Halbjahresbilanz Die besten Investments 2018 - bislang

Halbjahres-Zwischenbilanz: Die beste Performance lieferte 2018 bislang ein Nischen-Investment - und das hat auch noch eine unangenehme Nebenwirkung.
Händler an der Rohstoffbörse in Chicago: Die Rohstoffpreise stellten 2018 andere Assetklassen bislang in den Schatten.

Händler an der Rohstoffbörse in Chicago: Die Rohstoffpreise stellten 2018 andere Assetklassen bislang in den Schatten.

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Halbjahres-Bilanz am Aktienmarkt: Tech-Dominanz an der Börse - auch Deutsche unter den Stars

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Nachdem 2018 zur Hälfte vorüber ist, lohnt ein Blick auf die Finanzmärkte aus der Vogelperspektive: Welche Assetklasse läuft eigentlich bislang besonders gut?

So viel steht fest: Aktien sind es nicht. Vor allem unter dem Einfluss des Handelskonfliktes zwischen den USA und anderen Ländern bewegten sich die wichtigen Indizes in den USA und Europa in den ersten sechs Monaten des Jahres unter starken Schwankungen bestenfalls seitwärts. Besonders unerfreulich war die Performance der Börsen in den Schwellenländern, denen zusätzlich die Zinspolitik der US-Notenbank Fed sowie der stärkere Dollar zusetzt. Die Aktienkurse in China beispielsweise gaben 2018 bislang um 15 Prozent nach.

Einziger Lichtblick: Papiere aus dem Technologiesektor. In den USA etwa marschieren die großen Tech-Konzerne wie Amazon, Apple oder Microsoft auch an der Börse weiterhin vorneweg. Hierzulande legte die Top-Software-Aktie SAP im Dax im ersten Halbjahr um etwa 5 Prozent zu, womit das Papier zu den besten Performern in dem ansonsten schwachen Index gehörte. Weitere IT-Werte mit starker Wertentwicklung gab es in der zweiten Reihe, als da wären zum Beispiel: Scout24 und Rocket Internet (jeweils plus 32 Prozent) , Zalando (plus 8 Prozent) sowie nicht zu vergessen die Finanztechnologie-Firma Wirecard, die nach dem erneuten Kurssprung um mehr als 50 Prozent inzwischen womöglich sogar auf dem Weg aus dem TecDax direkt in den Dax ist.

Insgesamt jedoch steht der Aktienmarkt 2018 nicht an erster Stelle im Performance-Vergleich, ebenso wenig wie beispielsweise Immobilien, wo der Boom der vergangenen Jahre allmählich an Schwung verliert, oder das ein wenig ins Abseits zu geraten scheinende Gold. Trotz einiger geopolitischer Spannungen und internationaler Konflikte gab das Edelmetall, das von vielen nach wie vor als "sicherer Hafen" bezeichnet wird, in diesem Jahr bislang um etwa 4 Prozent im Preis nach.

Ein anderer Sektor dagegen, von dem das zuvor nicht unbedingt zu erwarten war, stellte den Rest des Kapitalmarktes in der ersten Hälfte des Jahres geradezu in den Schatten: Es handelt sich um Rohstoffe. Der Rohstoffindex S&P GSCI etwa, der 24 verschiedene Handelsgüter umfasst, vom Erdöl und anderen Energieträgern über verschiedene Metalle bis hin zu Baumwolle, Kakao und lebendigen Rindviechern, legte seit Anfang Januar um etwa 10 Prozent zu - da kann kaum ein anderer Anlagebereich mithalten.

Hintergrund der starken Preisentwicklung dürfte die vielerorts brummende Wirtschaft sein, die die Nachfrage nach Rohstoffen in den vergangenen Monaten angekurbelt hat. Besonders großes Gewicht im Index hat zudem wegen der universellen Bedeutung des Erdöls der Ölpreis - und der legte 2018 bisher auch besonders stark zu. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI beispielsweise wird gegenwärtig zu rund 73 US-Dollar gehandelt - das sind etwa 20 Prozent mehr als noch zu Beginn des Jahres.

