Mittwoch, 18. September 2019

Börsenprofi Thomas Grüner zeigt Warum der Aktienmarkt vorläufig nicht abstürzen wird

5. Teil: Anleihezinsen - ein unfairer Vergleich der USA mit Italien

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Das seit Jahren anhaltende Niedrigzinsumfeld macht es Investoren schwer, mit festverzinslichen Wertpapieren eine positive Rendite zu erwirtschaften. Wer dennoch in der Anlageklasse Renten investiert sein möchte, dem empfiehlt es sich, einen genauen Blick auf die relative Attraktivität innerhalb des Anleihesektors zu werfen.

Als Beispiel ziehen wir einen Vergleich zwischen der Rendite 10-jähriger Staatsanleihen aus den USA und Italien heran. Der Spread beträgt derzeit knapp 20 Basispunkte. Ist dies gerechtfertigt?

Zur genaueren Analyse betrachten wir einige volkswirtschaftliche Kennzahlen. Das italienische BIP ist im vergangenen Jahr um 1,0 Prozent gewachsen, das amerikanische BIP um 1,6 Prozent. Zum letzten Berichtszeitraum beträgt das Verhältnis von Staatsschulden zu BIP in Italien 133 Prozent, in den USA 106 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt in Italien bei 11,9 Prozent, in den USA bei 4,7 Prozent. Das Credit Rating für Italien wurde von S&P mit BBB- bewertet, im Gegensatz zum deutlich besseren AA+ Rating für die USA.

Ein unfairer Vergleich! Dennoch verlaufen die Anleiherenditen in den letzten zwei Jahren nahezu deckungsgleich. Der "Vorsprung" der Fed gegenüber der EZB bei der Zinswende macht es möglich.


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