Börsianer erwarten Zinserhöhung der Fed Dow auf Rekordhoch, Dax auf Tagestief, RWE im freien Fall

Der US-Leitindex Dow Jones klettert vor der erwarteten Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve auf ein Rekordhoch. Der Dax beendet den Xetra-Handel unterdessen auf Tagestief: Der Kurssturz von RWE und Eon belastet.
Janet Yellen: Die scheidende Fed-Chefin wird am Mittwoch voraussichtlich eine Zinserhöhung verkünden.

Janet Yellen: Die scheidende Fed-Chefin wird am Mittwoch voraussichtlich eine Zinserhöhung verkünden.

Foto: AP

In Erwartung der nächsten US-Zinserhöhung am heutigen Abend wagen sich Anleger bei deutschen Aktien am Mittwoch nicht aus der Deckung. Der Dax  gab bis zum Handelsschluss auf Xetra (18.30 Uhr MEZ) um 0,4 Prozent auf 13.125 Punkte nach und schloss damit auf Tagestief.

Vor allem der Kurssturz bei den Versorgern RWE  und Eon  setzte dem Dax  zu. Nach einer Prognose-Senkung der Ökostromtochter Innogy brachen die Aktien des Mutterkonzerns RWE, der noch 77 Prozent an Innogy hält, um mehr als 12 Prozent ein und verbuchten den größten Tagesverlust in diesem Jahr. Im Sog von RWE gab auch Konkurrent Eon rund 5 Prozent nach.

Zu den Gewinnern im Dax gehörten Thyssenkrupp , ProSiebenSat.1  und die Deutsche Lufthansa . Die Airline hat ihr Gebot für die Air-Berlin-Tochter Niki zurückgezogen, so dass Niki nun vor der Insolvenz steht.

Die Nebenwerte-Indizes schlossen uneinheitlich. Während der MDax weiter abrutschte, legte der TecDax am Abend weiter zu und baute seine Gewinne auf 1,2 Prozent aus.

Dow auf Rekordhoch, Zinserhöhung in USA ist eingepreist

An der Wall Street markierte der Dow Jones  unterdessen ein weiteres Rekordhoch. Auch der Nasdaq Composite  legte leicht zu.

Eine Zinserhöhung um weitere 0,25 Prozentpunkte dürfte an den Finanzmärkten weitgehend eingepreist sein, wenn die Fed am Mittwoch Abend ihren Zinsentscheid bekannt gibt. "Alles andere als ein Drehen an den Zinsschrauben käme einer großen Verwunderung gleich", schrieb Marktanalyst Timo Emden vom Broker DailyFX. Er verwies darauf, dass vor allem die Rhetorik von Notenbankchefin Janet Yellen im Fokus stehen werde. "Die Aussicht auf weitere Zinsschritte im kommenden Jahr könnte sich bestätigen", so Emden.


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Steinhoff-Aktie Spielball der Spekulanten

Die im MDax  notierten Aktien von Steinhoff (Kurswerte anzeigen) schwanken nach ihrem jüngsten Erholungsversuch weiter stark. Im Zuge des Bilanzskandals samt Abgang des Chefs und Abstufung der Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau durch die Ratingagentur Moody's hatte die Aktie binnen einer Woche zwischenzeitlich fast 82 Prozent an Wert verloren, sich zuletzt aber leicht erholt.

Inzwischen prüft die südafrikanische Finanzaufsicht mögliche Fälle von Insiderhandel und auch die Börse in Johannesburg nimmt den Kursverlauf unter die Lupe.

In der vergangenen Woche hatte der nach Ikea weltweit zweitgrößte Möbelkonzern mehr als 80 Prozent an Börsenwert eingebüßt. Steinhoff steht unter dem Verdacht der Bilanzfälschung.

Bitcoin notiert über 16.000 US-Dollar

Die Digitalwährung Bitcoin  hat am Dienstag im frühen Handel etwas nachgegeben. Am zweiten Handelstag seit dem Start des ersten Terminkontrakts an einer regulierten Börse kostete ein Bitcoin auf dem Handelsplatz Bitstamp zuletzt rund 16 300 Dollar - bei Coinbase sind es aktuell zirka 16 750 Dollar.

Investoren können Anleger mit Futures auf steigende oder fallende Bitcoin-Kurse setzen. Mit dem Future macht die einst nur von Computerexperten genutzte Digitalwährung einen großen Schritt in Richtung des klassischen Finanzmarkts machte - weitere Produkte folgen bald. So gibt es bald auch einen Terminkontrakt an der Chicago Mercantile Exchange (CME), der größten Terminbörse der Welt.

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Mynd

Ölpreise: Brent auf höchsten Stand seit 2015

Die Ölpreise haben am Dienstag weiter zugelegt. Während US-Rohöl weiterhin unter der 60-Dollar-Marke lag, kostete europäisches Erdöl der Marke Brent so viel wie seit Juni 2015 nicht mehr. Schon am Montag war der Brent-Preis durch die Schließung eines wichtigen Pipeline-Systems vor der Küste Schottlands getrieben worden. Der Betreiber Ineos teilte mit, die Reparatur des Risses, der bei einer Routineprüfung entdeckt worden sei, dauere zwei Wochen.

Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot zur Lieferung im Februar kostete am Morgen bis zu 65,70 US-Dollar und damit etwa einen Dollar mehr als am Vortag. Seit Wochenbeginn ist der Brent-Preis um mehr als zwei Dollar gestiegen. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Januar-Lieferung stieg um 42 Cent auf 58,41 Dollar.

Euro weiter unter 1,18 Dollar

Der Euro  notiert weiterhin unter der Marke von 1,18 US-Dollar notiert. Am Montag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1796 Dollar festgesetzt. Die ZEW-Konjunkturdaten für Deutschland waren schlechter ausgefallen als erwartet und hatten dem Euro einen Dämpfer verpasst. In den USA werden am Nachmittag Preisdaten von der Herstellerebene veröffentlicht, die Hinweise auf die am Mittwoch anstehenden Verbraucherpreise geben.

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