Das doppelte Spiel der großen Player am Ölmarkt

Ein solcher Höhenflug des Ölpreises war Anfang 2018 nicht unbedingt abzusehen. Zwar hatte sich Öl von seinen Tiefstständen aus den Jahren 2016 und 2017, als ein Barrel zeitweise für 30 bis 40 Dollar zu haben war, wieder erholt. Auch eine Limitierung der Ölförderung, auf die sich das Förderkartell Opec sowie weitere Länder wie Russland Ende 2016 geeinigt hatten, sprach für einen tendenziell steigenden Preis. Gleichzeitig glaubten viele Beobachter jedoch an eine Faustregel, nach der ab einem Preis von 60 Dollar aufwärts die Förderung mittels Frackings, welche vor allem in den USA verbreitet ist, lukrativ wird, was einen weiteren Anstieg hätte bremsen sollen.

Diese Bremsung des Preisanstiegs blieb bislang jedoch aus. Stattdessen gibt es weitere Faktoren, die den Preis weiter nach oben treiben könnten. Saudi-Arabien etwa einigte sich zwar mit Opec-Partnern und anderen Förderländern angesichts der Verteuerung vor Kurzem auf eine leichte Ausweitung der täglichen Fördermenge. Tatsächlich dürfte das Land, das zu den größten und einflussreichsten Produzenten der Welt zählt, jedoch an einem höheren Ölpreis durchaus Interesse haben.

Einerseits muss das Land einen teuren Reformprozess finanzieren. Andererseits gilt es, den geplanten Börsengang der staatlichen Ölgesellschaft Saudi Aramco erfolgreich über die Bühne zu bringen. Auch dabei kann ein höherer Preis nur behilflich sein.

Ein weiterer Player, der Einfluss auf den Ölmarkt nimmt, befindet sich in den USA und heißt Donald Trump. Der US-Präsident wetterte zwar kürzlich per Twitter gegen den seiner Ansicht nach zu hohen Ölpreis und forderte die Opec-Staaten auf, den Preis zu senken ("REDUCE PRICING NOW!"). Tatsächlich jedoch gilt Trump als einer der Mitverantwortlichen für Preissteigerungen, denn er hat das Atomabkommen mit dem Iran gekündigt und Sanktionen gegen das Land wieder in Kraft gesetzt. Damit fehlt ein Teil der Ölförderung Irans auf dem Weltmarkt.

So sehen es beispielsweise auch die Rohstoffexperten der Commerzbank. Sollte es Trump gelingen, die gesamten Ölausfuhren des Iran zu stoppen, fehlen dem Markt täglich bis zu 2,5 Millionen Barrel, schrieben sie jüngst in einer Analyse. Die freien Kapazitäten der Opec reichten zwar gerade aus, um diese Ausfälle abzufedern, aber nicht bei zusätzlichen Störungen des Marktes. "Vielleicht sollte einer seiner Berater dem US-Präsidenten diesen Zusammenhang erklären", so die Commerzbank süffisant.

Ins gleiche Horn stößt der Iran selbst: Der iranische Opec-Gouverneur Hossein Kasempur Ardebili sagte erst in dieser Woche, Trump mache sich mit seiner Blockade der iranischen Öllieferungen zu "einer Geisel von Saudi-Arabien und Russland", die beide wenig Interesse an einer Senkung des Ölpreises hätten. Die Verantwortung für den hohen Ölpreis laste allein auf Trumps Schultern, sagte Kasempur - und kündigte an, dass der Preis noch auf mehr als 100 Dollar je Barrel steigen werde.

Wenngleich dies mehr Drohgebärde als seriöse Marktprognose sein dürfte, so zeigt es vermutlich doch die grundsätzliche Richtung der künftigen Ölpreisentwicklung an: vorerst weiter aufwärts.

Was heißt das für Geldanleger? Unter Investment-Gesichtspunkten dürften die meisten kaum vom steigenden Ölpreis profitieren, denn der Rohstoffsektor ist in den Depots privater Sparer wenn überhaupt, dann in der Regel wohl lediglich mit einem geringen Anteil vertreten. Stärker macht sich die Verteuerung des wichtigsten Rohstoffs dagegen beim Konsum bemerkbar: Die Inflationsrate ist nicht zuletzt wegen höherer Ölpreise inzwischen wieder auf 2 Prozent angestiegen. Und auch die Benzinpreise haben zuletzt - pünktlich zur Urlaubssaison - wieder angezogen.

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