Börse Deutsche Bank und K+S bremsen Dax

Der Dax legt leicht zu - das verbesserte Konsumklima in Deutschland stützt den Index. Die Verluste der Deutschen Bank sowie der Kurssturz des Kaliherstellers K+S bremsen jedoch den Index. Auch an der Wall Street bleibt man vor der Fed-Sitzung vorsichtig.
Börsenparkett in Frankfurt: Gute Vorgaben aus Asien sowie starke Konjunkturdaten aus Deutschland treiben den Index an

Börsenparkett in Frankfurt: Gute Vorgaben aus Asien sowie starke Konjunkturdaten aus Deutschland treiben den Index an

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Positiv aufgenommene Konjunkturdaten und die auf Hochtouren laufende Berichtssaison haben dem deutschen Aktienmarkt am Dienstag zu leichten Gewinnen verholfen. Der Dax  stieg am Vormittag um knapp ein Prozent, gab bis zum Nachmittag jedoch den Großteil der Gewinne wieder ab und notierte zum Handelsschluss auf Xetra nur noch 0,2 Prozent im Plus bei 8271 Punkten.

Im Fokus standen am Dienstag die Zahlen der Deutschen Bank, von Infineon , Linde sowie von Fresenius und FMC . Zudem geriet der Kalihersteller K+S wegen des befürchteten Preiseinbruchs bei Kalidünger unter die Räder.

Auch von der Konjunktur kamen Impulse: Das Marktforschungsunternehmen GfK meldete den siebten Anstieg der Verbraucherstimmung in Folge. Das für August ermittele GfK-Konsumklima stieg stärker als erwartet.

Wall Street startet vor Fed-Sitzung mit Gewinnen

Die US-Börsen notierten zum Handelsschluss in Europa minimal im Plus. Der Dow Jones  kletterte um 0,2 Prozent auf 15.542 Punkte. Die Anleger wagten sich vor der Entscheidung über den weiteren Kurs der US-Notenbank am Mittwoch nicht zu weit aus der Deckung, sagten Händler. Das Fed-Meeting wird erst am Mittwoch zu Ende gehen.

Russische Uralkali versetzt Kali-Branche in Aufruhr

In Aufruhr war am Dienstag die Kali-Branche weltweit. In den USA stürzten die Aktien des Düngemittel-Produzenten Mosaic um mehr als 21 Prozent ab, während Potash (Kurswerte anzeigen) um 26 Prozent nachgab. Zuvor hatte der russische Kali-Produzent Uralkali mit der überraschenden Ankündigung seines Austritts aus dem Kali-Exportverbund BPC für Unruhe gesorgt. Denn Uralkali rechnet damit, dass die Kali-Preise global um rund 25 Prozent sinken könnten. Dies sorgte auch bei der im Dax notierten K+S für einen Kurssturz.

Infineon hebt Prognose an - Deutsche Bank schwach

Die Aktien von Infineon (Kurswerte anzeigen) verteuerten sich zunächst, nachdem der Chiphersteller seine Umsatzprognose für das laufende Jahr angehoben hatte. Im späteren Handelsverlauf drehten die Aktien jedoch deutlich ins Minus - Anleger nahmen Gewinne mit, da die Aktie bereits in den vergangenen Wochen stark gestiegen war.

Verluste gab es auch bei den Titeln der Deutschen Bank (Kurswerte anzeigen) . Sie büßten rund 4 Prozent ein, nachdem der Finanzkonzern auch wegen hoher Rückstellungen für Rechtsrisiken einen deutlichen Ergebnisrückgang im zweiten Quartal gemeldet hatte.

Aktie von K+S bricht ein

Schlusslicht im deutschen Leitindex waren aber die Anteilsscheine des Dünger- und Salzproduzenten K+S  . Sie brachen um rund 25 Prozent ein. Ein Händler verwies auf Sorgen um die Preisentwicklung bei Kalidünger: Ein Preisverfall, wie vom russischen Konkurrenten Uralkali prognostiziert, würde den Hersteller aus Kassel empfindlich treffen.

Fresenius und FMC können mit Zahlen nicht überzeugen

Auch der Medizinkonzern Fresenius (Kurswerte anzeigen) und dessen Tochter Fresenius Medical Care (Kurswerte anzeigen) überzeugten die Anleger nicht. FMC litt im zweiten Jahresviertel unter den staatlichen Sparmaßnahmen in den USA und musste einen Gewinnrückgang hinnehmen. Ungeachtet dessen schraubte Fresenius die eigenen Erwartungen für den Überschuss nach oben. Allerdings hatte der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern die Marktschätzung im abgelaufenen Quartal verfehlt, sagte ein Analyst.

MDax: Rheinmetall verliert zweistellig

Im MDax  rauschten Rheinmetall (Kurswerte anzeigen) zweistellig nach unten. Der Autozulieferer und Rüstungskonzern hatte am Vorabend die Ziele für das Rüstungsgeschäft gesenkt. Ein Börsianer sprach von einer "massiven Gewinnwarnung".

Zu den Gewinnern im Index der mittelgroßen Werte zählten Wacker Chemie (Kurswerte anzeigen) und Gea Group (Kurswerte anzeigen) . Der Maschinenbauer Gea machte im zweiten Quartal die Auftragsflaute wett, während der Solarindustriezulieferer Wacker Chemie einem Händler zufolge mit den bestätigten Mittelfristzielen überzeugte.

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Der Euro in Dollar  hat sich am Dienstag nahe einem Sechswochenhoch bewegt. Vor den Zinsentscheiden der US-Notenbank Fed am Mittwoch und der EZB am Donnerstag ließen Marktteilnehmer Vorsicht walten, hieß es. Zuletzt stand der Euro bei 1,3256 Dollar.

Die Ölpreise verzeichneten unterdessen leichte Verluste. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im September kostete 107,39 US-Dollar. Das waren sechs Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um 17 Cent auf 104,38 Dollar.

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ts/dpa-afx
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