Börsendebüt in den USA Doordash ist jetzt 70 Milliarden Dollar wert

Dem US-Essenslieferdienst gelingt ein gigantisches Debüt an der US-Börse. In der Spitze verdoppelte sich der Wert der Aktien am ersten Handesltag nahezu. Das Unternehmen wird damit höher bewertet als BASF oder BMW.
Corona-Profiteur: Der Essenslieferant Doordash überzeugt die Investoren.

Corona-Profiteur: Der Essenslieferant Doordash überzeugt die Investoren.

Foto: Richard B. Levine / imago images

Der US-Essensauslieferer Doordash hat am Mittwoch ein fulminantes Börsendebüt hingelegt. Nachdem der erste Kurs des Uber-Rivalen schon bei 182 Dollar und damit weit über dem Ausgabepreis von 102 Dollar lag, kletterte die Aktie im Handelsverlauf auf knapp 196 Dollar. Doordash hatte mit der Erstnotiz rund 3,4 Milliarden Dollar eingesammelt (umgerechnet 2,8 Milliarden Euro), was einer Unternehmensbewertung von 39 Milliarden Dollar entsprach. Der Ausgabepreis lag bereits deutlich über der zuletzt angehobenen Preisspanne. Mit dem Kurssprung schoss die Unternehmensbewertung auf rund 70 Milliarden Dollar.

70 Milliarden Dollar entspricht etwa dem Anderthalbfachen der Marktkapitalisierung der europäischen Konkurrenten Delivery Hero  und Just Eat Takeaway  zusammen. Doordash ist damit auch höher bewertet als zum Beispiel die Dax-Konzerne BASF, Adidas oder BMW - sie bringen es aktuell an der Börse auf 50 bis 55 Milliarden Euro Marktwert.

Noch Anfang des Jahres war Doordash nach einer Finanzierungsrunde mit rund 15 Milliarden Dollar bewertet worden, 2018 waren es lediglich 1,4 Milliarden Dollar. Die jüngste Entwicklung darf zweifelsohne als Zeichen der Euphorie bewertet werden – getrieben durch sprunghaft gestiegene Notierungen an der US-Technologiebörse.

In diesem Jahr sammelten Firmen insgesamt 156 Milliarden Dollar bei Börsengängen in den USA ein. Damit ist der bisherige Rekord aus dem Jahr 1999, dem Höhepunkt des Dotcom-Booms, eingestellt. Und diese Woche steht mit dem erwarteten Börsengang der Buchungsplattform Airbnb ein weiterer Milliarden-IPO an.

Masayoshi Son macht gigantischen Buchgewinn

Der Essenslieferant Doordash war binnen zwei Jahren rasant zum Marktführer in den USA gewachsen ist. Er habe die Investoren vor allem durch seine Fähigkeit überzeugt, lokale Märkte schnell zu erobern und dabei auch noch Gewinne zu erzielen, heißt es. Im zweiten Quartal schrieb Doordash bei einem Umsatz von 675 Millionen Dollar einen Gewinn von 23 Millionen Dollar, im dritten Quartal allerdings stand unter dem Strich wieder ein leichter Verlust bei 879 Millionen Dollar Umsatz. Insgesamt war der Umsatz in den ersten neun Monaten dreimal so hoch wie noch 2019.

Auch die europäischen Konkurrenten wie der Dax-Konzern Delivery Hero oder Just Eat Takeaway profitieren in der Corona-Pandemie stark von der steigenden Nachfrage nach Essenslieferungen. Und im Schatten des Börsengangs in den USA zog auch der Delivery-Hero-Kurs mit. Mit einem satten Plus von mehr als sechs Prozent waren die Berliner der Tagesgewinner unter den Dax-30-Konzernen.

Profitieren von dem Doordash-Börsengang wird auch Softbank-Chef Masayoshi Son (63). Sein Vision Fund pumpte erstmals vor zwei Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in Doordash und ist dort mittlerweile mit 24,9 Prozent größter Anteilseigner. Rund 680 Millionen Dollar investierte Son bislang in den Essenslieferanten. Beim Handelsstart war das Paket 17,4 Milliarden Dollar wert. Son hat seinen Einsatz um den Faktor 25 gesteigert.

lhy, rei/Reuters