Dax-Zusammensetzung Puma vor Abstieg, Porsche vor Aufstieg

Am Abend entscheidet die Deutsche Börse über die Zusammensetzung ihrer Indizes. Der Aufstieg des Autobauers Porsche in den Dax gilt als gesetzt, weichen muss voraussichtlich der Sportartikler Puma – schlechte Nachrichten für CEO Björn Gulden kurz vor seinem Abgang.
Konnte den Börsenwert nicht nachhaltig steigern: Puma-CEO Björn Gulden verlässt den Sportartikelhersteller und übernimmt zum 1. Januar den Vorstandsposten beim Konkurrenten Adidas

Konnte den Börsenwert nicht nachhaltig steigern: Puma-CEO Björn Gulden verlässt den Sportartikelhersteller und übernimmt zum 1. Januar den Vorstandsposten beim Konkurrenten Adidas

Foto: Lev Radin / imago images/Pacific Press Agency

Noch vor Weihnachten dürfte die Porsche AG  in den deutschen Leitindex Dax aufgenommen werden. Dafür muss voraussichtlich der Sportartikelhersteller Puma ausscheiden. Das erwarten sowohl die US-Bank J.P. Morgan als auch die Investmentbank Stifel Europe.

Die Deutsche Börse wird die neue Zusammensetzung der Indizes am heutigen Montagabend bekannt geben. Etwaige Änderungen treten am Montag, 19. Dezember, in Kraft. Entscheidend für einen Indexplatz ist die durchschnittliche Marktkapitalisierung der Aktien im Streubesitz in den 20 Handelstagen vor der Indexentscheidung.

Nach wie vor seien die Aktien des vom Mutterkonzern Volkswagen Ende September an die Börse gebrachten Sportwagenbauers ein "klarer Aufsteiger", wie Index-Experte Tom Koula von Stifel Europe sagt. So erfüllt die Porsche AG die im Vergleich zu einer regulären Aufnahme strengeren "Fast Entry"-Kriterien der Deutschen Börse: Der Börsenwert, gemessen an den frei handelbaren Aktien, reicht mit 11,8 Milliarden Euro locker aus. Der Ausgabepreis der Porsche-Papiere hatte bei 82,50 Euro gelegen, mittlerweile notiert die Aktie bei 106 Euro. Bereits im Dax vertreten ist VW-Großaktionär Porsche SE.

Absteigen muss dafür der kleinste Dax-Wert, und das ist Puma  geblieben. Seine am Streubesitz orientierte Marktkapitalisierung liegt nur noch bei 4,9 Milliarden Euro und damit hinter der des Online-Modehändlers Zalando  und des Energietechnikunternehmens Siemens Energy . Bis vor Kurzem galt noch Zalando als abstiegsgefährdet, seit dem Börsengang von Porsche hat die Aktie jedoch um mehr als 60 Prozent zugelegt.

Weitere Änderungen im Dax werden im Dezember nicht erwartet. Sobald jedoch der Industriegasekonzern Linde  der heimischen Börse den Rücken kehrt, um nur noch in den USA notiert zu sein, könnte der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall  seine bereits länger ersehnte Aufnahmechance erhalten, sagt Koula. Die Commerzbank  dagegen erfüllt ihm zufolge das Aufnahmekriterium eines zwei Jahre in Folge positiven Ebitda nicht und werde daher das Nachsehen haben.

mg/dpa-afx
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