Börse Dax nahe Rekordhoch

Dax-Anleger sind vor wichtigen Hinweisen der US-Notenbank Fed vorsichtig, der Leitindex verharrt knapp unter Rekordhoch. An der Wall Street legen Dow Jones und Nasdaq vor der Fed-Sitzung leicht zu.
Händlerin an Frankfurter Börse: Der Dax notiert knapp unter Rekordhoch

Händlerin an Frankfurter Börse: Der Dax notiert knapp unter Rekordhoch

Foto: A3602 Frank Rumpenhorst/ dpa

Der Dax bleibt am Mittwoch vor den geldpolitischen Beschlüssen der US-Notenbank Fed in Reichweite zum Rekordhoch. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 0,1 Prozent schwächer bei 15.935 Punkten. Da Dow Jones und Nasdaq 100 im späten Handel jedoch zulegten, dürfte der Dax am Donnerstag erneut über die Marke von 16.000 Punkten steigen und einen neuen Anlauf Richtung Rekordhoch starten. Das Rekordhoch vom August steht bei 16.030 Punkten.

Dax

Anleger gingen davon aus, dass am Abend die Fed den Anfang vom Ende der milliardenschweren Anleihekäufe verkünden wird - dem sogenannten Tapering. Die Aktienmärkte hätten sich zwar an die üppige Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken gewöhnt, der nun anstehende langsame Entzug sollte sie aber nicht aus der Spur bringen, erläuterte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Denn es sei auch ein Zeichen der konjunkturellen Stärke, wenn die Fed den Zeitplan für das Tapering nun verkünden würde. Die Krise sei schließlich größtenteils beendet. So überraschte es auch niemanden mehr, dass die Fed am Abend verkündete, das Volumen der Anleihekäufe schrittweise zu reduzieren.

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Der MDax der mittelgroßen Börsentitel gewann am Mittwoch zuletzt 0,7 Prozent auf 35.441 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte 0,2 Prozent höher.

Bitcoin nähert sich Rekordhoch

Die Kryptowährung Bitcoin setzte am Mittwoch ihre Kursrally fort - wenn auch mit weniger Tempo: Die bekannteste Cyberwährung kletterte über die Marke von 63.000 US-Dollar, die sie am Vortag erklommen hatte. Damit nähert sich die weltweit wichtigste Cyberdevise wieder ihrem Rekordhoch aus dem Vormonat. Bei Ethereum hatte die Investoren erneut beherzt zugegreiffen. Die nach Bitcoin zweitwichtigste Cyber-Devise gewann bis zu fünf Prozent und war mit 4523,02 Dollar so teuer wie noch nie. Sie profitiere von Spekulationen auf eine baldige Zulassung eines börsennotierten Fonds (ETF) auf diese Kryptowährung, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Bitcoin

Die Berichtssaison setzt sich derweil in Deutschland fort mit Quartalszahlen des Autobauers BMW und des Online-Modehändlers Zalando aus dem Dax sowie einigen Unternehmen aus den Reihen dahinter, darunter die Lufthansa , der Softwarehersteller Teamviewer und der Großküchenausstatter Rational . Zalando gaben nach einem bestätigten Ausblick vorbörslich auf Tradegate zuletzt etwas nach verglichen mit dem Xetra-Schluss. Teamviewer hielt sich nach einem schwachen operativen Geschäft im dritten Quartal gerade so in der Gewinnzone. Vorbörslich ging es auf Tradegate nach oben.

Im Blick steht außerdem die Deutsche Telekom nach Zahlen der US-Tochter T-Mobile US . Deren abermals starkes Abschneiden sollte den T-Aktien helfen, sagte ein Händler. Vorbörslich gewannen sie auf Tradegate 0,6 Prozent. Telefonica Deutschland erhöhte die Ergebnisprognose. Die Aktien gewannen mehr als zwei Prozent im vorbörslichen Handel.

Auch der Stahlhändler Klöckner & Co legte Börsianern zufolge ein "starkes Zahlenwerk" vor. Zudem kündigten die Duisburger eine hohe Dividende an. Dies sollte reichen, um die jüngsten Kursverluste wieder wettzumachen, hieß es am Markt.

