Sonntag, 15. September 2019

Größtes Tagesminus seit 2007 Erneut historischer Kurssturz an Chinas Börsen

Schlechte Aussichten: In China sind die Aktienkurse wieder eingebrochen

An den Börsen in China tritt offenbar ein, was Beobachter bereits erwartet hatten: Die Stützungsmaßnahmen der Regierung verlieren an Wirkung, die Kurse brechen erneut massiv ein.

Am Montag verzeichnete der chinesische Aktienmarkt das größte Tagesminus seit Februar 2007. Der Index CSI300 der größten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verlor 8,6 Prozent. Mit dem Shanghai Composite Index ging es um 8,6 Prozent abwärts.

Der auch für westliche Investoren einfach zugängliche Aktienmarkt in Hongkong hielt sich vergleichsweise gut: Der Hang-Seng-Index gab zuletzt um 3,12 Prozent auf 24.344 Punkte nach.

Als Grund für die massiven Verluste an Chinas Festlandbörsen werden in erster Linie Konjunktursorgen bei den Investoren genannt. Händlern zufolge schürten zuletzt enttäuschende Konjunkturdaten die Angst vor einem wirtschaftlichen Schwächeanfall der Volksrepublik. Zu merken ist das auch auf den europäischen Aktienmärkten. Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen ging mit Blick nach Fernost am Montag mit einem Minus von 1,2 Prozent in den Handel.

Für Verunsicherung sorgte, dass der Gewinn chinesischer Industrieunternehmen im Juni um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückging. Am Freitag hatte der Markit-Einkaufsmanagerindex gezeigt, dass Chinas Industrie im Juli so stark geschrumpft ist wie seit 15 Monaten nicht mehr.

Nach Ansicht von Börsenexperten setzen zudem die Spekulationen auf eine baldige US-Zinswende Chinas Märkten zu. Die Aussicht auf eine höhere Verzinsung in den USA macht Anlagen im Dollar-Raum für viele Investoren wieder attraktiver.

Nach einer Hausse in der ersten Jahreshälfte sind die chinesischen Börsen von Mitte Juni bis Anfang Juli um rund ein Drittel eingebrochen. Die Regierung hatte daraufhin ein Konjunkturprogramm aufgelegt sowie Handelsbeschränkungen verhängt, um den Ausverkauf zu stoppen.

Das war zunächst auch erfolgreich. Die aktuellen Kursverluste lassen jedoch erneut Zweifel aufkommen, ob es gelingen kann, einen offensichtlich überhitzten Börsenmarkt dauerhaft künstlich zu stützen.

Sehen Sie hier einen Überblick über die zehn Maßnahmen, mit denen Peking bislang versucht hat, den Kurssturz aufzuhalten.


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Christoph Rottwilm auf Twitter







mit Material von Nachrichtenagenturen

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