Dienstag, 25. Juni 2019

Antwort auf Elliott und Co Ebay-Chef kontert Hedgefonds mit Gewinn und Dividende

Ebay-Cehf Devin Wenig

Hedgefonds haben zuletzt kräftig Druck auf Ebay ausgeübt. Sie verlangen eine weitere Aufspaltung. Das Management um Ebay-Chef Devin Wenig pariert den Angriff mit guten Geschäftszahlen und verspricht erstmals in der Geschichte der Online-Plattform eine Dividende. Ob das Elliot und Co zufriedenstellt, ist aber zweifelhaft

Devin Wenig ist derzeit in keiner beneidenswerten Lage. Gleich zwei Hedgefonds und Anteilseigner sitzen dem Ebay-Chef im Nacken, verlangen nicht weniger als die Zerschlagung des Online-Marktplatzes, der sich gegen scheinbar übermächtige und breiter aufgestellte Wettbewerber wie Amazon oder Alibaba behaupten muss.

Auf das seit Monaten andauernde Drängen der aktionistischen Aktionäre antwortet Wenig jetzt mit guten Geschäftszahlen und einer Dividende, die Ebay erstmals in seiner Geschichte ausschütten will.

So hat Ebay im Weihnachtsquartal mit einem Nettogewinn von 763 Millionen Dollar nicht nur die Erwartungen der Analysten übertroffen, sondern zugleich den Quartalsumsatz um mehr als 6 Prozent auf 2,88 Milliarden Dollar hochgeschraubt. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Verlust von 2,6 Milliarden Dollar gestanden - was allerdings auch milliardenschweren Steuerforderung geschuldet war. Aktien von Ebay Börsen-Chart zeigen legten nachbörslichen Handel zunächst um 4 Prozent zu.

Zur Freude der Aktionäre kündigte Ebay zudem an, erstmals eine Quartalsdividende zahlen zu wollen. Sie soll 14 Cent je Anteilsschein betragen. In diesem Jahr sollen rund 5,5 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückgezahlt werden.

Hedgefonds verlangen weitere Aufspaltung von Ebay

Ob das reicht, die derzeit massiv intervenierenden US-Hedgefonds ruhig zu stellen, ist aber zweifelhaft. Denn der einflussreiche Investor Elliott Management mit seinem Besitzer Paul Singer verlangt nicht weniger, als dass sich Ebay weiter von profitablen Beteiligungen wie die Ticketbörse StubHub und die Ebay Classifieds Group trennt. Zur Group gehören auch die deutschen Angebote Ebay Kleinanzeigen und mobile.de.

Elliott und der ebenfalls in New York ansässige Hedgefonds Starboard Value LP, die jeweils weniger als 5 Prozent der Ebay-Anteile halten sollen, sind überzeugt, dass sich der Unternehmenswert durch eine Zerschlagung und Konzentration aufs Kerngeschäft nahezu verdoppeln ließe. Wir hartnäckig Elliott seine Ziele verfolgt, bekamen schon die deutschen Konzerne Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen, Bayer Börsen-Chart zeigen und der Anlagenbauer Gea Group Börsen-Chart zeigen zu spüren.

"Ebay steht noch ganz am Anfang der Auseinandersetzung", sagt auch Josh Olson, Analyst bei Edward Jones & Co, gegenüber Bloomberg. Die Dividende könnte als symbolisches Friedensangebot, als eine Art Olivenzweig verstanden werden. Es sei aber klar, dass EBay Elliotts Forderung nicht völlig zustimmen werde.

Ebay-Chef sieht offenbar wenig Sinn in einer Aufspaltung

So betonte Konzernchef Wenig auch, es gebe "beträchtliche Synergien" zwischen dem zentralen Marktplatz EBay und den anderen Unternehmen. So würden etwa Sportfans Trikots von ihrem Lieblingsteam bei EBay kaufen, nachdem sie zuvor Tickets bei StubHub erworben haben.

Nach 2019 werde sich das Wachstum im kommenden Jahr noch beschleunigen, versicherte Wenig. "EBay hatte noch nie mehr Käufer, Verkäufer oder Inventar in seiner Geschichte", sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Wir fühlen uns stark genug, auch in Zukunft Wert für unsere Aktionäre zu schaffen und zu liefern."

Zweifelsohne hat Amazon nicht nur mehr Kunden und wächst auch schneller als Ebay. Doch beginnen Ebays Investitionen in die Kundengewinnung und neue Produkte sich offenbar nun langsam auszuzahlen. Überdies hatte Ebay seine Werbung verstärkt und zugleich das Einkauferlebnis auf seiner Plattform durch eine nutzerfreundliche Bedienung verbessert. Dabei versucht sich die Online-Plattform unter Führung von Devin Wenig ganz bewusst von seinem Wettbewerber Amazon abzugrenzen

Ebay hatte sich schon einmal unter massiven Druck von Hedgefonds aufgespalten und sich vor vier Jahren von dem schneller wachsenden Bezahldienst Paypal getrennt. Den jüngsten Angriff von Elliott hat das Management bislang lediglich mit den Worten kommentiert, man werde die Vorschläge "sorgfältig prüfen und bewerten".

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