Reichster Mann noch reicher Warum Elon Musk 2022 groß abkassieren dürfte

Elon Musk ist der mit Abstand reichste Mensch der Welt – doch Ende dieses Jahres ist der Tesla-Chef vermutlich noch einmal deutlich reicher. Der Grund liegt im Erfolg des Autobauers, aufgrund dessen Musk mit Aktienoptionen geradezu überschüttet werden dürfte.
Reichster Mann der Welt: Elon Musk schreibt mit Tesla (Erfolgs-)Geschichte

Reichster Mann der Welt: Elon Musk schreibt mit Tesla (Erfolgs-)Geschichte

Foto: MICHELE TANTUSSI / REUTERS

Das Jahr begann nicht gut für Teslas Aktionäre. Das Papier des Elektroautobauers verlor seit Jahresbeginn bereits weitere beinahe 15 Prozent an Wert. Rund 920 Dollar kostet eine Tesla-Aktie zurzeit an der Technologie-Börse Nasdaq in New York. Von ihrem bisherigen Rekordkurs von rund 1230 Dollar, der im November 2021 erreicht wurde, hat sich die Tesla-Aktie damit wieder ziemlich weit entfernt.

Auch Konzernchef Elon Musk (50) trifft die Entwicklung: Der reichste Mensch der Welt hält unter anderem ein großes Paket der Anteile an dem Unternehmen, dessen Hauptsitz Ende 2021 nach Austin, Texas, verlegt wurde. Abgesehen von Aktienoptionen hält Musk CNN  zufolge derzeit insgesamt rund 178 Millionen von insgesamt etwa einer Milliarde Tesla-Aktien. Laut Finanzinformationsdienst Bloomberg  sank Musks Vermögen im Januar dieses Jahres um mehr als 30 Milliarden Dollar auf aktuell rund 237 Milliarden Dollar. Damit steht der Unternehmer allerdings nach wie vor mit großem Abstand an der Spitze des weltweiten Reichstenrankings . Auf Platz zwei folgt mit rund 165 Milliarden Dollar Amazon-Gründer Jeff Bezos (58), den mit Musk eine liebevoll gepflegte Erzrivalität verbindet.

Das ist allerdings nur eine Momentaufnahme. Wenn 2022 Ende des Jahres abgerechnet wird, dürfte die finanzielle Bilanz für Musk deutlich besser ausfallen. Vieles spricht sogar dafür, dass es mit Blick auf sein Privatvermögen das erfolgreichste Jahr wird, das der Tesla-Chef bisher erlebt hat. Hintergrund ist das Vergütungspaket, das Musk bereits 2018 mit Tesla ausgehandelt hat. Analysten erwarten, dass Musk aufgrund dieses Pakets und der Geschäftsergebnisse des Autobauers im Laufe dieses Jahres Aktienoptionen im Wert von vielen Milliarden Dollar einstreichen wird. Allein für das vierte Quartal 2021 erhielt er 245 Millionen Dollar.

Hintergrund: Musk erhält bei Tesla kein festes Gehalt oder sonstige Bezüge in Form von Bargeld. Stattdessen werden ihm aufgrund der Vereinbarung von 2018 Aktienoptionen zugeteilt, geknüpft an bestimmte Finanz- und Marktbewertungsziele, die Tesla erreichen muss.

Bei Musk klingelt die Kasse

Wie der US-Sender CNN berichtet , standen Musk ursprünglich 101 Millionen Aktien in Aussicht, aufgeteilt in zwölf gleich große Tranchen von je 8,4 Millionen Aktien. 59 Millionen dieser Aktien (beziehungsweise die Optionen auf die Papiere) wurden Musk demnach bereits zugeteilt, weil Tesla die fraglichen Meilensteine in den vergangenen Jahren passiert hat. Die verbleibenden fünf Finanzziele wird Tesla Analysten zufolge im Laufe dieses Jahres erreichen, so CNN. Musk werde in dem Fall im Laufe dieses Jahres weitere vier der Aktien-Options-Tranchen erhalten, und zudem eine im Jahr 2023, sobald die Ergebnisse aus dem vierten Quartal 2022 unter Dach und Fach seien.

Das heißt: Für Elon Musk dürfte in den kommenden Monaten die Kasse klingeln, zumindest auf dem Papier. Jede einzelne der rund 42 Millionen verbleibenden Aktienoptionen gibt dem Tesla-Chef das Recht, eine Aktie seines Unternehmens zu einem Preis von 70,01 Dollar zu erwerben. Beim aktuellen Kurs von rund 920 Dollar hat das Paket damit einen Gesamtwert von rund 36 Milliarden Dollar.

Steuerlich ist die Aktienvergütung von Elon Musk aus Sicht des Tesla-Chefs zudem ebenfalls reizvoll, denn es fallen zunächst überhaupt keine Steuern darauf an. Erst, wenn Musk die Optionen ausübt, werden Steuern auf die Käufe fällig, so CNN. Musk werde daher vermutlich – wie bisher schon – bis kurz vor Auslaufen der Optionen mit dem Aktienkauf warten. Das wäre in den Jahren 2027/2028. So jedenfalls verhielt er sich auch im vergangenen Jahr, als er 22,9 Millionen Aktienoptionen ausübte, die im August 2022 ausgelaufen wären. Daraufhin erhielt Musk einen Steuerbescheid in Rekordhöhe von elf Milliarden Dollar.

Dabei stellt sich für Musk auch die Frage, wie sich der Tesla-Aktienkurs in Zukunft entwickeln wird. Das Papier wurde wie auch andere Wachstums- und Technologietitel an der Börse jahrelang euphorisch gehypt und erreichte seinen Rekordkurs von rund 1230 Dollar im November 2021. Seither ist die Luft am Aktienmarkt für Tech-Werte wie Tesla, Amazon oder Apple allerdings rauer geworden. Investoren blicken nervös auf steigende Inflationszahlen und die angekündigten Maßnahmen der Notenbanken dagegen. Die US-Zentralbank Fed etwa wird an diesem Mittwoch voraussichtlich einen Ersten von mehreren Zinsschritten im laufenden Jahr ankündigen.

Investoren lassen in diesem Umfeld vergleichsweise riskante Wachstums- und Tech-Aktien wie Tesla tendenziell eher links liegen und greifen lieber zu etablierten Unternehmen mit stabilen Cash-Flows. Prominente Unternehmen, die diesen Sinneswandel ebenfalls in Form empfindlicher Kursverluste erlebt haben, sind ehemalige Gewinner der Corona-Krise wie Biontech, Netflix oder Delivery Hero.

Analysten sind in Bezug auf die Tesla-Aktie allerdings mehrheitlich nach wie vor optimistisch. Laut Refinitiv raten derzeit 18 von der Analysefirma beobachtete Analysten dazu, das Tesla-Papier zu kaufen oder zumindest zu halten. Lediglich zehn Analysten dagegen beurteilen Tesla demnach als "Verkauf" oder "starken Verkauf".

cr