Softbank-Anteile verkauft Hedgefonds Elliott verliert das Vertrauen in Masayoshi Son

Lange setzte der Hedgefonds Elliott darauf, dass Softbank-Gründer Masayoshi Son den Aktienkurs seines Tech-Konglomerats wieder steigern kann. Jetzt hat der aktivistische Investor genug und sich offenbar von seiner Softbank-Beteiligung nahezu komplett getrennt.
Kein Land in Sicht: Der Softbank-Gründer Masayoshi Son hatte Milliarden auf seine Technologieinvestments abgeschrieben und einen historisch hohen Verlust ausgewiesen

Kein Land in Sicht: Der Softbank-Gründer Masayoshi Son hatte Milliarden auf seine Technologieinvestments abgeschrieben und einen historisch hohen Verlust ausgewiesen

Foto: Yoshio Tsunoda / imago images/AFLO

Zuletzt lief es nicht wirklich rund für Masayoshi Son (64). Musste der Investor und Softbank-Gründer doch Milliarden auf seine Technologie-Investments abschreiben und rutschte somit tief in die roten Zahlen. Ein Verlust von sage und schreibe 23 Milliarden Euro fiel umgerechnet bei Softbank an, was Sorgen über die finanzielle Stabilität des japanischen Konglomerats hervorrief. Dass Softbank-Investoren hier ins Grübeln kommen können, liegt auf der Hand. Das gilt umso mehr, als Experten davon ausgehen, dass die Wertkorrekturen noch nicht die aktuelle Tech-Schwäche widerspiegeln.

Einer der bekanntesten Softbank-Aktionäre, der von Paul Singer (77) gegründete Hedgefonds Elliott Management, hat jetzt die Reißleine gezogen und nahezu alle restlichen Softbank-Aktien verkauft, berichtet die "Financial Times"  unter Berufung auf Insider.

Wie viel Papiere genau und wann der aktivistische US-Investor seine Anteile an Softbank verkauft hat, ist unklar. Der Hedgefonds, der ein Vermögen von etwa 56 Milliarden Dollar verwaltet, soll sich seit Jahresbeginn fortlaufend von Softbank-Titeln getrennt haben. Im Februar 2020 hatte Elliott Management noch Softbank-Anteile im Wert von rund drei Milliarden Dollar besessen.

Neben dem ausgewiesenen Rekordverlust, für den sich Son nach eigenen Aussagen "schäme", hatte Softbank bekannt gegeben, dass sich der Konzern von einem Drittel seiner wertvollen Beteiligung am chinesischen E-Commerce-Riesen Alibaba trennen wolle, um die Liquidiät zu erhöhen. Zugleich hatte Son angekündigt, die Kosten deutlich zu senken und versprochen, künftig selektiver investieren.

Aktien von Softbank liegen derzeit rund 45 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom März 2021 vergangenen Jahres. Lange argumentierte Softbank, dass der Konzern gemessen an seinem Nettoinventarwert eigentlich doppelt so viel wert sein müsse an der Börse. Elliott hätte darauf vertraut, dass Softbank diese Lücke durch Aktienrückkäufe, eine verbesserte Unternehmensführung und den Verkauf von Vermögenswerten schließen könne.

Das gelang Son ganz offensichtlich nicht. Elliott aber auch andere Investoren kritisierten dem Bericht zufolge schon im vergangenen Jahr, dass der Softbank-Gründer keine neuen Aktienrückkaufprogramme aufgesetzt habe, sondern vielmehr über seinen Vision-Fund weiter Milliarden in junge Unternehmen steckte. Verantwortlich für die Investitionen zeichnete seinerzeit Gordon Singer, Leiter des Londoner Büros von Elliott und Sohn des Firmengründers Paul Singer.

rei
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