Vorwurf Wertpapierbetrug Ehemalige Twitter-Aktionäre verklagen Elon Musk

In einer Sammelklage behaupten ehemalige Twitter-Aktionäre, Musk habe zu spät über seinen Einstieg bei der Plattform informiert. Er habe damit zu günstigen Aktienkursen seinen Anteil ausbauen können. Der Milliardär habe damit gegen Wertpapiergesetze verstoßen.
Elon Musk: Ehemalige Twitter-Aktionäre haben eine Sammelklage gegen den neuen Großaktionär eingereicht

Elon Musk: Ehemalige Twitter-Aktionäre haben eine Sammelklage gegen den neuen Großaktionär eingereicht

Foto: BRENDAN SMIALOWSKI / AFP

Tesla-Chef Elon Musk droht nach seinem Einstieg als Großinvestor bei Twitter rechtlicher Ärger. Ehemalige Aktionäre des Unternehmens starteten am Dienstag wegen angeblichen Wertpapierbetrugs eine potenzielle Sammelklage gegen den Multimilliardär bei einem Gericht in New York. Das teilte die zuständige Anwaltskanzlei mit.

Der Kläger beschuldigt Musk, sein Twitter-Investment nicht innerhalb der gesetzlichen Meldefrist öffentlich gemacht zu haben. Dadurch sei eine Börsenreaktion hinausgezögert und der Aktienkurs künstlich niedrig gehalten worden, während er seinen Anteil weiter ausbaute. Damit habe Musk gegen die Vorschriften des US-Wertpapiergesetzes gehandelt. In der Klage wird ein nicht näher bezifferter Schadensersatz gefordert. Eine Stellungnahme Musks zu der Klage lag zunächst nicht vor.

Eigentlich gelten strikte Vorschriften, wenn Beteiligungen an US-Firmen den Schwellenwert von 5 Prozent übersteigen. Musk hatte am 4. April in einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht SEC bekannt gemacht, einen Anteil von gut 9 Prozent an Twitter zu halten. Diese Nachricht ließ den Aktienkurs um fast ein Viertel in die Höhe schießen.

Doch der Klage zufolge hatte Musks Beteiligung bereits Mitte März bei über fünf Prozent gelegen - ohne dass dieser es fristgemäß innerhalb von zehn Tagen mitgeteilt habe. Dadurch habe Musk bis zur Mitteilung am 4. April weiter günstig Twitter-Aktien zukaufen können. Anleger, die in diesem Zeitraum verkauften, seien benachteiligt worden.

Ziel des Twitter-Investments von Musk bleibt weiter unklar

Tatsächlich scheint ein SEC-Dokument  die These des Klägers zu stützen. Was der Tesla-Chef mit seinem Twitter-Investment genau anfangen will, ist unklar. Musk trat in den letzten Wochen vor allem mit scharfer Kritik an Twitter und Umfragen zu der Plattform unter seinen eigenen Followern in Erscheinung. Ein Amt im Verwaltungsrat von Twitter lehnte Musk ab. Als Twitter-Direktor ist es Musk nicht möglich, als Individuum oder Teil einer Gruppe seinen Anteil auf mehr als 14,9 Prozent hochzuschrauben. Analysten hatten zuvor erklärt, dass sie eine dominante Rolle des neuen Großinvestors erwarten und eine mehrheitliche Übernahme von Twitter durch den Tesla-Chef nicht ausschließen. Als einer der reichsten Menschen auf der Welt könnte sich Elon Musk das leisten.

rei/DPA/Reuters