Deutsche Biotech-Perle Qiagen macht 101 Prozent mehr Gewinn

Die deutsche Biotech-Firma Qiagen hat dank der Corona-Krise ein herausragendes zweites Quartal hingelegt. Die Aktie rutscht dennoch ab.

Boom-Nachfrage für Qiagen: Corona-Test im belgischen Antwerpen

Boom-Nachfrage für Qiagen: Corona-Test im belgischen Antwerpen

Foto: Virginia Mayo/ AP

Das deutsche Biotechunternehmen Qiagen hat im zweiten Quartal wegen der rauschenden Nachfrage nach Corona-Tests Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Die Nettoerlöse seien um 16 Prozent auf 443,3 Millionen US-Dollar gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstagabend in Venlo mit. Währungsbereinigt betrug das Plus 19 Prozent, wie das Unternehmen bereits im Juli angekündigt hatte.

Das operative Einkommen verdoppelte sich fast auf 118,7 Millionen Dollar. Unter dem Strich legte der Gewinn um 101 Prozent auf 89,8 Millionen Dollar zu. Der währungsbereinigte Gewinn je Aktie stieg wie zuvor prognostiziert auf 56 US-Cent.

Die herausragende Quartalsbilanz ist gut für Qiagen - aber schlecht für die bevorstehende Übernahme durch den US-Laborausrüster Thermo Fisher. Schon von Anfang an empfanden Aktionäre wie der Hedgefonds Davidson Kempner den von Thermo Fischer im März - vor dem Ausbruch der Corona-Krise - gebotenen Preis von 39 Euro je Aktie als zu niedrig.

Der US-Konzern hatte seine Offerte daraufhin im Juli auf 43 Euro je Aktie erhöht und die Annahmequote von 75 Prozent auf zwei Drittel gesenkt - aber auch dies reichte den Aktionären noch nicht, sie wollen ihre Aktien nicht verkaufen. Davidson Kempner argumentiert, wegen Qiagens starkem Geschäft in Folge der Coronavirus-Pandemie sei das Unternehmen durch Thermo Fisher nach wie vor unterbewertet.

Thermo Fisher erklärte am Abend noch einmal, die angehobene Offerte über 43 Euro je Aktie sei das "beste und letzte Angebot". Der US-Konzern werde keine weitere Offerte starten, wenn die aktuelle über 11,3 Milliarden Euro scheitere und die Annahmequote nicht erreicht werde. Sollte es so kommen, müsse Qiagen zudem 95 Millionen Dollar in bar an Thermo Fisher zahlen. Die Annahmefrist läuft noch bis zum 10. August.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat von Qiagen bekräftigten am Dienstagabend ihre einstimmige Empfehlung an die Aktionäre, das Angebot von Thermo Fisher anzunehmen. Sie würden das Angebot uneingeschränkt unterstützen. Nach Angaben von Thermo Fisher haben Vorstand und Aufsichtsrat von Qiagen ihre Aktien bereits vollständig angedient.

Die Befürchtung, dass der Deal mit Thermo Fischer nun scheitern könnte, haben die Papiere belastet. Sie fielen am Mittwoch um 2,8 Prozent auf 40 Euro.

ak/Reuters/dpa-afx
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