Mittwoch, 18. September 2019

Analysten stufen ab Fielmann schockt Anleger mit Gewinnwarnung

Statt eines Gewinnzuwachses erwartet die Optiker-Kette Fielmann nun einen rückläufigen Jahresgewinn

Die Optikerkette Fielmann hat am Montag ihre Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr gekürzt und damit einen Kurssturz ausgelöst. Der Kurs der im MDax Börsen-Chart zeigen notierten Aktie brach in der Spitze um fast 10 Prozent ein. Am frühen Nachmittag betrug das Minus noch etwa 7 Prozent.

Damit knüpfte das Papier an seinen zuletzt enttäuschenden Lauf an - allein in der vergangenen Woche hatte die Aktie mehr als 7 Prozent an Wert eingebüßt.

Analyst Thomas Maul von der DZ Bank sprach von einer sehr enttäuschenden Gewinnwarnung, die angesichts der schlechten Nachrichten aus dem deutschen Einzelhandel und dem schwachen Abschneiden von Wettbewerbern im dritten Quartal wie etwa Grand Vision aber nicht gänzlich überraschend komme. Allerdings könnten nun einige Marktteilnehmer den Status der Fielmann-Aktie als sicherer Hafen anzweifeln, warnte er.

Fielmann hatte ursprünglich für 2016 angepeilt, den Vorjahreswert beim Gewinn vor Steuern leicht zu übertreffen. Nun musste das MDax-Unternehmen zurückrudern. Im laufenden Jahr wird jetzt mit einem leicht rückläufigen Ergebnis gerechnet. Bereits in den ersten drei Quartalen des Jahres war es bei Fielmann nicht richtig rund gelaufen und das Vorsteuerresultat hinkte dem 2015-Gewinn hinterher. Fielmann verwies am Montag auf den Ausbau des Ladennetzes und die Ausbildung von Mitarbeitern.

Analysten stuften schon im Vorfeld die Aktie runter

Dass das Wachstum der Optikerkette aber auch aus anderen Gründen ins Stocken gerät, das hatten einige Branchenkenner bereits vorhergesehen. So verwiesen mehrere Analysten unter anderem auf ungewöhnlich warme Temperaturen im September, die Kunden von Einkäufen abhielten.

Equinet-Experte Simon Heilmann etwa hatte deshalb bereits im Vorfeld der Zahlen seine Einschätzung geändert und Anlegern empfohlen, die Papiere zu verkaufen. Auch Analyst Peter Steiner vom Bankhaus Lampe nahm vor wenigen Tagen seine Kaufempfehlung für die Papiere zurück und sagte ein unterdurchschnittliches Umsatzplus für das abgelaufene Quartal vorher.

Ein richtig düsteres Bild wollten die Analysten am Montag aber nicht malen, denn ihrer Einschätzung nach sehen die weiteren Perspektiven für Fielmann durchaus nicht schlecht aus: So sieht etwa DZ-Experte Maul 2016 als "Übergangsjahr" an, das "kein Indikator für eine Verschlechterung der mittelfristigen Wachstumsaussichten sein sollte." Und auch Lampe-Analyst Peter Steiner hatte sich in einer jüngsten Analyse von den defensiven Qualitäten des Fielmann-Geschäftsmodells überzeugt gezeigt, das immer mal wieder Wachstumspausen erlebt habe.

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rei/dpa

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