Börse Dax fällt nahe Jahrestief, US-Börsen bleiben unter Druck

Der Dax setzt am Freitag seinen Kursrutsch fort. Die Aktie des Energieversorgers Uniper gibt zweistellig nach. Auch in den USA fallen Dow Jones und Nasdaq weiter ab. Bitcoin fällt unter die Marke von 20.000 US-Dollar.
Händler an der Börse: Dax und Bitcoin tauchen erneut ab. Am "Hexensabbat", dem großen Verfallstag an den Terminmärkten, schwanken die Kurse meist stark.

Händler an der Börse: Dax und Bitcoin tauchen erneut ab. Am "Hexensabbat", dem großen Verfallstag an den Terminmärkten, schwanken die Kurse meist stark.

Foto: AP

Vor dem großen Verfall an den Terminbörsen hat sich auch am Freitag die jüngste Talfahrt im Dax  fortgesetzt. Negative Impulse kamen von der Wall Street, die am Vorabend neuerliche Verluste insbesondere bei Technologiewerten verzeichnete. Nach dem schwachen Start sackte der deutsche Leitindex weiter ab. Zum Handelsschluss notierte der Dax 1,6 Prozent tiefer bei 12.741 Zählern. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Minus von 2,65 Prozent. Damit nähert sich das Börsenbarometer seinem 12-Monats-Tief bei 12.400 Punkten. Eine Vielzahl von Krisen verdüstern nicht nur in Europa, sondern auch in den USA das Bild an den Börsen. Beobachter sprechen inzwischen von einer Stapelkrise oder Polykrise, in der die einzelnen Krisen sich gegenseitig verschärfen.

Mit dem Schock durch die anhaltend hohe Teuerung in den USA und der Aussicht auf einen gravierenden Schritt der US-Notenbank Fed sind die Inflations- und Zinssorgen der Anleger in dieser Woche wieder größer geworden. Nach dem deutlichen Rückfall vom Zwischenhoch am Dienstag bei 13.564 Punkten steuert das wichtigste deutsche Börsenbarometer einmal mehr auf einen Wochenverlust zu. Als zusätzliche Belastung erweist sich die nahende Wahl in Italien, wo mit einem Erfolg der Rechtspopulisten gerechnet wird.

Der MDax der mittelgroßen Werte war am Freitag zwischenzeitlich auf ein Tief seit Mai 2020 gerutscht und büßte am Ende 2,1 Prozent auf 23.944 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  büßte 1,6 Prozent ein. Teils positive Konjunkturdaten aus China, wo sich Einzelhandel und Industrie zuletzt unerwartet gut entwickelten, würden damit am Markt kaum honoriert, hieß es von Börsianern. Allerdings blieb die erdölverarbeitende Industrie des größten Ölimporteurs der Welt unter Druck.

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Fedex Aktie bricht ein, Deutsche Post fällt auf Jahrestief

Im deutschen Leitindex stachen die Papiere der Post mit besonders großen Abschlägen hervor. Sie fielen auf ein Tief seit Mitte 2020 und verloren zuletzt mehr als 6 Prozent. Für den Kursrutsch sorgten die schwachen Zahlen und eine zurückgezogene Gewinnprognose des US-Konkurrenten Fedex. Zur Begründung hatten die US-Amerikaner auf das eingetrübte wirtschaftliche Umfeld verwiesen. Die Nachrichten beunruhigen die Börsianer, denn auch die Deutsche Post ist wie die Amerikaner stark im Frachtgeschäft engagiert.

Bewegt zeigten sich auch zahlreiche Immobilienwerte nach großen Sektorstudien von Goldman Sachs, JPMorgan und Barclays. Die sehr zinsempfindliche Branche steht aktuell wegen der Aussichten auf weiter steigende Zinsen der Notenbanken unter Druck und liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Einzelhändlern um die schwächste Branche des Jahres. Auch am letzten Handelstag der Woche zeigte sich der Sektor europaweit schwach. Hierzulande standen Vonovia, Deutsche Wohnen, LEG & Co. nach den teils skeptischen Analystenstimmen allesamt im Minus.

TAG Immobilien jedoch kletterten gegen den Trend an der MDax-Spitze um 2,5 Prozent nach oben – Barclays-Experte Sander Bunck hob sein Votum um zwei Stufen auf "Overweight". Die Aktien seien zuletzt den Branchenkollegen hinterhergelaufen und böten eine attraktive Ergebnisrendite, urteilte der Experte.

Versorger Uniper verliert zweistellig, auch Chemiewerte unter Druck

Aktien des angeschlagenen Versorgers Uniper blieben im Abwärtssog und fielen mit mehr als 15 Prozent auf dem letzten MDax-Platz auf ein weiteres Rekordtief. Chemiewerte wie BASF, K+S und Wacker Chemie fielen ebenfalls mit hohen Verlusten von bis zu 7 Prozent auf – die Branche ist der größte Gasverbraucher in Deutschland und entsprechend ebenfalls stark von der Energiekrise betroffen.

Auch Anteile am Sportartikelhersteller Adidas setzten nach einer skeptischen Studie durch die Analysten von Cowen ihre Talfahrt fort auf ein weiteres Tief seit 2016. Hier betrug das Minus zuletzt 1,7 Prozent.

US-Börsen: Dow Jones und Nasdaq setzen Kursrutsch fort

Die Talfahrt an den US-Aktienmärkten hat sich am Freitag fortgesetzt. Nach den zuletzt überraschend hohen Inflationszahlen scheuten Anleger vor der erwarteten Zinserhöhung der US-Notenbank am Mittwoch weiter das Risiko. Fest gerechnet wird damit, dass die Fed den Leitzins erneut um 0,75 Prozentpunkte anhebt, aber auch ein ganzer Punkt gilt als möglich.

Die Indizes grenzten hohe Auftaktverluste aber etwas ein. Nach einem etwa 1,3 Prozent tieferen Start stand der Dow Jones Industrial zuletzt 0,8 Prozent tiefer bei 30.726,6 Zählern. Der breit aufgestellte S&P 500 sank zeitgleich noch um 1 Prozent auf 3861,5 Zähler. Einen schweren Stand hatten weiter auch die zinsabhängigen Technologiewerte. Der Nasdaq 100 verlor 1,1 Prozent auf 11.793,1 Punkte.

Alle drei New Yorker Kursbarometer erreichten am Freitag erneut Tiefststände seit Mitte Juli. Für den Dow zeichnet sich auf Wochensicht ein Verlust von 4,3 Prozent ab und für den Nasdaq 100 sogar von 6,1 Prozent.

Bitcoin fällt wieder unter 20.000 US-Dollar

Die Digitalwährung Bitcoin ist in der Nacht zu Freitag wieder unter die Marke von 20.000 US-Dollar gefallen. Zuletzt notierte die Cyberdevise auf der Handelsplattform Bitstamp  bei 19.700 US-Dollar und damit knapp 2 Prozent schwächer als am Vortag. Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn unter Druck. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise legen leicht zu

Die Ölpreise sind am Freitag leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  wurde zum Preis von 91,23 US-Dollar gehandelt. Das waren 39 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) kletterte um 26 Cent auf 85,36 Dollar. Damit erholten sich die Notierungen etwas von ihren Abschlägen am Vorabend.

Trotz der leichten Gewinne steuern die Ölpreise auf ihren dritten Wochenverlust in Folge zu. Belastende Themen bleiben die sich abkühlende Weltwirtschaft sowie der starke US-Dollar, der Öl für Händler aus anderen Währungsräumen verteuert. Das lastet auf der Nachfrage.

Mit Nachrichtenagenturen
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