Preisrallye auch bei Metallen Dieselpreis erstmals über zwei Euro

Mit steigenden Ölpreisen schnellen auch die Spritpreise auf Rekordniveau. Ein starker Dollar und eine starke Heizöl-Nachfrage verstärken den Effekt. Die Preisrally bei Metallen zwingt die Metallbörse London zum Handelsstopp für Nickel.
Tanken wird zum Luxus: Im Durchschnitt des März 2021 hatte Diesel noch 1,315 Euro pro Liter gekostet

Tanken wird zum Luxus: Im Durchschnitt des März 2021 hatte Diesel noch 1,315 Euro pro Liter gekostet

Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Der Ukraine-Krieg hat die Spritpreise erstmals über die Schwelle von zwei Euro steigen lassen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Montags kostete Superbenzin der Sorte E10 2,008 Euro je Liter, bei Diesel waren es 2,032 Euro, wie der ADAC am Dienstag in München mitteilte.

Brent

Haupttreiber des Anstiegs an der Zapfsäule sind die Ölpreise, die im Zuge des Konflikts in der Ukraine nach oben geschossen sind. Am Montag hatte die für Europa wichtige Sorte Brent zwischenzeitlich bis zu 139 Dollar pro Fass (159 Liter) gekostet, nachdem US-Außenminister Antony Blinken einen Importstopp für russisches Erdöl ins Spiel gebracht hatte. Am Dienstagmorgen kostete die Sorte Brent rund 128 Dollar je Barrel.

Starker Dollar und starke Heizöl-Nachfrage treiben zusätzlich

Der aktuell starke Dollar verstärkt diesen Effekt noch einmal, da Öl in Dollar gehandelt wird und deutsche Käufer in Euro bezahlen. Hinzu kommt, dass der Dieselpreis durch eine hohe Nachfrage nach dem relativ ähnlichen Heizöl weiter angetrieben wird und Importeure die Einfuhr von Diesel aus Russland zurückfahren.

Dass derzeit so extreme Spritpreis-Rekorde erreicht werden, liegt auch daran, dass der Effekt durch den Krieg in der Ukraine auf bereits erreichte Rekordniveaus der vergangenen Monate aufsetzt. Auf Jahressicht ist der Anstieg gewaltig: Im Durchschnitt des März 2021 hatte Diesel noch 1,315 Euro pro Liter gekostet, bei Super E10 waren es 1,454 Euro.

Metallbörse London setzt Handel mit Nickel aus

Parallel zum Rohölpreis ziehen auch die Preise für zahlreiche Metalle weiter deutlich an. Nach einem massiven Preisanstieg hat die Londoner Metallbörse LME am Dienstag den Handel mit Nickel sogar vorerst ausgesetzt. Zuvor hatte der Nickel-Kurs mit zeitweilig 101.365 Dollar je Tonne (umgerechnet rund 93.094 Euro) einen neuen Rekordstand erreicht. Nach weiteren "beispiellosen" nächtlichen Anstiegen des dreimonatigen Nickelpreises habe die LME beschlossen, den Handel zumindest für den Rest des Tages auszusetzen, erklärte die Börse.

Hintergrund des Preisansteigs sind vor allem befürchtete Lieferengpässe infolge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine und der daraufhin verhängten Sanktionen. Russland ist einer der weltweit größten Exporteure für Nickel. Bedeutsam ist Nickel vor allem für die Veredelung von Stahlprodukten, eine Rolle spielt das Element aber auch für die Herstellung von Batterien etwa für Elektroautos.

Damit nicht genug: Das für Autokatalysatoren verwendete Palladium, dessen Hauptexporteur ebenfalls Russland ist, stieg am Morgen um mehr als sechs Prozent auf 3195 Dollar je Feinunze. Aluminium, das im Flugzeug- und Automobilbau benötigt wird, legt mehr als vier Prozent auf 3900 Dollar je Tonne zu.

rei/dpa-afx