Börse Dax beendet Osterwoche über 15.100 Punkten

Zum dritten Mal in dieser Woche erreicht der Dax einen neuen Höchststand - und geht über 15.100 Punkten aus dem Handel. Positive Impulse kommen aus Japan und den USA. Gefragt sind vor allem die Aktien von Delivery Hero.
Bulle vor der Deutsche Börse: Die Anleger haben noch nicht genug von der Rallye

Bulle vor der Deutsche Börse: Die Anleger haben noch nicht genug von der Rallye

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture alliance / dpa

Der Dax  hat am Gründonnerstag seine Rekordjagd wieder aufgenommen und die Marke von 15.100 Punkten überwunden. Nachdem der deutsche Leitindex am Mittwoch in einem ruhigen Handel nur knapp an einer Bestmarke vorbeigeschrammt war, ging es nun mit einem Plus von 0,66 Prozent auf 15.107 Zähler in die Osterfeiertage. Im Wochenverlauf bedeutet das für den Leitindex einen Gewinn von knapp zweieinhalb Prozent.

Am deutschen Aktienmarkt hat der Dax  seine Rekordjagd wieder aufgenommen. Nachdem der hiesige Leitindex am Mittwoch noch in einem ruhigen Handel nur knapp an einer weiteren Bestmarke vorbeigeschrammt war, gelang ihm am Gründonnerstag der Sprung auf einen Höchststand bei gut 15.104 Punkten. Am Mittag stand der Dax  noch 0,42 Prozent im Plus bei 15.071 Punkten. Damit steuert das Börsenbarometer in der verkürzten Osterwoche auf einen Gewinn von gut 2 Prozent zu.

Dax

Der MDax  der mittelgroßen Werte rückte am Donnerstag um 1,80 Prozent auf 32.290 Punkte vor und bewegte sich damit wieder auf dem Niveau von Ende Februar diesen Jahres. Europaweit wurden ebenfalls überwiegend Gewinne verzeichnet.

Unter den Anlegern herrscht zurzeit Konjunkturoptimismus, und eine Reihe neuer Daten gibt Anlass dafür. So hellte sich die Stimmung in den Manager-Etagen der japanischen Großindustrie nach schweren coronabedingten Einbrüchen im März überraschend deutlich auf. In der Eurozone ist die Stimmung in der Industrie trotz der Pandemie außerdem so gut wie nie zuvor und auch in den USA hellte sie sich deutlicher als erwartet auf. Dort stieg der Einkaufsmanagerindex ISM auf den höchsten Stand seit Ende 1983.

Zudem kam das billionenschweren Infrastrukturprogramm des US-Präsidenten Joe Biden (78) bei den Anlegern gut an.

Bidens Plan sieht unter anderem die Modernisierung von Straßen, Brücken, mehreren Flughäfen sowie Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr und die Elektromobilität vor. "Biden nutzt geschickt einen schon länger anhaltenden Stimmungswandel in der US-Bevölkerung", schrieb Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Waren die Amerikaner stets skeptisch gegenüber einer starken Stellung des Staates, hat sich in den vergangenen Jahren hierbei ein Paradigmenwechsel vollzogen." Das Meinungsforschungsinstitut Gallup habe berichtet, dass sich erstmals eine Mehrheit der Amerikaner für einen starken Staat ausspreche.

US-Börsen: S&P auf Rekordhoch

Im ersten Quartal verbuchte der Dax einen Gewinn von gut 9 Prozent und damit etwas mehr als der Dow Jones Industrial  mit fast 8 Prozent. Wie der Dax erreichte der Dow tags zuvor kein neues Rekordhoch - anders als der von erholten Technologiewerten profitierende S&P 500. Das Quartalsplus im technologielastigen Nasdaq 100  fiel indes moderat aus.

Nasdaq

Am Anleihemarkt aber zogen die Renditen wieder an, was von Aktienanlegern mit Sorge betrachtet wird. Höhere Zinsen signalisieren gerade für die wachstumsorientierten Technologiewerte höhere Finanzierungskosten und verringern generell die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu Anleihen.

