Facebook-Aktie an kritischem Punkt Raubt diese Grafik Mark Zuckerberg den Schlaf?

Aktie auf Abwegen: Der Facebook-Chart weist einen signifikanten Knick auf

Aktie auf Abwegen: Der Facebook-Chart weist einen signifikanten Knick auf

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Die Liste der Probleme, mit denen sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg herumschlagen muss, ist bereits lang, als da wären:

Als wäre all das noch nicht genug, kommt seit Kurzem noch eine weitere Baustelle hinzu, und die kann wohl durchaus auch als Resultat aus der aufgeführten Mängelliste betrachtet werden: Der Kurs der Facebook-Aktie befindet sich seit Ende Oktober auf Talfahrt und hat inzwischen Verluste zu verzeichnen wie seit Jahren nicht.

Analysten schlagen bereits Alarm: Erstmals seit 3,5 Jahren ist der Aktienkurs von Facebook (Kurswerte anzeigen) in diesen Tagen signifikant unter die Linie des 200-Tage-Durchschnitts gefallen. In der laufenden Woche schloss das Papier sogar an jedem einzelnen Handelstag unter dieser Linie - eine Konstellation, die Experten zufolge häufig als Auftakt weiterer Verluste gesehen wird.

Der Kurseinbruch begann bereits Ende Oktober, als auch andere Tech-Aktien an der US-Börse unter Druck gerieten. Mit dem Ausgang der US-Wahl beschleunigte sich der Abverkauf in dem Sektor. Zum Teil nahmen Investoren wohl Gewinne mit, nachdem viele Tech-Papiere in den Monaten zuvor gut gelaufen waren. Zum Teil machte sich auch Skepsis über die Aussichten der Branche breit, weil der künftige US-Präsident Donald Trump neuen Technologien wohl kaum so offen gegenübersteht, wie beispielsweise sein Vorgänger Barack Obama oder Trumps unterlegene Kontrahentin Hillary Clinton.

Die Frage: Was kommt nun?

Kaum einer der großen Tech-Konzerne schnitt an der Börse in jüngster Zeit jedoch so schlecht ab wie Facebook. Das Papier notiert an der Wall Street inzwischen bei etwa 116 Dollar und damit 13 Prozent unter seinem Höchstkurs von 133 Dollar, der Ende Oktober erreicht worden war. Letzterem war ein 3,5 Jahre währender beinahe ununterbrochener Kursanstieg vorausgegangen.

Das Problem: Weil Facebooks Aktie bislang - abgesehen von der Schwächephase unmittelbar nach dem Börsengang 2012 - kaum größere Rückschläge hinnehmen musste, gibt es auch keine Erfahrungswerte dafür, was nun folgen könnte.

"Bei 111 Dollar verläuft die nächste markante charttechnische Unterstützung", sagt Carsten Mumm, Leiter der Kapitalmarktanalyse und Experte für technische Analyse bei der Privatbank Donner & Reuschel. "Bricht diese, ist Potenzial bis 90 Dollar vorhanden."

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Ähnlich sieht es das "Wall Street Journal". Demzufolge erscheint ein weiterer Einbruch möglich auf bis zu 50 Prozent der Spanne zwischen dem Oktober-Hoch und dem Punkt, an dem einst die Rallye begann. Die Facebook-Aktie wäre dann nur noch 80 Dollar wert, so die Zeitung.

Wer das für unrealistisch hält, dem sei ein Blick auf den früheren Kursverlauf des iPhone-HerstellersApple (Kurswerte anzeigen) empfohlen. Das Papier des heute wertvollsten Konzerns der Welt war 2012 auf bis zu 100 Dollar gestiegen, als eine Wende kam. Bis Mitte 2013 folgte ein Rückgang auf 55 Dollar je Aktie. Die 200-Tage-Durchschnittslinie unterschritt der Apple-Kurs in der Zeit dazwischen ebenfalls.

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