Mittwoch, 13. November 2019

Industria Machine Automatiche Wie Sie am Verpacken von Teebeuteln mitverdienen

Maschinenbau: In Deutschland eine Schlüsselindustrie (Archiv: Siemens). Doch auch Italien hat mit der IMA interessante Unternehmen aus der Branche zu bieten
Sebastian Kahnert / DPA
Maschinenbau: In Deutschland eine Schlüsselindustrie (Archiv: Siemens). Doch auch Italien hat mit der IMA interessante Unternehmen aus der Branche zu bieten

Viele Leser werden dieses Unternehmen nicht kennen. Doch wenn sie das nächste mal einen Teebeutel aus einem Pappkästchen ziehen, könnten sie womöglich sich daran erinnern. Die Industria Machine Automatiche (IMA) ist ein großer Hersteller von Verpackungsmaschinen für Teebeutel, Medikamtenblister und viele ähnliche Verwendungen. Beim Verpacken von Teebeuteln ist das Unternehmen einer der 3 großen Player in Europa.

Das Unternehmen mit Sitz nahe von Bologna erzielt 2019 voraussichtlich einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro und einen Reingewinn von 149 Millionen Euro. Das Interessante an IMA ist seine kontinuierliche Ertragssteigerung von ungefähr 8 Prozent jährlich im Schnitt der vergangenen acht Jahre.

Zur Person
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    Georg Thilenius ist geschäftsführender Gesellschafter der bankunabhängigen Vermögensverwal-tungsgesellschaft Dr. Thilenius Management GmbH in Stuttgart. Das Unternehmen unterliegt der Kontrolle der BaFin.

Im Maschinenbau sehen wir hierzulande starke konjunkturelle Zyklen. Langanhaltenden Aufschwungjahren wie zwischen 2009 und 2017 folgen dann teils Jahre mit etwas schwächerer Entwicklung wie zur Zeit. Das jetzt schwächere Wirtschaftswachstum dürfte sich eher als eine Konjunkturdelle herausstellen, als den Beginn eines neuen Abschwungs markieren, wie wir ihn im Jahre 2008 und vorher in den Jahren 2001 und 1991 gesehen haben. Dies ist dann noch deutlicher an der Kursentwicklung der Aktien abzulesen, die meistens deutlich unter ihren Höchstständen von 2017/2018 notieren.

Lebensmittel- und Medikamentenindustrie sorgen für stetes Wachstum

Nicht so bei IMA: Das Unternehmen beliefert hauptsächlich die Lebensmittel- und Medikamentenindustrien, die ein langsames, dafür aber recht kontinuierliches Mengen- und Umsatzwachstum darstellen. Deren Endverbraucher sind die Konsumenten, die eine wesentlich weniger elastische Nachfrage haben als etwa die Autoindustrie als Abnehmer vieler uns näher bekannter Maschinenfabriken.

Dementsprechend zeigt der Aktienkurs von IMA langfristig eine anhaltend positive Aufwärtsentwicklung des Unternehmens an, wenn auch mit wesentlich weniger Höhen und Tiefen als bei anderen Maschinenbauern.

Die allgemeine Schwäche des Maschinenbaus ist aber auch an IMA nicht spurlos vorübergegangen. Deshalb notieren die Aktien jetzt bei einem Kursniveau von 62 Euro mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 auf einem historisch günstigen Niveau, das nach unserer Meinung eine langfristige Kaufgelegenheit darstellt. Das deutet auch für die Zukunft auf weiterhin gute und relativ wenig konjunkturanfällige Geschäfte hin. Die Dividendenrendite liegt bei beachtlichen 3,4 Prozent im Jahr.

Langfristige Investoren wollen auch immer gerne wissen, wem eigentlich das Unternehmen mehrheitlich gehört. Hier gibt es gute Nachrichten: Die Familie Vacchi besitzt 57 Prozent, der free float liegt demnach bei 43 Prozent. Marco Vacchi ist Ehrenvorsitzender, Alberto Vacchi ist Vorstandsvorsitzender. Wer sich als Privatanleger gerne im selben Boot sehen möchte wie eine führende Unternehmerfamilie und ebenso ein langfristiges Investment anstrebt, ist nach unserer Meinung trotz gelegentlicher Schwankungen bei IMA gut aufgehoben.

Der Autor ist geschäftsführender Gesellschafter der bankunabhängigen Vermögensverwaltung Dr. Thilenius GmbH in Stuttgart. Das Unternehmen unterliegt der Bafin

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