Spekulationen um Qiagen

Erneut aufflammende Fusionsspekulationen haben die Aktien von Qiagen am Mittwoch angetrieben. Am Nachmittag notierten die Papiere mit einem Kursplus von rund 2,5 Prozent. Das Diagnostikunternehmen prüfe einen Zusammenschluss mit dem französischen Rivalen Biomerieux, berichtete die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die Beratungen befänden sich noch in einem frühen Stadium und es gebe keine Gewissheit, dass es zu einem Deal komme. Qiagen könnte auch das Interesse anderer Bieter wecken. Ein Sprecher von Qiagen wollte sich zu dem Bericht nicht äußern, für den Abend werden die Quartalsergebnisse erwartet. Bei Biomerieux war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Wall Street im Wartemodus

Vor den geldpolitischen Beschlüssen der US-Notenbank Fed sind die Anleger im frühen Mittwochhandel an der Wall Street in der Defensive geblieben. Der Dow Jones stand zuletzt 0,3 Prozent tiefer bei 35.959 Punkten, schloss dann aber noch knapp im Plus. An der Nasdaq gab es vor dem mit Spannung erwarteten Fed-Entscheid ebenfalls kaum Schwung, hier reichten knappe frühe Gewinne aber für weitere Bestmarken bei den technologielastigen Indizes. Der Auswahlindex Nasdaq 100 ging auf Rekordniveau aus dem Handel.

Nasdaq

"Die Fed ist sehr gut darin, den Leuten im Vorhinein zu sagen, was sie tun wird", sagte Rick Meckler, Partner beim Vermögensverwalter Cherry Lane. In dieser Hinsicht seien keine Überraschungen zu erwarten. Sollte US-Notenbankchef Jerome Powell allerdings nicht wie erhofft eine Abkühlung der Inflation signalisieren, könnte das Zinserhöhungsfantasien wieder anheizen. Keinesfalls werde Powell einen Zeitrahmen für eine mögliche Anhebung des Schlüsselsatzes nennen, prognostizierte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. "Die Fed-Offiziellen werden ihre Kommunikation sicher so vage wie möglich halten, um sich Flexibilität zu sichern.

Börsianer begründeten die ungebrochen positive Grundstimmung der Anleger mit dem anhaltenden Optimismus für die laufende Berichtssaison und der Erwartung einer voranschreitenden konjunkturellen Erholung von der Corona-Pandemie. Allerdings wagten sich die Anleger vor dem Zinsentscheid der Fed, der am Mittwoch ansteht, nur noch vorsichtig aufs Börsenparkett.

Euro vor US-Zinsentscheid bei knapp 1,16 US-Dollar

Der Euro hat sich am Mittwoch im frühen Handel nur wenig von der Stelle bewegt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1580 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag noch etwas höher auf 1,1603 Dollar festgesetzt.

Zur Wochenmitte steht die US-Geldpolitik im Mittelpunkt. Am Abend verkündet die Notenbank Federal Reserve ihren Zinsentscheid. Es wird damit gerechnet, dass die Fed mit dem Ausstieg aus ihren milliardenschweren Wertpapierkäufen beginnt. Die Käufe wurden zu Beginn der Corona-Krise aufgelegt und haben die Bilanz der Fed auf den Rekordwert von 8,5 Billionen Dollar steigen lassen. Gründe für den angepeilten Ausstieg sind das wieder solide Wirtschaftswachstum und die erhöhte Inflation.

Ölpreise geben deutlich nach

Die Ölpreise haben am Mittwoch im frühen Handel deutlich nachgegeben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 83,76 US-Dollar. Das waren 96 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um 1,28 Dollar auf 82,63 Dollar.

Brent

Zuletzt haben sich die Preise von ihren im Oktober markierten mehrjährigen Höchstständen entfernt. Ein Grund dafür sind weniger optimistische Vorhersagen für die Entwicklung der Weltwirtschaft. Dennoch erachten Fachleute das Rohölangebot weiter als zu knapp, da die Nachfrage höher ist als zum Höhepunkt der Pandemie.

Aufgrund der Angebotsknappheit werden die Rufe nach einer stärkeren Förderung lauter. Zuletzt hatten große Verbrauchsländer wie die USA, Japan oder Indien den Ölverbund Opec+ aufgefordert, die Produktion stärker als beabsichtigt auszuweiten. Seit Sommer steigern die 23 Länder ihre Förderung monatlich um 400 000 Barrel. Damit sollen die in der Pandemie ergriffenen Kürzungen schrittweise wettgemacht werden. Am Donnerstag beraten die Länder erneut über ihren kurzfristigen Kurs.

Mit Nachrichtenagenturen
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