Börse Dax gewinnt fast 4 Prozent

Der Krieg in der Ukraine und die Zinsentscheidung der US-Notenbank sorgen dafür, dass die Börsen weiter stark schwanken. Der deutsche Leitindex Dax klettert bis zum Xetra-Schluss um knapp 4 Prozent, und auch der US-Leitindex Dow Jones legt deutlich zu.
Deutsche Börse in Frankfurt am Main: Der Dax legt wieder zu

Deutsche Börse in Frankfurt am Main: Der Dax legt wieder zu

Foto: MAXIMILIAN VON LACHNER / EPA

Hoffnung im Ukraine-Krieg sowie Rückenwind von den Börsen aus Fernost und den USA haben am Mittwoch der Erholung des deutschen Aktienmarktes kräftig Schwung verliehen. Vor der Leitzinsentscheidung der US-Notenbank am Abend (19 Uhr) sprang der Dax  bereits kurz nach dem Handelsauftakt weit über die Marke von 14.000 Zählern und kletterte kurzzeitig sogar über 14 500 Punkte. Zum Handelsschluss belief sich das Plus des Dax auf 3,8 Prozent, wodurch er 14 440 Punkte erreichte. Der MDax  der mittelgroßen Werte schloss 3,3 Prozent höher auf 31.368 Punkte und auch europaweit und in den USA ging es spürbar aufwärts.

Dax

Auch am US-Aktienmarkt ging es am Abend aufwärts. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen jeweils um bis zu zwei Prozent. Die Stimmung wurde auch durch das Versprechen Chinas gehoben, mehr Konjunkturimpulse zu geben und die Märkte stabil zu halten, was eine Rally bei in den USA notierten chinesischen Aktien befeuerte.

US-Börsen klar im Plus - erste Zinserhöhung seit zwei Jahren erwartet

Vor zwei Jahren hatte die US-Notenbank Fed zu Beginn der Corona-Krise den Leitzins auf fast Null gesenkt. Am Abend dürften die US-Währungshüter nun die Zinswende mit einer Anhebung auf eine Spanne von 0,25 bis 0,50 Prozent starten. Ein solcher Zinsschritt gilt an der Börse mittlerweile als eingepreist. Zwischenzeitliche Spekulationen auf einen großen Zinsschritt zum Auftakt seien wegen des Ukraine-Krieges vom Tisch, hieß es. Spannend dürfte auch werden, mit wie vielen weiteren Zinsschritten die Notenbanker der Fed in diesem und im kommenden Jahr rechnen.

Nasdaq

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Auf der Unternehmensseite stachen die in den USA notierten Aktien chinesischer Firmen hervor. Die Titel von Alibaba, JD.com, Baidu oder Pinduoduo stiegen zum Teil mehr als 30 Prozent. Der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Liu He hat der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge Konjunkturhilfen und eine Förderung der internetbasierten Industrie in Aussicht gestellt. "China hat offenbar realisiert, dass es etwas zur Stützung der Konjunktur tun muss - etwas Ordentliches", sagte Citibank-Anlagestratege Mohammed Apabhai.

Mit Blick auf die steigende Risikofreude der Anleger gerieten Staatsanleihen ins Hintertreffen. Im Gegenzug zogen die Renditen in der Eurozone an. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen rentierten mit 0,388 Prozent und damit so hoch wie seit November 2018 nicht mehr.

BMW und weitere Autotitel gefragt

In einem allgemein starken Umfeld waren auch die Aktien von Autobauern gefragt: Aktien von BMW kletterten nach Zahlen zuletzt noch um 3 Prozent. Dabei verziehen die Investoren dem Münchener Autobauer auch den wegen des Ukraine-Kriegs etwas vorsichtiger gesteckten Margenausblick für das Autogeschäft. Im Zuge der etwas entspannteren Ölmärkte und Hoffnungen im Ukraine-Krieg ging es zeitgleich für den gesamten Autosektor in Europa um mehr als drei Prozent nach oben. Volkswagen legten um 3,3 Prozent zu. Die Aktie des Autozulieferers Continental gewann rund 5 Prozent an Wert.

Ein überraschend hoher Jahresüberschuss des Energiekonzerns hat der Aktie von Eon am Mittwoch nur kurzfristig kräftig Auftrieb gegeben. Rasch bröckelten die Gewinne im deutlich steigenden Dax ab. Analysten verwiesen vor allem auf Sorgen und eine hohe Nervosität der Anleger angesichts des Kriegs in der Ukraine und etwaiger Russland-Engagements des Unternehmens. Gegen Mittag legte das Eon-Papier 0,5 Prozent auf 10,90 Euro zu, nachdem es am Morgen noch bis auf 11,20 Euro hochgesprungen war.

Rebound in China - Staat könnte stützen

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Politische Signale einer Unterstützung des Aktienmarktes haben am Mittwoch eine Erholung die Börsen Chinas angetrieben. So berichtete die Nachrichtenagntur Xinhua, dass die Regierung den Aktienmarkt stabil halten wolle und auch Börsennotierungen chinesischer Firmen in Übersee unterstützen wolle. In den vergangenen Tagen waren insbesondere die Börsen Chinas wegen des Krieges in der Ukraine sowie wegen Sorgen vor den konjunkturellen Folgen umfangreicher Corona-Lockdowns in wichtigen Wirtschaftszentren eingebrochen. Zur Wochenmitte stieg nun der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland um mehr als 4 Prozent und der Hang-Seng-Index der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong schnellte um 7,6 Prozent nach oben. In Tokio legte der Leitindex Nikkei 225 um 1,6 Prozent zu.

Bitcoin mit Gewinnen

Die Digitalwährung Bitcoin näherte sich am Mittwoch wieder der Marke von 40.000 US-Dollar. Auf der Handelsplattform Bitstamp  notierte die Kryptowährung zuletzt bei 39.160 US-Dollar. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben Cyberdevisen wieder zugelegt, da Kryptogeld als Fluchtwährung für russische Milliardäre gilt.

Bitcoin

Ölpreise legen wieder zu

Nach den Einbußen zum Wochenanfang zieht der Ölpreis wieder an. Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee verteuert sich um knapp drei Prozent auf 102,75 Dollar pro Barrel. Der Preis für US-Öl WTI steigt über zwei Prozent auf 98,58 Dollar pro Barrel. "Nach dem zweitägigen Ausverkauf an den Ölmärkten warten die Händler auf weitere Hinweise aus den Waffenstillstandsgesprächen", sagte Tina Teng, Analystin beim Online-Broker CMC Markets mit Blick auf die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine.

Brent

Da sich die hohe Inflation letztlich auf das Wirtschaftswachstum auswirken und die Nachfrage schwächen werde, könnten die Rohölpreise aber erneut unter Druck geraten.

Mit Nachrichtenagenturen