Börse Nancy Pelosi in Taiwan gelandet, Anleger nervös

Die US-Spitzenpolitikern Nancy Pelosi ist in Taiwan gelandet – und provoziert damit die Regierung in Peking. Anleger an der Wall Street wie auch in Europa halten sich zurück.
Taiwan-Visite sorgt für Spannungen: Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, stattet Taiwan einen Besuch ab und verärgert damit China

Taiwan-Visite sorgt für Spannungen: Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, stattet Taiwan einen Besuch ab und verärgert damit China

Foto: Chiang Ying-Ying / dpa

Die Spannungen zwischen den USA und China rund um den Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan haben sich am Dienstag auch an der New Yorker Börse niedergeschlagen. Der Dow Jones gab zuletzt 0,6 Prozent auf 32.580 Punkte nach, der marktbreitere S&P 500  fiel um 0,55 Prozent, der Technologie-Index Nasdaq 100 rutschte um lediglich 0,4 Prozent ab. Der deutsche Leitindex Dax notierte ebenfalls knapp im Minus.

Pelosis Flugzeug landete am Dienstagabend (Ortszeit) in der Hauptstadt Taipeh. Die Spitzenpolitikerin setzte sich damit über Warnungen aus China hinweg, das die demokratische Insel als Teil der Volksrepublik ansieht. Es ist der erste Besuch einer US-Spitzenpolitikerin seit mehr als 20 Jahren. Kurz vor dem Besuch hatten chinesische Kampfflugzeuge den Meeresweg der Taiwanstraße übeflogen. Schon im Vorfeld hatte Pelosis Besuch der demokratischen Inselrepublik die Spannungen zwischen China und den USA erhöht.

Nasdaq 100

Der Dax  hatte seine Verluste kurzfristig reduziert, rutschte zuletzt um 0,36 Prozent auf 13.430 Zähler ab. Das Tagestief hatte bei 13.335 Zählern gelegen. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50  gab 0,52 Prozent nach.

Dax

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Siemens Energy unter Druck, Delivery Hero gefragt

Siemens Energy verloren 1,9 Prozent, nachdem die Windkrafttochter Siemens Gamesa erneut die Ergebnisprognose für dieses Jahr gesenkt hatte. Bayer, Daimler Truck und Deutsche Telekom führten den Dax mit Zugewinnen zwischen 1,71 und 1,30 Prozent an

K+S verteuerten sich um mehr als 5 Prozent an der MDax-Spitze, hier rechnet die Baader Bank mit guten Quartalszahlen des Düngemittelproduzenten in der kommenden Woche. K+S profitiert davon, dass die Ukraine derzeit nur begrenzt Kali Dünger exportieren kann. Die Papiere von Delivery Hero profitierten mit einem Aufschlag von zuletzt noch 2,3 Prozent von einer Kaufempfehlung von JPMorgan.

Nicht gefragt waren Aktien, die stark vom privaten Konsum abhängen. So zählten Zalando, Puma und Adidas zu den größten Verlierern im Dax mit Verlusten zwischen 5,7 und 3,2 Prozent.

Dollar und Gold steigen, Staatsbonds aus den USA und Deutschland gefragt

Zugleich suchen Anleger ob der politischen Spannungen Schutz in "sicheren Häfen" wie der Weltleitwährung. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um 0,3 Prozent auf 105,65 Punkte. Die "Antikrisen-Währung" Gold verteuerte sich um ein Prozent auf 1787 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Staatsanleihen waren ebenfalls gefragt, wodurch die Rendite der zehnjährigen Bonds aus den USA und Deutschland auf Vier-Monats-Tiefs von 2,516 beziehungsweise 0,678 Prozent fiel.

Energiepreise ziehen wieder an, Treffen von Opec+ im Blick

Gleichzeitig trieb die Energiekrise Investoren erneut um. "Sollte Russland die Gaslieferungen über die Pipeline 'Nord Stream 1' erneut einstellen, könnten die Lagerbestände zum Ende der Heiz-Saison auf ein gefährlich niedriges Niveau fallen", warnten die Analysten der Bank of America. Der europäische Erdgas-Future stieg um mehr als fünf Prozent auf 210 Euro je Megawattstunde.

Am Tag vor den Beratungen der "Opec+" über ihre Ölförder-Politik blieb die Sorte Brent aus der Nordsee in einer engen Handelsspanne gefangen. Sie notierte zuletzt 0,2 Prozent im Plus bei 100,27 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Aussicht auf eine erneute Anhebung der Produktionsquoten sei unwahrscheinlich, prognostizierte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. "Der jüngste Preisrückgang könnte die OPEC+ vorsichtiger machen, da dieser auf neuerliche Nachfragesorgen im Zuge enttäuschender Konjunkturdaten aus China zurückzuführen war."

Bitcoin fällt wieder unter 23.000 Dollar Marke

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin hat sich zuletzt wieder etwas stabilisiert. Am Dienstag notierte die Cyberdevise auf der Handelsplattform Bitstamp  bei 22.900 US-Dollar. Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn unter Druck geraten. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Mit Nachrichtenagenturen
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