Börsenprofi Dirk "Mr. Dax" Müller An diesen Punkten fällt beim Dax die Entscheidung

Von Dirk Müller

Uber hebt mit Airbus ab

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Der viel diskutierte Fahrdienstvermittler Uber hat in dieser Woche für neue Schlagzeilen gesorgt. Man möchte hoch hinaus und nimmt jetzt auch die Vermittlung von Hubschrauberflügen ins Programm auf. Das klingt im ersten Moment vielleicht verrückt, könnte aber trotzdem funktionieren.

Zahlungskräftige Kunden mit eng gestricktem Terminkalender und dem nötigen Kleingeld dürften sich in den wachsenden Megacities durchaus finden. Passend zu diesem Thema hat Airbus  bereits im letzten Jahr das "Airbus X6 Concept" vorgestellt. Mit diesem Großraum-Helikopter sollen bis zu 20 Passagiere transportiert werden können. Die Airbus-Aktie korrigiert bereits seit einigen Monaten den langfristigen Aufwärtstrend. Die nächste Unterstützung und damit ein potentielles Kaufniveau liegt zwischen 50 und 52 Euro.

Ford - Erfolg mit Dividende und Digitalisierung

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Während der heimische Volkswagenkonzern auf ein gnädiges Urteil in der Diesel-Gate-Affäre in den USA hoffen muss, gibt Ford  deutlich Gas. Für das Geschäftsjahr 2015 rechnet der Konzern mit einem Rekordgewinn. Neben der regulären Dividende in Höhe von 15 US-Cent je Aktie für das erste Quartal 2016, soll nun auch noch eine Sonderdividende von 25 US-Cent ausgeschüttet werden.

Für Fantasie könnten auch die zuletzt wieder aufgekommenen Gerüchte über eine mögliche Kooperation mit Google  sorgen. Der Internet-Konzern betont immer wieder, dass er nicht zum Automobilhersteller mutiert, sondern eine strategische Partnerschaft mit einem bestehenden Anbieter sucht. Eben dieser könnte in Ford Motors gefunden werden. Das Detroiter Unternehmen hat erst kürzlich eine Testreihe mit selbstfahrenden Autos angekündigt.

GoPro - ohne Idee keine Trendwende

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Die Aktie des Aktionkamera-Herstellers GoPro ist nach der Erstnotiz Mitte 2014 mit einem Hype von knapp 30 Dollar auf über 95 Dollar getrieben worden. Die Idee der kleinen Actioncams war wunderbar. Aber wo es etwas zu verdienen gibt, sind natürlich auch andere Hersteller ganz schnell mit an Bord und steigen in das neue Segment mit ein. Wenn man über längere Zeit erfolgreich am Markt bestehen möchte, reicht eine Idee eben oft nicht aus. So auch bei GoPro . Der Markt ist mittlerweile gesättigt und wird von anderen Herstellern geflutet.

Dirk Müller

Dirk Müller, bekannt als "Mister Dax", ist Buchautor, Initiator eines eigenen Aktienfonds, Kolumnist und betreibt die Website Cashkurs.com . Seit mehr als zehn Jahren arbeitet er als Händler an der Frankfurter Börse.

Entsprechend sind auch die zuletzt veröffentlichten Unternehmenszahlen ausgefallen. Nachdem die Umsatzprognosen im Vorfeld bereits reduziert wurden, konnten selbst diese Prognosen nicht erfüllt werden. Dadurch wurde der ohnehin schon rasante Fall der Aktie weiter beschleunigt. Die Aktionäre mussten in den letzten Monaten schlimme Kursverluste hinnehmen. Aus diesem Grund investieren wir in unserem Fonds in Unternehmen, die ihre Marktführerschaft über einen langen Zeitraum behaupten konnten.

Netflix - Durchatmen nach der Kurshausse

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Die Unternehmenszahlen des US-Streamingdienstes Netflix  lesen sich ganz wunderbar. Man zählt mittlerweile mehr als 75 Millionen Abonnenten. Auch für das erste Quartal 2016 ist man optimistisch, was die zahlenden User betrifft. Die Dienste sind in 190 Ländern verfügbar - nur China konnte noch nicht erobert werden. Der Umsatz wurde um mehr als 40 Prozent gesteigert.

Jetzt kommt allerdings das große "Aber". Wie sieht es unter dem Strich aus? Der Gewinn liegt bei 43 Millionen Dollar im Quartal. Eigentlich kein schlechtes Ergebnis - aber bei einem Börsenwert von 46 Milliarden Dollar, sieht das Verhältnis schon wieder anders aus.

Die Aktie hat eine Verschnaufpause verdient. Die nächste große Unterstützung ist bei 70,00 Dollar zu finden.

Dax - Unterstützung oder weiterer Abverkauf?

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Der deutsche Leitindex hat am Mittwoch erstmals an der 9300-Punkte-Marke geschnuppert und damit die Tiefststände von September letzten Jahres erreicht. Dieses Kursniveau ist als erste große Unterstützung anzusehen. Sollte sich der Markt allerdings noch nicht beruhigen lassen, ist mit einem weiteren, deutlichen Abverkauf zu rechnen. Die nächst tiefere Unterstützung befindet sich zwischen 8150 und 8350 Punkten.

Folgt der Dax seinem europäischen Bruder, dem Euro Stoxx 50 , ist es um eine Erholung allerdings nicht gut bestellt. Der Euro Stoxx 50 hat bereits die Tiefs des Vorjahres unterschritten.

Wir dürfen natürlich auch nicht vergessen, dass der crashartige Zustand eine große Chance darstellt, die sich möglicherweise so schnell nicht wiederholt. Konzentrieren wir uns also auf grundsolide Unternehmen und greifen zu, wenn Mr. Market die Anteilsscheine vielleicht noch etwas günstiger hergibt oder sich die Lage beruhigt.