Milliardendeal Agnellis verkaufen Schweizer Beteiligung

Mit dem Verkauf ihres Anteils am Schweizer Prüfkonzern SGS wird die Familie Agnelli um zwei Milliarden Euro reicher. Damit könnten die Fiat-Großaktionäre die Komplettübernahme von Chrysler unterstützen. Die SGS-Aktien übernehmen befreundete Milliardäre aus Belgien.

Turin - Die Fiat-Eigentümerfamilie Agnelli will sich für eine Milliardensumme von ihrer Beteiligung am Schweizer Warenprüfkonzern SGS trennen. Käufer des 15-prozentigen Anteils sei die belgische Beteiligungsgesellschaft Groupe Bruxelles Lambert (GBL), teilte die Holdinggesellschaft der Familie, Exor, am Montag mit. Der Kaufpreis summiere sich auf 2,5 Milliarden Schweizer Franken (zwei Milliarden Euro).

Exor wolle den Erlös in neue Anlageziele stecken, sagte Unternehmenschef John Elkann. Der Manager hatte vergangene Woche seine Unterstützung für die geplante Fusion von Fiat  und Chrysler zugesagt. Er hatte allerdings offen gelassen, ob Exor zusätzliches Geld in den Autobauer stecken will, um die beherrschende Stellung bei dem Konzern zu erhalten.

Die Agnellis waren seit dem Jahr 2000 an SGS  beteiligt und durchweg im Verwaltungsrat vertreten. In der Zwischenzeit hat die Schweizer Firma, nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Zertifizierung, Inspektion und Warentests, ihren Umsatz verdoppelt und ihren Börsenwert vervierfacht.

Fiat-Chef Sergio Marchionne werde als Verwaltungsratspräsident an Bord bleiben und zusammen mit der deutschen Bankiersfamilie von Finck ebenso wie den GBL-Eignerfamilien Desmarais und Frère - "die ich gut kenne" - die weitere Entwicklung von SGS unterstützen, erklärte Elkann. SGS sei ein "Musterbeispiel" für ein hervorragendes Unternehmen und Management, mit dem Exor verbunden sein möchte.

Die auf die inzwischen an ING verkaufte Banque Bruxelles Lambert zurückgehende Groupe Bruxelles Lambert  ist als Holding eine der führenden belgischen Aktiengesellschaften und zählt zu den Großaktionären mehrerer vor allem französischer Konzerne. Zeitweilig war die Gruppe, die vom reichsten Belgier Albert Frère kontrolliert wird, auch am deutschen Medienkonzern Bertelsmann beteiligt.

ak/dpa-afx
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