Donnerstag, 5. Dezember 2019

Haltefrist abgewartet Ex-Chef Kalanick verkauft im großen Stil Uber-Aktien

Erstmal Kasse gemacht: Ex-Uber-Chef Kalanick

Verliert da einer das Vertrauen in seine eigene Unternehmensgründung? Travis Kalanick, Mitgründer des US-Mitfahrdienstes Uber, hat im großen Stil Aktien des Unternehmens auf den Markt geworfen, und zwar unmittelbar nach Ablauf einer Frist, die ihm dies bislang untersagte.

Wie "Bloomberg" berichtet, verkaufte Kalanick (43) mehr als 20 Millionen Uber-Aktien im Wert von zusammen rund 547 Millionen Dollar. Der frühere Chef des Unternehmens, der 2017 wegen Querelen und Skandalen auf Druck von Investoren seinen Hut nehmen musste, stieß die Papiere unmittelbar nach Ablauf einer Frist von 180 Tagen nach dem Börsengang Ubers ab. Während dieses Zeitraums war es Insidern und frühen Investoren des hochdefizitären US-Unternehmens verboten, Aktien zu verkaufen.

Für Anleger war Uber an der Börse bislang eine Enttäuschung. Seit dem IPO im Mai dieses Jahres sank der Aktienkurs um 40 Prozent. Verkäufe zum Ablauf der 180-Tage-Frist - wie jener von Kalanick - sorgten in diesen Tagen für zusätzlichen Druck auf den Kurs.

Kalanick bleibt allerdings weiterhin Großaktionär des Unternehmens. Die Charge, die er verkauft hat, entspricht lediglich 20 Prozent seines bisherigen Anteils an Uber. Künftig wird er weiterhin 78 Millionen Uber-Aktien halten, was einem Anteil von 4,6 Prozent am Unternehmen entspricht. "Bloomberg" zufolge zählt Kalanick weiterhin zu den reichsten Tech-Unternehmern in den USA, mit einem Vermögen von etwa 3,5 Milliarden Dollar.

cr

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