Börse Dax im Plus, Falschmeldung treibt Kryptokurse

Nach den Verlusten der Vorwoche startet die Börse mit Gewinnen in die neue Woche. Den Kryptomarkt bewegt eine Falschmeldung über eine Partnerschaft von Walmart und Litecoin.
Auf und Ab: Der Dax legt am Montag wieder zu

Auf und Ab: Der Dax legt am Montag wieder zu

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture-alliance/ dpa

Nach der schwachen Vorwoche hat der Dax  am Montag verlorenen Boden gut gemacht. Bis zum Handelsschluss auf der Plattform Xetra gewann der deutsche Leitindex 0,6 Prozent auf 15.701,42 Punkte, nachdem er in der vergangenen Woche rund 1 Prozent verloren hatte. Dagegen taten sich Aktien aus der zweiten Reihe am Montag schwer. Der MDax  fiel um 0,8 Prozent auf 35.798,68 Punkte. Auch für die Leitindizes an Europas wichtigsten Börsen ging es zum Wochenauftakt aufwärts. Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 4189,53 Zähler. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss rund 0,7 Prozent höher.

Dax

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Auf Unternehmensseite waren Zooplus bei den Investoren gefragt. Zuvor hatte im Bieterwettstreit um den Tierbedarfshändler der Finanzinvestor Hellman & Friedman seine Offerte um fast ein Fünftel auf 460 Euro je Aktie in bar erhöht. Die Aktien stiegen in der Folge auf ein weiteres Rekordhoch. Letztlich gewannen sie 9 Prozent auf 473 Euro und blieben damit klar über dem Kaufgebot. Mit EQT und KKR gibt es derzeit noch zwei weitere Übernahmeinteressenten.

Im Dax waren im Einklang mit dem europäischen Branchentrend Autobauer und -zulieferer gefragt. Die Aktien von Continental, Daimler und BMW kletterten jeweils um mehr als 3 Prozent, einzig Volkswagen-Vorzugsaktien hinkten mit einem Plus von 0,6 Prozent hinterher. BMW-Papiere profitierten auch von einer Kaufempfehlung durch das Bankhaus Metzler. Analyst Jürgen Pieper lobte die Wachstumsaussichten und die Produktpipeline des Konzerns.

Auto1 auf neuem Tiefststand

Auto1-Aktien setzten ihre Talfahrt fort und rutschten auf ein weiteres Tief seit dem Börsengang im Frühjahr. Sie büßten letztlich 1,5 Prozent ein. Die Anteilsscheine von United Internet dämmten ihre anfänglich höheren Verluste auf rund 2,2 Prozent ein. Hier belastete, dass der Internetkonzern rund einen Monat nach der Ankündigung sein Aktienrückkaufprogramm vorzeitig beendete. Nur ein kleiner Teil des ursprünglich in Aussicht gestellten Gesamtvolumens wurde zurückgekauft.

Zu den Favoriten im MDax zählten Fraport. Die Aktien verteuerten sich nach endgültigen Verkehrszahlen des Flughafenbetreibers für August um rund 2,5 Prozent. Die Passagierzahlen hätten sich wie erwartet stark erholt, kommentierte ein Händler.

In den hinteren Reihen kam ein Zukauf sehr gut bei den Börsianern an: Der Immobilienkonzern Patrizia übernimmt den Infrastruktur-Investmentmanager Whitehelm Capital und baut sein Auslandsgeschäft damit deutlich aus. Patrizia-Papiere schossen auf den höchsten Stand seit Anfang Juli und schlossen mit einem Plus von 6,7 Prozent.

Bitcoin verliert, Walmart dementiert Deal mit Litecoin

Bitcoin rutschte am Nachmittag nach einem kurzen Zwischenhoch um 5 Prozent unter 44.000 Dollar ab. Die Bewegung spiegelte einen zeitgleich deutlich stärkeren Kursausschlag der kleineren Kryptowährung Litecoin. Diese schoss um bis zu 26 Prozent auf 232 Dollar in die Höhe, bevor sie mit weniger als 180 Dollar klar ins Minus drehte. Der US-Handelsriese Walmart stellte klar, keine Kooperation mit Litecoin einzugehen. Zuvor kursierte eine entsprechende Pressemitteilung mit offenbar gefälschten Zitaten von Walmart-Chef Doug McMillon.

Bitcoin

Euro im Minus

Der Euro ist am Montag mit leichten Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,1793 US-Dollar gehandelt. Sie notierte damit etwas niedriger als noch am Morgen. Zwischenzeitlich war der Euro bis auf 1,1770 Dollar gefallen und hatte so den niedrigsten Stand seit Ende August erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1780 (Freitag: 1,1841) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8489 (0,8445) Euro.

EZB-Direktorin Isabel Schnabel bekräftigte unterdessen die Auffassung der Notenbank, dass die derzeit erhöhte Inflation als temporäres Phänomen zu betrachten sei. "Aller Voraussicht nach wird sich die Inflation im kommenden Jahr wieder spürbar abschwächen", sagte Schnabel anlässlich des Baden-Badener Unternehmergesprächs. Zugleich stellte sie klar, dass die EZB handeln werde, sollten die Inflation rascher als erwartet zulegen.

Ölpreise auf höchstem Stand seit Anfang August

Die Ölpreise haben am Montag zugelegt und zeitweise den höchsten Stand seit Anfang August markiert. Am späten Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 73,64 US-Dollar und damit rund 71 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 91 Cent auf 70,64 Dollar.

Brent

Ein großes Thema am Rohölmarkt bleibt die Förderung im Golf von Mexiko. Nachdem die dortige Produktion wegen des schweren Hurrikans "Ida" übergangsweise komplett geruht hatte, fährt sie nur langsam wieder an. Die Rohstoffexperten der Commerzbank verweisen auf Angaben von US-Behörden, wonach die Ausfälle auf 1,1 Millionen Barrel pro Tag und damit immer noch 60 Prozent der normalen Produktionsmenge betragen. "Dies entspricht in etwa der Menge Rohöl, die zuletzt von den Opec-Ländern Angola oder Libyen produziert wurden." Das gesunkene Angebot stützt so die Preise.

Laut Commerzbank geht die Normalisierung bei den Raffinerien schneller vonstatten als bei der Rohölförderung. Derzeit seien nur noch sieben Prozent der Verarbeitungskapazitäten an der US-Golfküste außer Betrieb. "Dass sich die Rohölverarbeitung nach einem Hurrikan schneller normalisiert als die Rohölproduktion, ist ungewöhnlich und spricht für einen weiteren Rückgang der US-Rohölbestände."

Mit Nachrichtenagenturen