Börse Erholung im Dax - Midterm-Wahlen in USA könnten Kurse stützen

Der Dax hat wieder zugelegt. Die Midterm-Wahlen in den USA könnten den Anstoß für eine weitere Erholung liefern: US-Präsident Trump wirbt schon mal mit einer möglichen Einigung im Handelsstreit mit China.
Erholung im Dax: Der Index notiert wieder über 11.500 Punkten

Erholung im Dax: Der Index notiert wieder über 11.500 Punkten

Foto: DPA

Die US-Kongresswahlen könnten den Aktienmärkten Experten zufolge den Weg für weitere Kursgewinne ebnen. "Sind die Wahlen erst einmal vorbei, fällt ein weiteres Stück Unsicherheit von den Börsen ab", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners voraus. Zusätzlichen Schub versprechen sich Marktteilnehmer von der Aussicht auf eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China.

Pünktlich zur US-Wahl kommt wieder Bewegung in den Konflikt. Allerdings dämpfte US-Präsident Donald Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow mit Äußerungen am Freitag nach Börsenschluss in Europa die Erwartungen. "Sollte es nun zu einem Abkommen zwischen beiden Ländern kommen, wäre dies eine enorme Erleichterung für die Aktienmärkte", unterstrich Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Anleger hoffen bereits auf eine Kursrally und weitere Erholung an den Börsen zum Jahresende. In der vergangenen Woche legte der Dax  2,8 Prozent zu. Seit Jahresbeginn hat der Dax allerdings mehr als 10 Prozent nachgegeben. Eine Einigung im Handelskonflikt zwischen USA und China könnte für einen positiven Impuls an den Märkten für eine weitere Erholung sorgen.

Midterm-Wahlen: Demokraten könnten Mehrheit im Repräsentantenhaus erobern

Sollten die Demokraten den Republikanern wie erwartet das Repräsentantenhaus abjagen, würden Anleger sicher aufatmen, sagte Scott Krauthamer, Chef-Anlagestratege beim Vermögensverwalter Alliance Bernstein. "Denn ein gespaltener Kongress würde wahrscheinlich bis zur nächsten Präsidentschaftswahl im Jahr 2020 keine nennenswerte Gesetzgebung verabschieden. Angesichts der starken US-Konjunktur und der bislang relativ robusten Börse können wir damit rechnen, dass die Märkte gut auf dieses Ergebnis reagieren."

Am Dienstag steht das gesamte US-Repräsentantenhaus sowie ein Drittel des Senats zur Wahl. Umfragen zufolge werden die Republikaner von US-Präsident Donald Trump ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren. Im Senat allerdings dürften Trumps treu ergebene Republikaner die Mehrheit verteidigen.

US-Notenbank Fed dürfte Zinsen am Donnerstag unverändert lassen

Darüber hinaus berät die US-Notenbank (Fed) über ihre Geldpolitik. Unter Börsianern gilt als ausgeschlossen, dass sie den Leitzins am Donnerstag antasten wird. "Allerdings halten die US-Währungshüter unverändert Kurs auf eine weitere Zinserhöhung im Dezember", sagte Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner. "Die teilweise etwas schwächeren Daten der letzten Wochen und die Kursrückgänge an den Aktienmärkten werden daran nichts ändern."

Konjunkturdaten spielen in der neuen Woche nur die zweite Geige, zumal der Terminkalender spärlich gefüllt ist. Am Mittwoch steht die deutsche Industrieproduktion an, gefolgt von der Handelsbilanz am Donnerstag.

Bilanzsaison im Dax auf Hochtouren: BMW und Siemens legen Zahlen vor

Unabhängig davon rollt eine weitere Welle von Firmenbilanzen auf die Anleger zu. Allein ein knappes Dutzend Dax-Konzerne will in der neuen Woche ihre Bücher öffnen. Dazu gehören der Autobauer BMW (Mittwoch), der Industriekonzern Siemens und die Commerzbank (jeweils Donnerstag).

Aus dem Ausland legen unter anderem der Sportwagenbauer Ferrari (Montag) und der Unterhaltungskonzern Walt Disney (Donnerstag) Zahlen vor.

Die Ertragslage der Unternehmen sei insgesamt gut, sagte Martin Lück, Chef-Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. Allerdings straften Anleger Firmen ab, die zurückhaltende Ausblicke liefern oder ihre Prognosen senken.

Des Weiteren blicken Börsianer auch auf den Ölmarkt, da am Wochenende die neuen US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft treten. Experten sind sich uneins, in welchem Umfang dadurch iranische Lieferungen dem Weltmarkt entzogen werden.

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Euro weiter im Plus

Der Euro  hat am Freitag an die Kursgewinne vom Vortag angeknüpft und weiter zugelegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1423 US-Dollar gehandelt, nachdem sie in der vergangenen Nacht noch bei 1,14 Dollar gestanden hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1393 (Mittwoch: 1,1318) Dollar festgesetzt.

Damit entfernte sich der Euro weiter von seinem Zweimonatstief, das er zur Wochenmitte bei 1,1302 Dollar erreicht hatte. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wird der Dollar durch zuletzt enttäuschende US-Konjunkturdaten belastet, während der Euro im Gegenzug Auftrieb erhält. Am Vortag war ein wichtiger Frühindikator für die amerikanische Industrie überraschend stark gefallen. Am Nachmittag dürften weitere US-Daten für Impulse sorgen. Auf dem Programm steht der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober und damit Kennzahlen, die an den Finanzmärkten stark beachtet werden.

Auch der chinesische Yuan hat am Morgen im Handel mit den Dollar weiter an Wert gewonnen nach einem Medienbericht über eine mögliche Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Nachdem der Yuan am Mittwoch noch den tiefsten Stand seit zehn Jahren erreicht hatte, konnte sich die Währung deutlich erholen. Bis zum Morgen stieg der Kurs um etwa einen Prozent. Für einen Dollar wurden zuletzt 6,91 Yuan gezahlt.

US-Präsident Donald Trump will den Handelsstreit mit China offenbar noch in diesem Monat aus der Welt schaffen. Zum Treffen der G20-Staaten Ende November wolle er ein Handelsabkommen mit Chinas Präsidenten Xi Jinping abschließen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitagmorgen unter Berufung auf vier mit der Angelegenheit vertraute Personen.

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