahres, P&G-Aktien für etwa 3,5 Milliarden Dollar erworben zu haben. Seit dem Sommer versucht Peltz zudem, auch bei P&G einen Sitz im Verwaltungsrat zu ergattern. Seine Forderungen: Der Konzern soll unter anderem seine Strukturen verschlanken und stärker in innovative Aktivitäten investieren. "Ich glaube nicht, dass sie das Richtige für ihre Anteilseigner tun", sagte Peltz laut US-Sender CNBC . "Ich glaube nicht, dass sie eine Struktur haben, die zu dem Geschäft passt."

Im Kampf um die richtige Firmenstrategie versuchen beide Seiten nun seit Monaten, wichtige Anteilseigner auf ihre Seiten zu ziehen - und lassen sich das einiges Kosten. Laut CNBC haben P&G sowie Peltz zusammen bereits rund 60 Millionen Dollar in das Kräftemessen investiert, das dem US-Sender zufolge die größte Schlacht ist, die sich ein Unternehmen bislang mit einem aktivistischen Investor geliefert hat.

Zuletzt gab es einen Punktsieg für P&G: Dem Unternehmen zufolge fiel Peltz vor wenigen Tagen bei der Wahl zum P&G-Verwaltungsrat durch. Das muss jedoch nicht viel heißen. Der Trian-Chef hat bereits angekündigt, das Abstimmungsergebnis in Frage zu stellen und seinen Forderungen im Zweifel auch ohne den Sitz im Rat weiterhin Nachdruck zu verleihen.

Das dürften auch für die GE-Spitze keine guten Nachrichten sein: Trian-Chef Nelson Peltz stellt einmal mehr unter Beweis, dass er ein Investor ist, der seine Interessen überaus hartnäckig und mit langem Atem verfolgt.

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