Warnung vor Liquiditätsengpass Aktien von Evergrande-Autotochter stürzen ab

Ist das der Anfang vom Ende? Die Elektroauto-Tochter des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande warnt vor einem Liquiditätsengpass. Die Angst vor einem Kollaps des gesamten Unternehmens wächst.
Weiter bergab: Aktien der Evergrande-Elektroauto-Tochter (im Bild ein Schild mit den Immobilienprojekten des Konzerns) stürzen um bis zu 26 Prozent ab

Weiter bergab: Aktien der Evergrande-Elektroauto-Tochter (im Bild ein Schild mit den Immobilienprojekten des Konzerns) stürzen um bis zu 26 Prozent ab

Foto: Andrea Verdelli / Getty Images

Die Sorge vor einem Zusammenbruch des hoch verschuldeten Immobilienkonzerns Evergrande setzt sich auch in der neuen Woche fort. Am Montag stand allerdings nicht der chinesische Konzern selbst im Fokus der Anleger, sondern die Elektroauto-Tochter von Evergrande.

So stürzten die Aktien von New Energy Vehicle an der Börse in Hongkong um bis zu 26 Prozent ab, reduzierten dann aber ihre Verluste und notieren zuletzt rund 10 Prozent tiefer. Das Unternehmen hatte am Freitag nach Börsenschluss vor einem Liquiditätsengpass gewarnt. Ohne eine Kapitalspritze stehe die New Energy Vehicle Group vor einer ungewissen Zukunft, teilte das Unternehmen mit. Ein strategisches Investment oder ein Verkauf von Vermögensbeständen seien notwendig, um Mitarbeiter und Zulieferer zu bezahlen sowie die Massenproduktion aufrechtzuerhalten. Anleger fürchten nun, dass der Kollaps des Immobilienriesen mit der Insolvenz der Elektroauto-Tochter beginnt.

Evergrande beschäftigt seit Wochen die Finanzmärkte. Der chinesische Konzern hat sein Wachstum in den vergangenen Jahren mit Schulden finanziert und ist nun in Zahlungsverzug gegenüber Banken, Anleihegläubigern sowie Kunden und Mitarbeitern geraten. Mehrere Ratingagenturen stuften die Kreditwürdigkeit herunter, Aktien und Anleihen gerieten in freien Fall. Auch soziale Probleme könnten entstehen. Bei Evergrande arbeiten 200.000 Menschen, mehrere Millionen Arbeiter werden jährlich für Bauprojekte angeheuert. Zudem haben viele Kleinanleger Geld in Evergrande-Finanzprodukte investiert.

Inzwischen hat der zweitgrößte Immobilienentwickler Chinas einen Schuldenberg in Höhe von 300 Milliarden Dollar aufgetürmt. Experten fürchten, dass ein Kollaps schwere Folgen für das chinesische Finanzsystem hat. Am Freitag hatte Evergrande eine Zahlungsfrist für Anleihezinsen kommentarlos verstreichen lassen. Die Aktien des Unternehmens brachen daraufhin um weitere 12 Prozent ein.

mg/Reuters