Nach Anschlag in Orlando Sicherheitsfirma G4S gerät schwer unter Druck

Rettungskräfte am Tatort: Beim Anschlag von Orlando starben 50 Menschen, viele weitere wurden verletzt.

Rettungskräfte am Tatort: Beim Anschlag von Orlando starben 50 Menschen, viele weitere wurden verletzt.

Foto: GERARDO MORA/ AFP

Das Massaker in einem Nachtclub in Orlando, Florida, sorgt auch an der Börse für Bewegung: Die Aktien der britischen Sicherheitsfirma G4S gerieten am Montag am Aktienmarkt in London unter Druck und verloren mehr als 8 Prozent an Wert.

Der Börsenwert des eigenen Angaben zufolge größten Sicherheitsunternehmens der Welt sank damit schlagartig um mehr als 200 Millionen Pfund (etwa 250 Millionen Euro). Zuvor hatte G4S bestätigt, dass der Todesschütze von Florida Mitarbeiter des Unternehmens war.

G4S ist in mehr als 110 Ländern tätig und beschäftigt weltweit eigenen Angaben zufolge mehr als 623.000 Menschen.

An der Londoner Börse fiel der Aktienkurs von G4S am Montag auf bis zu 172,30 Pence, den niedrigsten Stand seit siebeneinhalb Jahren. Ein Analyst, der nicht namentlich zitiert werden wollte, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das Ereignis in Florida könne G4S nach einer Reihe schlechter Nachrichten weiteren Schaden zufügen.

G4S schon vorher unter Druck

G4S war zuletzt größer in die Schlagzeilen geraten, als es dem Unternehmen nicht gelang, 2012 ausreichend Sicherheitskräfte für die Olympischen Spiele in London bereitzustellen. Daraufhin musste die britische Armee einspringen, die 3500 Mann und einen Hubschrauberträger zur Verfügung stellte. 2011 scheiterte G4S mit der milliardenschweren Übernahme des dänischen Konkurrenten ISS A/S.

Bei dem bisherigen G4S-Mitarbeiter und Todesschützen von Orlando handelt es sich um Omar Mateen (29), einen in Florida lebenden Amerikaner. Er war in der Nacht zu Sonntag bewaffnet in einen Schwulen- und Lesbenclub gestürmt und hatte das Feuer eröffnet. Bei der Bluttat starben 50 Menschen, 53 wurden verletzt. Mateen wurde letztlich von Sicherheitskräften erschossen. Gemessen an der Zahl der Opfer ist es der schlimmste Anschlag eines Todesschützen in der Geschichte der USA.

Nach Angaben von G4S arbeitete Mateen seit 2007 bei dem Unternehmen. Bei seiner Einstellung sowie zuletzt 2013 seien "Screenings" bei ihm durchgeführt worden, so die Firma. Dabei wurde sein Hintergrund auf sicherheitsrelevante Merkmale gecheckt. Es sei jedoch nichts Auffälliges gefunden worden, teilte G4S am Sonntag mit. Auch das FBI hatte sich offensichtlich bereits vor der Tat mit Mateen befasst, ebenfalls ohne Ergebnis.

Für G4S arbeitete Mateen in einem gesicherten Seniorenheim in Florida. Nach Angaben des Unternehmens musste er im Dienst eine Waffe tragen.

(Anm. d. Red.: In dem Text hieß es zunächst, G4S sei auch in Deutschland aktiv. Das ist aber nicht der Fall und wurde deshalb korrigiert.)
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