Dienstag, 26. Mai 2020

Börsenturbulenzen El-Erian rät zu Aktienverkäufen

El-Erian: Klare Worte zur unklaren Lage - Aktien sind riskant geworden. Was er zu Anleihen sagte oder als Alternativen nannte, ist nicht überliefert

Nach dem raketenhaften Start von Alibaba mahnt Mohamed El-Erian zur Vorsicht. Während es für andere Experten derzeit keine Alternativen zur Geldanlage in Aktien gibt, rät der Star-Investor, Aktien auch mal zu verkaufen.

Hamburg - Alibaba hat an der Börse einen Traumstart hingelegt. Seit Jahren klettern Dow & Co. weiter bergan, ganz so, als ob es keine Krisen gäbe - doch es gibt sie. Deswegen rät Mohamed El-Erian, Allianz-Chefberater in Sachen Volkswirtschaft, Anlegern dazu, die Aktienquote in ihrem Portfolio zu reduzieren, berichtet CNN Money.

Eine überraschend klare Ansage in einer Welt, in der Risiken sehr wohl gesehen und gewogen werden, doch Aktien noch immer als alternativlos gelten. Zuletzt waren es Experten von Santander Börsen-Chart zeigen Asset Management, die den Aktien das Wort redeten. Einfach, weil die Alternative zu ihnen, die Anleihen, nichts abwerfen.

Es sei eine gruselige Welt dort draußen, findet El-Erian - doch die Börse übertreibe. "Wir haben einen Rekord nach dem anderen bei Dow Jones Börsen-Chart zeigen und S&P gesehen, dabei sind die zugrundeliegenden wirtschaftlichen und geopolitischen Fundamentaldaten beunruhigend." Zwar könnten dem, der jetzt Aktien verkauft, Gewinne entgehen - doch er würde auch Verluste vermeiden. "Die Zentralbanken haben alle Asset-Preise nach oben getrieben. Nicht, weil sie der beste Freund des Anlegers sein wollen, gewiss nicht - sondern weil das der einzige Weg ist, von dem sie hoffen, die Realwirtschaft damit stimulieren zu können." Das sei aber zum Scheitern verurteilt.

"Zentralbanken haben nicht die Werkzeuge, um die Wachstumsdynamik fundamental zu ändern, sie können nur Zeit kaufen. Doch sie kaufen Zeit und gleichzeitig das Risiko finanzieller Instabilität in der Zukunft." Harte Worte - umso mehr, als dass sie von El-Erian stammen, der nicht gerade als düsteres Orkakel bekannt ist, sondern eher als nüchterner Investor.

Einer größeren Öffentlichkeit wurde der in New York geborene El-Erian bekannt, als er zum Thronfolger des Anleihenkönigs Bill Gross bei der Allianz-Tochter Pimco ernannt wurde, um dann nach einer Auseinandersetzung mit dem Regenten Gross das Weite zu suchen.

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