Mittwoch, 26. Juni 2019

Risiken im Börsenhoch Auf diese vier Zahlen müssen Börsianer jetzt achten

Aktienhändler in New York: Die Börse fiebert der US-Zinswende entgegen

An der Börse herrscht Hochstimmung - wäre da nicht die bevorstehende Zinserhöhung in den USA. Der Zinsschritt, den die Zentralbank Fed in dieser Woche erneut in Aussicht stellte, könnte die Kurse drücken. Dabei achtet die Fed vor allem auf vier Kennzahlen.

Die US-Notenbank Fed ist jetzt nicht mehr geduldig, aber ungeduldig ist sie auch nicht. Alles klar?

Auf kaum ein Ereignis warten die haussierenden Aktienmärkte derzeit so gespannt, wie auf die Erhöhung der Leitzinsen in den USA. Seit sechs Jahren hält die Fed den Zins nahe Null. Damit hat sie maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die US-Wirtschaft - schneller als die europäische - von der Weltwirtschaftskrise erholen konnte.

Nun kommt jedoch der Moment, in dem die US-Unternehmen aus eigener Kraft weiter wachsen sollen. Sprich: Es gilt, die freigiebige Geldpolitik zurückzufahren. Der Ausstieg aus dem Ankauf von Staatsanleihen - im Jargon QE oder Quantitative Easing - ist bereits im Gange. Schritt zwei ist die Anhebung der Zinsen.

Börsianer sehen dem Ereignis mit großer Nervosität entgegen. Schließlich gilt die Geldflut der Fed als einer der Gründe für die Hausse, die auch die US-Börsen in den vergangenen Jahren hingelegt haben.

Was dagegen passieren kann, wenn die Notenbank den Geldhahn zudreht, konnte 2013 in vielen Schwellenländern beobachtet werden: Schon entsprechende Ankündigungen des seinerzeitigen Fed-Chefs Ben Bernanke ließ Börsen und Währungen von Argentinien und Brasilien über die Türkei bis nach Indien einbrechen.

Kein Wunder also, dass sich Fed-Chefin Janet Yellen jedes Wort zum Thema Zinserhöhung zweimal überlegt. So kam es zu der eingangs erwähnten Kuriosität: Die Fed strich die Formulierung, sie sei "geduldig", aus ihren Texten. Damit war allgemein gerechnet worden, es ist ein Zeichen dafür, dass die Zinswende näher rückt.

Um jedoch die Erwartung auf einen allzu schnellen Zinsschritt gleich wieder zu dämpfen, schob Yellen rasch nach, "ungeduldig" sei die Notenbank deshalb aber keineswegs.

Tatsächlich hat sich an dem möglichen künftigen Zins-Szenario in den USA durch die Aussagen Yellens kaum etwas geändert: Die Zinserhöhung

  • wird wohl nicht im April kommen,
  • wird von den meisten Beobachtern im Juni erwartet,
  • könnte allerdings auch noch bis zum Frühherbst auf sich warten lassen.

Entscheidend dafür ist die Entwicklung der US-Wirtschaft, die die Fed grundsätzlich positiv beurteilt. "Die Wirtschaft wird weiter über dem Trend wachsen", sagte beispielsweise Yellen bei ihrem Auftritt vor der Presse.

Dennoch gibt es Unsicherheitsfaktoren, die für die Zins-Entscheidung der Fed ausschlaggebend sein dürften. Vier Kennzahlen sind es vor allem, von denen die US-Zentralbank ihre künftige Geldpolitik abhängig machen dürfte:

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