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Prosus stockt Anteile an Delivery Hero auf

An der Dax-Spitze zogen die Aktien von Delivery Hero  um knapp 4 Prozent an. Am Vorabend hatte die niederländische Beteiligungsgesellschaft Prosus, die vom südafrikanischen Naspers-Konzern kontrolliert wird, die Aufstockung des Delivery-Anteils auf fast 25 Prozent gemeldet. Damit würden bestehende und künftige Verwässerungseffekte im Zuge der Übernahme der südkoreanischen Woowa durch Delivery ausgeglichen, hieß es.

Die Vorzugsaktien von Henkel  fanden nach einem positiven Start keinen klaren Trend und notierten zuletzt rund ein halbes Prozent im Minus. In den ersten drei Monaten dieses Jahres dürften die Erlöse dem Konsumgüterkonzern zufolge aus eigener Kraft und bereinigt um Wechselkurseffekte stärker zulegen als von Analysten im Schnitt erwartet. Das Klebstoffgeschäft als größte Sparte von Henkel habe für einen starken Jahresstart gesorgt, schrieb Analyst Guillaume Delmas von der Schweizer Großbank UBS. Von der zweiten Jahreshälfte an lasse sich die Gewinnentwicklung aber weiterhin nicht mehr ganz so gut vorhersagen. Delmas bereitet zum Beispiel Sorge, ob dem Konzern im Nordamerikageschäft nach mehren Jahren der unterdurchschnittlichen Entwicklung nun die Kehrtwende gelingt.

Atos-Aktien stürzen ab

Bilanz-Ungereimtheiten warfen die Papiere des IT-Dienstleisters Atos auf ein Tief seit mehr als einem Jahr zurück. Als abgeschlagenes Schlusslicht im französischen Leitindex Cac 40 rutschten sie zuletzt noch um fast 14 Prozent ab. Atos zufolge haben Wirtschaftsprüfer Fehler in der Rechnungslegung 2020 bei US-Geschäftseinheiten des Konzerns gefunden.

Euro weiter bei Fünfmonatstief

Der Euro hat sich am Donnerstag im frühen Handel zunächst wenig bewegt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1715 US-Dollar und damit geringfügig weniger als in der vorherigen Nacht. Am Vortag hatte der Euro mit 1,1704 Dollar ein Fünfmonatstief markiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1725 Dollar festgesetzt.

USD/EUR

Der neue billionenschwere Investitionsplan von US-Präsident Joe Biden bewegte die Devisenkurse kaum. Mit dem Plan, den Biden in der Nacht verkündete, soll vor allem die Infrastruktur des Landes erneuert werden. Sowohl die Grundzüge als auch der ungefähre Umfang waren bereits zuvor bekannt geworden, sodass sich die Überraschung an den Märkten in Grenzen hielt.

An Konjunkturzahlen stehen am Donnerstag vor allem Stimmungsdaten aus der Industrie im Mittelpunkt. In Europa werden die Markit-Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht, in den USA wird der ISM-Industrieindikator erwartet. Die Indikatoren basieren auf Unternehmensumfragen und geben einen Eindruck über die konjunkturelle Lage.

Ölpreise steigen leicht

Die Ölpreise sind am Donnerstag im frühen Handel leicht gestiegen. Im Mittelpunkt steht ein Treffen des Ölverbunds Opec+ zur künftigen Förderpolitik. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 63,12 US-Dollar. Das waren 38 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 45 Cent Cent auf 59,61 Dollar.

Brent

Am Donnerstag beraten die in der Opec+ vereinten Förderländer rund um Saudi-Arabien und Russland über ihre künftige Produktion. Seit Längerem ist die Förderung aufgrund der coronabedingt schwachen Nachfrage per Absprache gedeckelt. Es gilt als wahrscheinlich, dass sich an der Gesamtproduktion des Verbunds zunächst nichts oder nur wenig ändert. Zu ungewiss erscheinen die konjunkturellen Aussichten aufgrund der Corona-Pandemie, insbesondere in Europa und Teilen Asiens.

mit Nachrichtenagenturen
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