Russland mobilisiert Streitkräfte Gaspreis steigt wieder über 200 Euro

Russlands Präsident Putin will verstärkt russische Reservisten für seinen Krieg gegen die Ukraine mobilisieren. Das sorgt am europäischen Gasmarkt für Turbulenzen: Der Gaspreis legt wieder deutlich zu.
Eskalation: Der Konflikt mit der Ukraine spitzt sich zu, in Lubmin wird wohl weiter kein russisches Gas mehr aus der Pipeline Nord Stream 1 ankommen

Eskalation: Der Konflikt mit der Ukraine spitzt sich zu, in Lubmin wird wohl weiter kein russisches Gas mehr aus der Pipeline Nord Stream 1 ankommen

Foto: HANNIBAL HANSCHKE / EPA

Der Preis für europäisches Erdgas ist angesichts der neuen Spannungen zwischen Russland und dem Westen wieder gestiegen. Am Mittwochvormittag kletterte der Preis des Terminkontrakts TTF für niederländisches Erdgas um rund 9 Prozent bis auf etwa 213 Euro je Megawattstunde. Der TTF-Kontrakt gilt als Richtschnur für das europäische Preisniveau. Seit Mitte September war der Preis tendenziell gefallen, allerdings von einem hohen Niveau aus.

Auslöser für den jüngsten Preisanstieg ist die Ausrufung der Teilmobilmachung durch Russlands Präsident Wladimir Putin (69) wegen des Ukraine-Kriegs. Damit kann Russland Reservisten einziehen. In einem ersten Schritt sollen rund 300.000 Reservisten mit Kampferfahrung mobilisiert werden. Damit werden die ohnehin schon unsicheren Aussichten für die Gasversorgung Europas im Winter noch ungewisser.

Russland hatte Anfang September angekündigt, die Gaslieferungen nach Beendigung der Wartungsarbeiten an der Pipeline Nord Stream 1 doch nicht wieder aufzunehmen. Moskau begründete den Schritt mit einem Ölaustritt in der Kompressorstation Portowaja. Vermutet wird aber, dass Russland den Westen vor dem Hintergrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine noch mehr unter Druck setzen will.

mg/dpa-afxp
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