Mittwoch, 21. August 2019

Börsenprofi Thomas Grüner erklärt So bekommen Sie die Emerging Markets richtig in Ihr Depot

Börsianer in China: Die Schwellenländer haben sich zuletzt gut entwickelt - wer einsteigen will, muss einiges beachten

Das letzte Quartal des Jahres läuft, und die Gewinner und Verlierer im Börsenjahr 2017 zeichnen sich immer deutlicher ab. Wer auf der Sonnenseite der Renditetabelle steht, kann sich der Aufmerksamkeit der Anleger gewiss sein: Schwellenländer (Emerging Markets) befinden sich dementsprechend hoch im Kurs. In lokaler Währung konnte der MSCI Emerging Markets in den ersten drei Quartalen 2017 um 21,3 Prozent zulegen. In Euro berechnet bleiben unter dem Strich zwar nur 11,9 Prozent stehen, dennoch ist die neu entstandene Dynamik in den Emerging Markets bemerkenswert.

Thomas Grüner
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    Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman des Vermögensverwalters Grüner Fisher Investments (www.gruener-fisher.de) mit Sitz in Rodenbach bei Kaiserslautern.

Zu Beginn des laufenden Bullenmarkts als Speerspitze der neuen Aufwärtsbewegung gefeiert, sorgten Wachstumsdellen und eine kritische Schuldenproblematik für schnelle Ernüchterung. In der zähen Seitwärtsphase bis ins Jahr 2016 hinein verloren Anleger zunehmend das Interesse an der "Performance-Bremse" Emerging Markets. Ist der Glanz vergangener Tage jetzt zurückgekehrt? Oder lauert das nächste Strohfeuer auf global orientierte Anleger? Ein differenzierter Blick auf die Schwellenländer ist an dieser Stelle angebracht.

Emerging Markets sind eine wichtige Komponente für global orientierte Anleger, allein schon durch die vielfältigen Möglichkeiten zur zusätzlichen Diversifikation. Dennoch sollte man sich als Anleger im ersten Schritt bewusst werden, was eine Investition - beispielsweise in ein breit aufgestelltes Emerging Markets-ETF - so alles mit sich bringt. Anleger begehen häufig den Fehler, gar nicht so genau darauf zu achten, was sie sich eigentlich ins Portfolio holen - gerade wenn das Produkt den Namen "ETF" trägt und durch den hohen Beliebtheitsgrad gar nicht mehr sorgfältig überprüft wird.

Schwerpunkt in Tech und Finanzen: Wette auf Alibaba, Tencent und Samsung

Der MSCI Emerging Markets kann zu 51 Prozent den beiden Sektoren Technologie und Finanzen zugeordnet werden. Eine Übergewichtung, die bei der Zusammenstellung des Gesamtportfolios definitiv beachtet werden sollte. Einzelne Länderindizes der Emerging Markets, die nicht sehr breit aufgestellt sind, zeigen noch viel deutlichere Abweichungen: Der MSCI Korea notiert beispielsweise zu 50 Prozent im Technologiesektor.

Fehlende Marktbreite ist in den Schwellenländern ein übergeordnetes Thema: Allein die fünf größten Einzelwerte machen knapp 19 Prozent des MSCI Emerging Markets aus, und das obwohl insgesamt 839 Aktien darin enthalten sind. Wenige Schwergewichte, viele Leichtgewichte.

Wer die Emerging Markets im Depot abbildet, investiert also zwangsläufig vor allem in die großen Technologieschwergewichte außerhalb der USA, wie Alibaba Börsen-Chart zeigen , Tencent oder Samsung Börsen-Chart zeigen . Eventuelle Überschneidungen oder ungewollt gesetzte Schwerpunkte gilt es sorgfältig zu überprüfen.

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