Aktie vom Handel ausgesetzt Evergrande vorerst ohne Jahresabschluss

Der hoch verschuldete Immobilienkonzern Evergrande kann seinen Jahresabschluss 2021 nicht fristgerecht veröffentlichen. Der Handel mit den Aktien des Immobilienkonzerns und zweier Tochterunternehmen ist ausgesetzt.
Verstoß gegen Börsenvorschriften: Die Wirtschaftsprüfer von Evergrande (im Bild die Handelszentren in China) müssen zusätzliche Kontrollen durchführen

Verstoß gegen Börsenvorschriften: Die Wirtschaftsprüfer von Evergrande (im Bild die Handelszentren in China) müssen zusätzliche Kontrollen durchführen

Foto: ROMAN PILIPEY / EPA

Der chinesische Immobilienkonzern Evergrande verstößt gegen Börsenvorschriften, da er nicht in der Lage ist, den Jahresabschluss 2021 bis zum 31. März 2022 zu veröffentlichen. Als Gründe nannte Evergrande aufwendige Prüfprozesse und die Auswirkungen der jüngsten Covid-19-Infektionswelle. Demnach müssen Wirtschaftsprüfer wegen "drastischer Veränderungen" in der Geschäftstätigkeit seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres zusätzliche Kontrollen durchführen.

Das Ergebnis 2021 werde so schnell wie möglich nachgereicht, teilte Evergrande mit. Bis dahin bleibe der Handel mit den Aktien ausgesetzt – das gilt wegen möglicher Insiderinformationen zu einem geplanten Restrukturierungsprogramm auch für die Papiere der beiden Tochterunternehmen Evergrande New Energy Vehicle und Evergrande Property Services. Der Handel mit den Aktien von Evergrande und seinen Töchtern in Hongkong war am Montag überraschend ausgesetzt worden.

Der Konzern steckt bereits seit Monaten in einer tiefen Krise und gilt als das weltweit am höchsten verschuldete Immobilienunternehmen. Zuletzt hatte Evergrande Schulden von mehr als 300 Milliarden US-Dollar angehäuft. Im Januar kündigte das Unternehmen einen Plan zur Restrukturierung an.

Evergrande muss dringend Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihegläubiger fristgerecht bezahlen zu können. Der Konzern ist so groß, dass einige Experten eine "Ansteckungsgefahr" für Chinas Wirtschaft und darüber hinaus befürchten.

Probleme auch bei Evergrande Property Services

Auch ein Evergrande-Tochterunternehmen hat unterdessen bei der Erstellung des Jahresabschlusses ein milliardenschweres Problem entdeckt. Bankguthaben in Höhe von 13,4 Milliarden Yuan (1,9 Milliarden Euro) seien als Sicherheit für Garantien verpfändet worden, teilte der konzerneigene Gebäudedienstleister Evergrande Property Services am Dienstag mit. Die betreffenden Banken blockierten das Geld. Das Unternehmen will die Angelegenheit jetzt untersuchen. Der Mutterkonzern Evergrande betrachtet die Sache als einen "großen Vorfall".

Evergrande Property Services galt lange als Goldesel des Konzerns aus China. Die ebenfalls börsennotierte Sparte wurde zuletzt höher bewertet als ihr Mutterkonzern. Evergrande selbst hatte angesichts der Geldnot im vergangenen Jahr versucht, die Mehrheit an der Tochter zu verkaufen. Die Gespräche mit dem Kaufinteressenten Hopson Development scheiterten jedoch im Oktober.

hr/Reuters, dpa-afx
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