Freitag, 13. Dezember 2019

Börse Zinsangst bremst Dax aus - Euro auf dem Weg zur Dollar-Parität

EZB macht den Euro weich: Der Euro hat gegenüber dem Dollar binnen zehn Monaten 22 Prozent an Wert verloren.

Der Dax gibt nach - Zinsängste lassen die Kurse an der Wall Street fallen. Nach Beginn des Anleihekaufprogramms der EZB fällt der Euro weiter. Beobachter rechnen damit, dass bald die Dollar-Parität erreicht wird.

Die Aussicht auf bald steigende Zinsen in den USA hat am Dienstag die Rekordjagd des Dax vorerst gestoppt. Als Belastung hinzu kam das andauernde griechische Schuldendrama. Der deutsche Leitindex fiel bis zum Handelsschluss auf Xetra um 0,7 Prozent auf 11.500 unkte, nachdem er zu Wochenbeginn noch so hoch wie nie zuvor geschlossen hatte.

An der Der MDax, der am Vormittag sogar auf ein Rekordhoch von 20.344 Punkten gestiegen war, sank um 0,2 Prozent. Der Technologie-Index TecDax gab um 0,4 Prozent auf 1593 Zähler nach.

Zinsängste ließen an der Wall Street den Dow Jones im frühen Handel um mehr als 200 Punkte (1,3 Prozent) fallen. Der Präsident der regionalen Niederlassung der US-Notenbank Fed in Dallas, Richard Fisher, mahnte bei einer Rede am Montagabend an, die Fed solle angesichts eines schon deutlich erholten Arbeitsmarktes nicht zu lange mit der geplanten Erhöhung der Leitzinsen warten.

Diese Aussage sorgte Händlern zufolge für Gewinnmitnahmen an den US-Börsen und wirke sich bis nach Europa aus.

Streit um griechischen Reformkurs geht weiter - Hellas nervt die Geldgeber

In den Fokus rückte auch der wieder aufgeflammte Streit um den griechischen Spar- und Reformkurs zwischen der Athener Regierung und den Geldgebern. Die Links-Rechts-Regierung in Griechenland muss nun ihre Bücher offenlegen. Die Expertengespräche sollen am Mittwoch in Brüssel beginnen.

Laut Manfred Rath von der KSW Vermögensverwaltung war es "nur eine Frage der Zeit", wann es nach der Aufwärtsbewegung wieder abwärtsgeht. Immerhin war der Dax in den letzten acht Wochen um insgesamt 20 Prozent gestiegen.

RWE nach Bilanzvorlage am Dax-Ende

Am Dienstag standen einige Bilanzvorlagen auf der Agenda. Erneut abgestraft wurde die RWE-Aktien , die am Dax-Ende 2,77 Prozent auf 23,675 Euro einbüßten. Im vergangenen Jahr war der Betriebsgewinn des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns wegen der gesunkenen Großhandelspreise für Strom weiter abgesackt.

Hannover Rück lockt Dividendenjäger

Geringe Katastrophenschäden hatten der Hannover Rück dagegen 2014 den dritten Rekordgewinn in Folge eingebracht. Die Aktien des Rückversicherers reagierten im MDax mit einem Kursplus von 2,8 Prozent.

Wacker Chemie an der MDax-Spitze - Abspaltung der Halbleiter-Sparte

Die Papiere von Wacker Chemie könnten von Spekulationen über eine Abspaltung profitieren. Kreisen zufolge will der Konzern seine Halbleiter-Sparte ausgliedern. Die Maßnahme könnte dem Unternehmen etwa 300 Millionen US-Dollar einbringen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montagabend unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Wacker wollte dies nicht kommentieren.

Euro fällt weiter

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,27 Prozent am Vortag auf 0,22 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,25 Prozent auf 140,32 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,67 Prozent auf 158,35 Punkte vor. Der Druck auf den Euro nahm weiter zu: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0738 (Montag: 1,0860) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9313 (0,9208) Euro.

mit Material von dpa und reuters

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