"Möchte starken Dollar sehen" Trump widerspricht seinem Minister

Trump auf dem Weg nach Davos: "Ich möchte einen starken Dollar sehen"

Trump auf dem Weg nach Davos: "Ich möchte einen starken Dollar sehen"

Foto: CARLOS BARRIA/ REUTERS

US-Präsident Donald Trump hat sich zu einem starken Dollar bekannt und damit Spekulationen um einen währungspolitischen Kurswechsel in Washington zurückgewiesen. Er wünsche sich einen "starken Dollar", da der Wert der Währung auf der Stärke der US-Wirtschaft zu basieren habe, sagte Trump am Donnerstag in einem Fernsehinterview in Davos.

Trump rückte damit Äußerungen seines Finanzministers Steven Mnuchin zurecht. Dieser hatte einen schwachen Dollar als positiv für die US-Wirtschaft bezeichnet.

Trump sagte in dem am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos geführten Interview mit dem US-Sender CNBC, da sich die US-Wirtschaft gut entwickele, werde der Dollar "stärker und stärker werden, und letztlich möchte ich einen starken Dollar sehen". Seinen Finanzminister verteidigte er mit der Bemerkung, dessen Worte seien aus dem Kontext gerissen worden.

Dollar legt nach Trump-Äußerungen wieder zu

Mnuchin hatte bei dem Treffen von Staaten- und Wirtschaftslenkern in der Schweiz am Mittwoch gesagt: "Offensichtlich ist ein schwächerer Dollar gut für uns." Ein schwächerer Dollar sei "gut, weil dies mit Handel und Chancen zu tun hat". Mnuchin bezog sich damit darauf, dass bei einem sinkenden Dollarkurs die US-Produkte auf dem Weltmarkt billiger werden, was den US-Unternehmen im Wettbewerb mit Konkurrenten aus anderen Ländern hilft.

Mnuchins Äußerungen wurden als mögliche Abkehr von der traditionellen US-Regierungspraxis gedeutet, die eigene Währung nicht schlechtzureden. Die Worte des US-Finanzministers sorgten bei dem Treffen von Staaten- und Wirtschaftslenkern aus aller Welt für erheblichen Wirbel und ließen den Dollarkurs, der sich bereits seit geraumer Zeit nach unten bewegt, noch weiter absacken.

Euro fällt von 1,25 auf 1,24 US-Dollar

Erstmals seit drei Jahren erreichte der Euro  am Donnerstag zeitweise wieder einen Wert von 1,25 Dollar. Nach Trumps Bekenntnis legte der Dollar aber wieder gegenüber dem Euro zu, der Umtauschwert des Euro rutschte unter die 1,24-Dollar-Marke.

Trump will am Freitag in einer Rede in Davos seinen unter dem Motto "Amerika zuerst" stehenden Kurs verteidigen. Seine Regierung hatte in dieser Woche hohe Zölle auf Solarmodule und Waschmaschinen verhängt, was sich gegen Importeure aus China und Südkorea richtete, sowie auch auf spanische Oliven. Neben Mnuchins Äußerungen zum Dollar sorgten auch die neuen Zölle für Unruhe in Davos. Das Forum ist traditionell eine Bastion der Befürworter des freien Welthandels.

"Trump trampelt auf dem Dollar herum"

Die protektionistische Politik von Trump schürte am Devisenmarkt die Furcht vor einem Handelskrieg. "Trump trampelt auf dem Dollar herum", fasste Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank die Marktentwicklung zusammen.

Es mehren sich die Zweifel, ob die EZB die rasante Euro-Aufwertung wirklich stoppen kann. "Ob die EZB den Aufwärtstrend des Euro wirklich stoppen kann, darf bezweifelt werden", meint Jochen Stanzl von CMC Markets. Denn die Ursache für die Aufwertung des Euro  sei nicht die Stärke der Gemeinschaftswährung, sondern vielmehr die Schwäche des US-Dollar.


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"Die Gratwanderung besteht darin, den Euro stabil zu halten, während der Dollar fällt", sagte sagte Paul Hatfield von BNY Mellon Investment. Da die Wirtschaft in der Eurozone stark anzieht, möchte Draghi vermeiden, dass sich dies zu sehr auf das Wechselkursverhältnis auswirkt. Wenn er diesen Drahtseilakt meistert, werden die Aktienmärkte davon profitieren", so Hatfield.

Obwohl eine Zinserhöhung nicht unmittelbar bevorstehe, sollten sich Anleger auf das Ende der lockeren Geldpolitik einstellen. Zu erwarten sei eine Zinswende der EZB im September 2018.