IPO wohl im April Deliveroo will zum Börsengang mehr als eine Milliarde Euro einfahren

Rund 1,2 Milliarden Euro will der Lieferdienst Deliveroo mit neuen Aktien einnehmen. Zusätzlich werden sich Alteigentümer von Papieren trennen. Einer der größten Börsengänge in London dürfte im April starten.
In Großbritannien populär: Der Essenslieferdienst Deliveroo ist weltweit aktiv, gut die Hälfte seines Geschäfts machte das Unternehmen 2020 aber in Großbritannien und Irland

In Großbritannien populär: Der Essenslieferdienst Deliveroo ist weltweit aktiv, gut die Hälfte seines Geschäfts machte das Unternehmen 2020 aber in Großbritannien und Irland

Foto: PR

Der britische Essenslieferdienst Deliveroo plant für den geplanten Börsengang in London eine Kapitalerhöhung um eine Milliarde Pfund (1,16 Milliarden Euro). Zusätzlich zu den neuen Aktien sollen dann auch bestehende Aktien von Alteigentümern verkauft werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. In welchem Umfang Anteile damit insgesamt platziert werden sollen, dazu machte das Unternehmen zunächst keine Angaben. Auch die Kunden in Großbritannien sollen die Möglichkeit erhalten, Aktien zu zeichnen. Details etwas zur Preisspanne oder auch das Datum des Börsengangs will das Unternehmen im Börsenprospekt nennen.

Deliveroo hatte den Börsengang Anfang März angekündigt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP soll der Börsengang im April über die Bühne gehen. Deliveroo könnte einen Börsenwert von mehr als sieben Milliarden Dollar (5,8 Milliarden Euro) erreichen. Der Onlineriese Amazon hält 16 Prozent an dem Unternehmen.

Deliveroo will nach Angaben vom Montag zwei Arten von Aktien ausgeben: Typ A für den Verkauf an Anleger und Typ B ausschließlich für den Gründer und Chef des Unternehmens, Will Shu. Jede Aktie vom Typ B gewährt demnach 20 Stimmen - damit will Shu die Kontrolle über den Kurs von Deliveroo behalten. Diese Struktur mit zwei Aktiengattungen findet sich oft bei börsennotierten Tech-Unternehmen in den USA, ist unter britischen Investoren aber weniger beliebt. Deshalb kann Deliveroo zunächst auch nicht in den britischen Auswahlindex FTSE  einziehen.

Shu hatte Deliveroo im Jahr 2013 in London gegründet und war schnell auch in andere Länder expandiert. In Deutschland war der Dienst im April 2015 gestartet und hatte sein Geschäft hierzulande im August 2019 überraschend beendet.

Deliveroo schreibt bei rasant steigenden Umsätzen noch Verluste

Deliveroo hat nach eigenen Angaben gut 2000 Mitarbeiter und arbeitet in zwölf Märkten mit mehr als 100.000 selbstständigen Auslieferern in 800 Städten weltweit zusammen. Im vergangenen Jahr hat das abgewickelte Bestellvolumen um nahezu zwei Drittel auf 4,1 Milliarden Pfund zugelegt, gut die Hälfte des Geschäfts machte das Unternehmen dabei in Großbritannien und Irland. Der Umsatz aus dem Tagesgeschäft kletterte um 57,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Pfund. Unter dem Strich hat Deliveroo aber einen Verlust von 226 Millionen Pfund eingefahren. Aus Deutschland hatte sich der Anbieter im Herbst 2019 zurückgezogen.

Lieferdienste gelten als Gewinner der Coronavirus-Krise mit Lockdowns und Restaurantschließungen. In Deutschland gelang Delivery Hero der Sprung in den Leitindex Dax. Die drastisch gestiegenen Umsätze der Branche und der Hype um die Unternehmen sind indes keineswegs eine Garantie für Gewinne. Delivery Hero konnte im vergangenen Jahr zwar die Erlöse fast verdoppeln, schrieb aber weiter Verluste.

rei/dpa-afx/AFP
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