Dax gewinnt 330 Punkte Adidas-Aktie springt um mehr als 20 Prozent

In der Hoffnung auf Lockerungen der strikten Corona-Regeln in China schließen Dax und EuroStoxx50 je rund 2,5 Prozent fester. Papiere von Adidas springen mit mehr als 20 Prozent in die Höhe. Auch die Aktien von Continental und Vonovia sind stark gefragt.
Börse Frankfurt: Dax schließt fest im Plus

Börse Frankfurt: Dax schließt fest im Plus

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Frank Rumpenhorst / dpa

Erneute Spekulationen über eine Lockerung der Null-Covid-Politik in China haben dem Dax am Freitag zusammen mit einem robusten US-Arbeitsmarktbericht kräftig Auftrieb gegeben. Für Aufmerksamkeit sorgte auch ein Kurssprung bei den Aktien von Adidas um mehr als ein Fünftel.

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Der deutsche Leitindex Dax war am Nachmittag kurz über die Marke von 13.500 Punkten geklettert und hatte damit den höchsten Stand seit Mitte September erreicht. Am Ende gewann das Börsenbarometer nach zwei schwachen Handelstagen 2,51 Prozent auf 13.459 Punkte. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 1,63 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte zog am Freitag um 2,43 Prozent auf 23.811 Zähler an. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  gewann 2,65 Prozent.

An der New Yorker Börse hatten die Aktienmärkte nach neuen Arbeitsmarktdaten zunächst deutlich im Plus notiert, gaben zum Handelsschluss in Europa aber einen Großteil der Zugewinne ab oder drehten gar ins Minus. Zuletzt notierte der Dow Jones noch mit 0,19 Prozent auf 32.062 Punkte im Plus. Der marktbreitere Index S&P 500 notierte bei 3725 Punkten ebenfalls leicht im grünen Bereich. Der Technologie-Index Nasdaq 100 notierte leicht in die Verlustzone bei 10.683 Zählern.

In den USA wurden im Oktober deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet, und auch der Lohnanstieg gewann etwas an Dynamik. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners kommentierte die Reaktion der Börsen darauf wie folgt: Einerseits sei der Arbeitsmarkt in den USA stark genug, sodass derzeit nicht von einer großen wirtschaftlichen Krise gesprochen werden könne. Andererseits aber sei er auch "schwach genug, um die Geldpolitik langsamer zu straffen". So erhielt die Hoffnung neue Nahrung, dass die US-Notenbank Fed vielleicht doch schon im Dezember langsamer an der Zinsschraube drehen könnte.

Angesichts der Gerüchte über ein baldiges Ende der chinesischen Null-Covid-Politik erholten sich Stahlwerte wie Thyssenkrupp, Klöckner & Co und Salzgitter spürbar. Sie legten um gut fünf bis fast acht Prozent zu.

Adidas-Aktie springt um mehr als 20 Prozent

Unter den Einzelwerten sorgten Adidas und Puma für Schlagzeilen. Nach Informationen von manager magazin wechselt Puma-Chef Björn Gulden zum Rivalen Adidas und soll dort den glücklosen Kasper Rorsted ablösen . Die Nachricht schockte die Anleger von Puma aber nur kurz. Die Anteilscheine machten ihre zwischenzeitlich deutlichen Verluste fast komplett wett und schlossen 0,5 Prozent im Minus. Für die Papiere von Adidas ging es um gut 21 Prozent in die Höhe. Angesichts des guten Rufs, den Gulden genieße, und seines sichtbaren Einflusses bei Puma würde er die Ernennung von Gulden zum Firmenchef als positiv für Adidas werten, schrieb Analyst Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC.

Die Aktien von Continental sicherten sich mit einem Plus von 9,5 Prozent den zweiten Platz im Dax hinter Adidas. Sie wurde vom italienischen Reifenhersteller Pirelli mit nach oben gezogen. Dieser konnte im dritten Quartal die Verkaufspreise deutlich erhöhen.

Die schwer angeschlagene Aktie von Deutschlands größter Immobiliengesellschaft Vonovia legte um 7,22 Prozent zu. Zwar wurde Vonovia zur Zahlenvorlage für das kommende Jahr etwas vorsichtiger, doch Analysten attestiertem dem Unternehmen ein solides Geschäft und verwiesen auf die bereits sehr schwache Aktienkursentwicklung. Mit einem Verlust von rund 45 Prozent seit Jahresbeginn zählt das Papier neben der Adidas-Aktie bislang zu den schwächsten im Dax.

MDax: RTL rechnet mit weniger Umsatz

Gea, Freenet und RTL berichteten aus dem MDax über ihr Quartal und konkretisierten ihre Ausblicke. Gea und Freenet äußerten sich zuversichtlicher, RTL vorsichtiger. Entsprechend reagierten die Aktien. Eine weitere Auftragsflut schob außerdem die Anteile des Anlagenhersteller Krones im SDax um 5,9 Prozent nach oben.

Bitcoin bleibt über 20.000 Dollar-Marke

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin verteidigte die Marke von 20.000 Dollar. Der Bitcoin notierte zuletzt bei 20.611 US-Dollar. Im November vergangenen Jahres erreichte die Kryptowährung noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise sind stark gestiegen

Die Ölpreise sind am Freitag stark gestiegen. Am Markt wurde erneut darauf spekuliert, dass China die strikte Corona-Politik lockern könnte. Dies schürte die Hoffnung auf eine höhere Nachfrage. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  mit Lieferung im Januar kostete am Morgen 96,55 US-Dollar. Das waren 1,92 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) mit Lieferung im Dezember stieg um 1,94 Dollar auf 90,11 Dollar.

In den sozialen Medien kursierten am Morgen abermals Gerüchte, dass China vor einem Wandel der Corona-Politik stehen könnte. Bereits im Verlauf der Woche hatte es Spekulation über eine mögliche Abkehr von der strikten Null-Covid-Strategie der Führung in Peking gegeben, die von Chinas Behörden aber zurückgewiesen wurden. Dennoch hätten die Investoren am Ölmarkt erneut auf eine mögliche Lockerung gesetzt, hieß es von Marktbeobachtern, was die Preise kräftig nach oben trieb.

Das konsequente Vorgehen in China gegen die Ausbreitung des Coronavirus führte in den vergangenen Monaten immer wieder zu umfangreichen Lockdowns. Analysten der Bank of China gehen davon aus, dass als Folge der harten Corona-Politik die Ölnachfrage in China in diesem Jahr um durchschnittlich 400 000 Barrel pro Tag gesunken ist.

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Mit Nachrichtenagenturen
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